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In Kooperation mit Sascha Liehr

Bereit für den Screen: Diese Computerspiele haben Serienformat

04.02.21 07:01
Spoilerfrei
Maik
04.02.21

[Dieser Beitrag wurde von Sascha Liehr verfasst.]

Wenn Computerspiele bei der Community so richtig einschlagen, gehen sie viral und überschreiten dabei die Genregrenzen. Vom Wiki über Fandom und Fanfiction bis zum Soundtrack und Merchandiseartikeln können uns Computerspiele an vielen anderen Orten und Lebensbereichen begegnen als nur auf dem Computerbildschirm. Da gibt es die Games, deren Story uns so fesselt, dass wir sie auch über die epische Questreihe hinaus erleben möchten. Solche Spiele schaffen irgendwann den Sprung auf den Fernsehbildschirm und begeistern uns im Serienformat. Wir haben uns ein paar schon ausgestrahlte und noch in Planung befindliche Serien angesehen, die auf Computerspielen basieren.

„The Witcher“

Wenn es um Computerspiele im Serienformat geht, darf der charismatische Monsterjäger Gerald von Riva nicht fehlen. Mit „The Witcher“ hat Netflix eine Serie auf Sendung gebracht, die die Fans der gleichnamigen Computerspielreihe begeistert hat. Im Dezember 2019 ging die erste Staffel mit acht Folgen an den Start. In die Hauptrolle des Hexers Geralt von Riva schlüpfte Henry Cavill. Tatsächlich ist die Netflix-Serie nicht der erste Versuch, den Stoff zu verfilmen. Bereits 2001 gab es eine Filmversion der Geralt-Saga des polnischen Schriftstellers Andrzej Sapkowski. 2002 folgte eine 13-teilige Serienadaption der Hexer-Story.

Kritiker fällten durchwachsene Urteile zur Netflix-Umsetzung (sAWE.tv-Review zur 1. Staffel). Die Community der Witcher-Spieler äußerte sich überwiegend positiv und wartet inzwischen ungeduldig auf eine zweite Staffel, die Netflix bereits für 2021 angekündigt hat.

„Cyberpunk: Edgerunners“

Mit „Cyberpunk 2077“ hat das polnische Entwicklerstudio CD Projekt RED am 10. Dezember 2020 ein Open-World-Action-Rollenspiel releast, auf das die Fans lange gewartet haben. Immer wieder musste der Release verschoben werden und beinahe hatte die Community schon nicht mehr daran geglaubt, dass die Adaption des Pen-and-Paper-Rollenspiels „Cyberpunk 2020“ noch vor dem Jahreswechsel verfügbar sein würde. Pünktlich zu Weihnachten wurde das Spiel dann aber doch für PlayStation 4, Xbox One, GeForce Now, Google Stadia und Microsoft Windows veröffentlicht.
Um das Universum von „Cyberpunk 2077“ weiter auszubauen, soll nun die Anime-Serie zum Spiel kommen. CD Projekt Red soll die Anime-Spezialisten aus dem japanischen Studio Trigger unter Vertrag genommen haben, die der Community schon aus Projekten wie „Little Witch Academia“ und „Darling in the Franxx“ bekannt sein dürften. Die Serie soll unter dem Titel „Cyberpunk: Edgerunners“ auf den Bildschirm kommen. Im Zentrum steht das Straßenkind Edgerunner, das sich als Söldner verdingt, um im harten Überlebenskampf des Cyberpunk-Universums nicht unterzugehen.
Die deutschen Fans werden die Anime-Serie über Netflix genießen dürfen. Ein genaues Release-Datum steht noch nicht fest, aber die deutsche Erstausstrahlung wurde für 2022 avisiert.

„Las Vegas“

„Las Vegas“ ist eine amerikanisch Dramaserie. In fünf Staffeln dürfen wir hinter die Kulissen eines fiktiven Casinos blicken – das reale Spiel, quasi. Drehbuchautor Gary Scott Thompson, der auch für „The Fast and the Furious“ verantwortlich ist, saß hier in der Ideenschmiede. In Amerika lief „Las Vegas“ über 106 Episoden auf NBC. In Deutschland flimmerten die ersten sechs Episoden auf Pro Sieben über den Bildschirm, doch der Sender entschloss sich aufgrund geringer Zuschauerzahlen dazu, den Sendeplatz freizumachen. 2008 wurde die Serie erneut auf Kabel Eins ausgestrahlt.

Im Fokus von „Las Vegas“ stehen die Prozesse, die hinter den Kulissen des Casinobetriebs ablaufen. Neben Aspekten wie Sicherheit, Personalschulung und Marketing geht es auch um die Bereiche abseits des Spieltischs, wie das Unterhaltungsprogramm oder die Gastronomie. Und natürlich werfen wir einen Blick auf die Spiele, die auch in den Spielbanken und Online Casinos in Deutschland angeboten werden. „Las Vegas“ spielt vor einer schnelllebigen, schillernden und teilweise auch skurrilen Kulisse und bildet damit den Lebensstil in Downtown Las Vegas in gelungener Weise ab.

„Halo“

Das Computerspiel „Halo“ ist auf den Fernsehbildschirmen nicht unbekannt. 2014 brachte Ridley Scott die über zwei Staffeln angelegte Action-Miniserie „Halo: Nightfall“ auf den Screen. Der Handlungsstrang der Serie ist vor der Computerspielversion „Halo 5“ angesiedelt. Der Hauptplot dreht sich um die Auseinandersetzungen der Menschheit mit einer feindseligen Alienrasse, die die erfolgreiche Besiedlung des Weltalls überschatten.

Im Nachgang zur Miniserie hatte es bereits Bemühungen gegeben, eine Filmversion zu entwickeln. Diese wurden allerdings nicht umgesetzt. Nun soll es beim amerikanischen Pay-TV-Sender Showtime eine neue Serienauskopplung geben. In den Vereinigten Staaten wurde der Serienstart für das Frühjahr 2021 angekündigt. Ob und wann die neue „Halo“-Serie auch nach Deutschland kommt und welcher Sender sich die Rechte sichert, ist noch nicht bekannt.

„Diablo“

Seit 1996 ist „Diablo“ aus der Gaming-Szene nicht mehr wegzudenken. Die Computerspielreihe aus dem Hause Blizzard Entertainment ist bei den Fans zu einem echten Klassiker avanciert. Mit „Diablo II“ (2000) und „Diablo III“ (2012) konnten die Entwickler zwei Sequels liefern, die an den Erfolg des ersten Spiels anknüpfen konnten, ein vierter Teil ist aktuell in Arbeit.

Nun gibt es spannende Neuigkeiten für alle Fans des Action-Rollenspiels. „Diablo“ wird zur Anime-Serie und soll bei Netflix verfügbar sein. Das Internetportal Redaktionsnetzwerk Deutschland beruft sich auf das Linkedin-Profil von Nick van Dyk, Co-Präsident von Blizzard, der erklärt, dass es sich bei der „Diablo”-Verfilmung um „eine TV-Adaption der Blizzard Entertainment-Marke handelt, die im Anime-Stil gerendert ist”. Ein genaues Erscheinungsdatum ist bislang nicht bekannt, allerdings soll sich die Serie bereits in Vorproduktion befinden. Streamingdienst Netflix hatte bereits angekündigt, das Endprodukt für die deutsche Fangemeinde ausstrahlen zu wollen.

„Mortal Kombat: Conquest“

Die Computerspielreihe „Mortal Kombat“ wurde bereits in den 90er Jahren mehrfach verfilmt und soll jetzt ein Revival auf der Kinoleinwand bekommen. Das Fighting-Game wurde erstmals 1992 für die internationalen Spielhallen entwickelt und hat seitdem viele Facelifts erlebt. Das besondere and „Mortal Kombat“ und den Sequels „Mortal Kombat 2“ und „Mortal Kombat 3“ besteht in der technischen Umsetzung. Für das Spiel wurden echte Kämpfer per Bluescreen-Technologie aufgenommen und in spielinterne Bewegung übersetzt. Anders als in vielen anderen Computerspielen wurden die Akteure nicht gezeichnet.

Der Serienableger „Mortal Kombat: Conquest“ wurde von 1998 bis 1999 in Amerika ausgestrahlt. In Deutschland folgte der Release im Januar 2000. New Line Television und Threshold Entertainment, die auch die Filmadaptionen umgesetzt hatten, nahmen sich des Projektes an. Die Handlung ist vor mehr als 500 Jahren angesiedelt. Im Zentrum stehen die grausamen Mächte Outworlds, angeführt vom unsterblichen Imperator Shao Khan, die versuchen, die Naturschätze und Ressourcen der Erde zu stehlen. Um die Menschen zu schützen, rufen die Götter des Universums das Turnier „Mortal Kombat“ aus. Shao Khan muss mit seinen Kriegern erst siegreich aus dem Turnier hervorgehen, bevor er die Menschheit ihrer Ressourcen berauben darf. Die letzte Folge endet mit einem Verrat Shao Khans und damit einem spannenden Cliffhanger, der die Community vermuten ließ, dass sich eine zweite Staffel ankündigt. Aufgrund der extrem hohen Produktionskosten der ersten Staffel wurde dieses Projekt allerdings nicht mehr in die Tat umgesetzt.

„Fallout“

Die Computerspielreihe „Fallout“ hat eine bewegte Vergangenheit hinter sich. Der Titel aus der Ideenschmiede von Interplay Entertainment kam zum ersten Mal im Jahr 1997 auf die Computerbildschirme. Das Endzeitsetting, das im 22. und 23. Jahrhundert spielt, geht auf einen Atomkrieg zurück, der 2077 tobte und weite Teile der Erde vernichtet hat.
Inzwischen umfasst die Reihe die Spielversionen „Fallout“, „Fallout 2“, „Fallout 3“, „Fallout: New Vegas“ und „Fallout 4“ sowie die Spin-Offs „Fallout Tactics: Brotherhood of Steel“, „Fallout: Brotherhood of Steel“, „Fallout Online“, „Fallout Shelter“ und „Fallout 76“. Auch über ein MMO konnte die Community sich bereits freuen.

Auf der RPG-Seite begeistert Fallout vor allem durch seinen 50er Jahre Stil, der die Ästhetik des Post-Atomkrieg-Szenarios in den Fokus stellt. Dieses Setting soll jetzt als Serie auch auf die Fernsehbildschirme gelangen. Das Projekt ist eine Gemeinschaftsarbeit der Amazon Studios und Bethesda Softworks, die 2007 die Rechte an Fallout übernahmen. Wann die Serie releast wird, steht noch nicht fest. Die deutschen Fans dürfen das Endergebnis wahrscheinlich über Amazon Prime genießen.

„The Last of Us“

„The Last of Us“ ist ein Action-Adventure, das 2013 exklusiv für die Playstation 3 entwickelt wurde. Aufgrund der großen Beliebtheit wurde das Spiel für die Playstation 4 remastert. Nun soll das Survival-Horror-Computerspiel von Entwickler Naughty Dog bei HBO in Serie gehen. Als Showrunner konnte man sich Craig Mazin sichern, der bereits mit „Chernobyl“ eine überzeugende Leistung ablieferte.

Das erfolgreiche Action-Adventure von Sony Interactive Entertainment handelt von zwei Überlebenden in den postapokalyptischen Vereinigten Staaten. Während der Großteil der Menschheit durch einen fremdartigen Pilz gestorben ist, haben der Texaner Joel und das Mädchen Ellie überlebt und müssen sich in einer Welt zurechtfinden, die nur noch entfernt an ihre Heimat erinnert.
Die Serienadaption zu „The Last of Us“ ist bereits konkret in Planung. Zunächst durften die Fans sich aber am 19. Juni 2020 über den Release den Spiele-Sequels „The Last of Us: Part II“ freuen. Mit dem Serienstart rechnen Fans und Branchenkenner allerdings frühestens in der zweiten Jahreshälfte 2021.

Mit freundlicher Unterstützung von Sascha Liehr. | Bilder: Jade87 (CCO-Lizenz) / pixabay.com

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