Serien Reviews Programm Trailer Podcasts Über uns

In Kooperation mit Sascha Liehr

Kultserien und Serienkult: So wird aus Mainstream ein Zuschauermagnet

18.12.20 23:00
Spoilerfrei
Maik
18.12.20

[Dieser Beitrag wurde von Sascha Liehr verfasst.]

Serien sind mehr als gute Unterhaltung im TV. Sie sind Hobby, Leidenschaft, Ausdruck von Lebensgefühl und Emotion pur. Manche Serien fesseln uns immer wieder zum Sendetermin vor dem Fernseher oder finden schon nach wenigen Folgen einen festen Platz in unserer persönlichen Streaming-Mediathek. Sie begleiten uns durch den Alltag, wecken Vorfreude und wirken nach. Solche Serien heben sich vom Mainstream der TV-Unterhaltung ab. Sie haben einfach Kultstatus.

Um zu einer Kultserie zu werden, muss eine Produktion nicht unbedingt sehr lange im Programm bleiben. So manches Format erhält den Titel schon nach wenigen Episoden. Doch was ist nötig, damit eine Serie echten Kultstatus bekommt? Wir tauchen ein in den Serienkult und werfen einen Blick auf die Kriterien, die echte Kultserien erfüllen müssen.

Kult wird von Zuschauern gemacht

Es kommt vor, dass eine Serie zur Kultserie ausgerufen wird, noch bevor die erste Folge über den Bildschirm geflimmert ist. So geschah es beispielsweise mit „Game of Thrones“, der Serie zur Erfolgsbuchreihe „Das Lied von Eis und Feuer“ von George R. R. Martin. Tatsächlich hat die Serie schnell Kultstatus erreicht und die Community feierte die Adaption, auch wenn kritische Stimmen nicht ausblieben.

Doch es reicht längst nicht immer aus, eine Serie schon vor der Ausstrahlung zur Kultserie zu deklarieren. Kult wird von den Zuschauern gemacht und nur sie entscheiden, ob eine Serie Kultstatus erreicht, oder doch im Mainstream verschwimmt.

In seiner Abhandlung „Fernsehen, Kult und junge Zuschauer“ beschreibt Lothar Mikos die Eigenschaften einer Kultserie folgendermaßen:

„Keine Fernsehsendung ist Kult an sich, sie kann nur von den NutzerInnen zu einem solchen gemacht werden. Um den Kultstatus zu erreichen, sollte das Programm seriell sein und nicht im Mainstream liegen und viele intertextuelle Beziehungen aufweisen, die eine vielfältige Nutzung möglich machen.“ (Quelle: br-online.de)

Der serielle Charakter prägt eine Kultserie besonders. Es müssen also mehrere Episoden produziert werden. Das bedeutet allerdings nicht, dass nur Episoden in Serienlänge gemeint sind. Auch Ausstrahlungen in Spielfilmlänge können seriellen Charakter haben, sofern es sich um Mehrteiler handelt. Berühmte Filmklassiker, die durch Sequels und Prequels seriellen Charakter erhalten haben, können ebenfalls Kultstatus erreichen. Beliebte Beispiele sind zum Beispiel die „Indiana Jones“-Reihe, die „James Bond“-Filme oder die filmischen Umsetzungen des „Star Trek“-Universums.

Ein weiteres wichtiges Kriterium für eine Kultserie sind die Fan-Aktivitäten, die mit ihr verknüpft sind. Sobald eine Fangemeinschaft damit beginnt, sich über die Erstausstrahlung hinaus mit einer Serie zu beschäftigen, ist der Kultstatus zum Greifen nah. Dazu kann zum Beispiel gehören, dass eine Wiederholung der Serie gewünscht wird, dass Episoden aufgezeichnet oder immer wieder gestreamt werden, dass sich Fanart im Zusammenhang mit der Serie entwickelt, Fanclubs gegründet werden oder Merchandise-Artikel erhältlich sind. Damit beeinflusst eine Serie weitreichendere Aspekte des Lebens und wirkt auch über die eigentliche Ausstrahlung hinweg nach. Ist die besondere Ästhetik und die inhaltliche Konzeption einer Serie erst einmal in die alltägliche Kommunikation einer Zuschauergruppe übergegangen, kann ihr ein gewisser Kultstatus zugeschrieben werden.

Wenn der Sprung in andere Genres klappt

Echte Kultserien machen nicht vor dem Fernsehbildschirm Halt. Sie schaffen auch den Sprung in andere Genres, etwa in Form von Fanart, Buchartikeln oder Soundtracks. Auch im Gaming-Bereich gibt es zahlreiche Angebote, die durch Kultserien inspiriert wurden und so mancher Erfolg auf dem Bildschirm hat sogar sein ganz eigenes Videospiel bekommen. In den besten Online Casinos sind die beliebten Serienadaptionen vor allem als Slotgame zu finden. Auch an dieser Stelle taucht ein Serientitel wieder auf: „Game of Thrones“ hat im TV einen so enormen Erfolg gehabt, dass der erfolgreiche Spieleentwickler Microgaming der Serie einen eigenen Online-Spielautomaten gewidmet hat.

Auch die Erfolgsserie „Vikings“ hat Kultstatus erlangt und den Übergang in die Welt der Videospiele geschafft. Besonders bekannt geworden ist Yggdrasils Wikinger-Trilogie, die mit Vikings Go Wild ihren Anfang nahm. Erfolgsentwickler NetEnt hat ebenfalls einen Vikings-Slot entwickelt. Weitere Videospiele basieren zum Beispiel auf der Terminator-Filmreihe und auf dem Film-Franchise „Planet der Affen“.

Nostalgie und Retro-Charme machen Serien liebenswert

Ein echter Trend, der sich in vielen Kultserien wiederfindet, ist der Retro-Charme. Serien, die in der „guten alten Zeit“ spielen und durch ihre Ästhetik eine große Portion Lebensgefühl dieser Zeit transportieren, sind liebenswert und finden schnell eine große Fangemeinde. Retro-Charme spricht vor allem die Generation der Zuschauer an, die selbst noch Erfahrungen an frühere Zeiten haben, oder aus Erzählungen den Wunsch entwickelt haben, das Lebensgefühl einer anderen Generation nachempfinden zu können. Das Gefühl von Nostalgie bereichert ein Serienerlebnis für viele Zuschauer.

Echter Retro-Charme macht zum Beispiel den Erfolg von Kultserien wie „Stranger Things“, „Wunderbare Jahre“, „Dallas“ und vielen alten Kinderserien aus. Doch was lieben wir so an Fernsehserien, die in den 50ern, 60ern, 70ern oder 80ern spielen? Die meisten Formate verstehen sich bestens darauf, dieser Zeit eine große Portion von Romantik, Harmonie und „guter alter Zeit“ einzuhauchen. So entsteht eine verklärte Version unserer eigenen Kindheitserfahrungen, die uns immer wieder einen wohligen Schauer über den Rücken jagt, wenn wir in den vom TV inszenierten Erinnerungen schwelgen. Nostalgie und Retro-Charme liegen einfach immer im Trend und tun auch den meisten Kultserien richtig gut.

Wenn die Fans von einer Reunion träumen

Der Erfolg einer Serie lässt sich unter anderem daran messen, ob die Fans irgendwann genug davon haben. So manche Kultserie hat sich in den Herzen der Community einen so festen Platz gesichert, dass auch nach Jahren noch Stimmen nach einer Reunion der Stars von damals rufen. Remakes, Reboots und Reunions im Fernsehen waren schon immer ein umstrittenes Thema. Das eine oder andere Format hat sich tatsächlich an eine Reunion gewagt, auch wenn diese Projekte nicht immer von Erfolg gekrönt waren.

Aktuell wird vor allem die Reunion der Kultserie „Friends“ von den Fans heiß ersehnt. Die Sitcom um Rachel, Ross, Chandler, Monica, Joey und Phoebe hat schon bei ihrer Erstausstrahlung eher polarisiert. Man konnte die neurotischen Twens auf der Suche nach ihrem Platz im Leben und natürlich nach der großen Liebe entweder lieben oder hassen. Bereits 2016 brachte NBC ein Wiedersehen des ursprünglichen Casts ins Gespräch und organisierte sogar ein erstes Zusammentreffen. Inzwischen arbeitet HBO Max an dem Projekt. Die Dreharbeiten mussten aber aufgrund der aktuellen Situation immer wieder verschoben werden. In Deutschland soll die „Friends“-Reunion auf Amazon zu sehen sein.

Andere Serienformate haben die Neuauflage bereits gewagt. „Dallas“, die Kultserie der 70er und 80er, flimmerte bereits in einem Remake mit vielen Mitwirkenden aus dem ursprünglichen Cast über die Bildschirme. Der Erfolg war allerdings mäßig. Der Charme der ursprünglichen Serie wollte sich nicht mehr einstellen und TNT setzte den Aufguss nach der dritten Staffel ab.

Die 90er-Kultserie „Beverly Hills 90210“ hat sich ebenfalls an einen zweiten Versuch gewagt, allerdings mit einem Augenzwinkern, denn die Stars von damals, die sich fast alle noch einmal die Ehre geben, spielen sich selbst und gönnen sich dabei eine gehörige Portion Selbstironie. Leider musste das Remake ohne Serienliebling Luke Perry auskommen. Der Darsteller war bereits im März 2019 verstorben und wird von den übrigen Cast-Membern immer wieder in liebevoller Erinnerung erwähnt.

Diese Kultserien gibt es bei Netflix, Amazon Prime und Co.

So beliebt Kultserien auch sind, so schwierig ist es manchmal, sie auch heute noch zu genießen. Formate wie „Wunderbare Jahre“, „Wer ist hier der Boss“ oder „Die Waltons“ werden nur noch selten ausgestrahlt und sind höchstens noch als teure DVD-Sammlungen zu bekommen. Ein paar Serienklassiker werden aber auch in den Mediatheken oder bei den großen Streamingdiensten angeboten und erfreuen die Fans der Kultserien immer wieder.

Amazon Prime kann zum Beispiel mit Formaten wie „Lost“ oder „24“ dienen. Auch die Dämonenjägerin „Buffy“ und die Kult-Sitcom „Friends“ hat der Streamingdienst im Angebot. Wer „Grey’s Anatomy“, „How I met your Mother“ oder „Malcolm mittendrin“ sehen möchte, ist mit einem Account bei Amazon Prime gut beraten. Und auch Serienklassiker wie „King of Queens“, „Alf“, „Das A-Team“, „Knight Rider“, „Baywatch“ und „Der Prinz von Bel-Air“ können bei Amazon Prime in Dauerschleife laufen.

Auch auf Netflix kommen Kultserienfans auf ihre Kosten. Hier gibt es zum Beispiel die „Gilmore Girls“, alle Staffeln von „Big Bang Theory“, „Full House“ und natürlich „Star Trek“ satt.

Wem das noch nicht reicht, der sollte einen Blick in die Programmauswahl anderer Streamingdienste wie TV NOW, Sky Ticket und Joyn werfen. Nostalgie pur gibt es auch beim brandneuen Disney+. Kultserien sind eben immer aktuell.

Mit freundlicher Unterstützung von Sascha Liehr. | Bilder: Leuchtturm81 (CCO-Lizenz – pixabay) / Charles Deluvio (unsplash)

Kommentiere


Abo ohne Kommentar

Hinweis: Bei Kommentar-Abgabe werden angegebene Daten sowie IP-Adresse gespeichert und ein Cookie gesetzt (öffentlich einsehbar sind - so angegeben - nur Name, Website und Kommentar). Alle Datenschutz-Informationen dieser Website gibt es hier zu sehen.
Spoilerfrei
Beitrag teilen: