Eine brutale Woche im US-Fernsehen...

Review: American Horror Story S06E07 – Chapter 7

SPOILER !!
Anna
29.10.16

Das ist wohl die Woche des eingeschlagenen Kopfes… Ich dachte, American Horror Story hatte diese Staffel schon seine krassen Momente, doch sie schaffen es ohne Mühe das bisher Gesehene zu toppen.

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Mittlerweile hat sich eine Eigendynamik entwickelt, die selbst Sidney nicht hätte voraussehen können.
Agnes ist nicht nur ein bisschen ein Fall für die Psychiatrie, sondern extrem. Sie ist so sehr im Gedankengut von The Butcher eingetaucht, dass sie Formen einer Persönlichkeitsspaltung aufweist. Ihre Selbstgespräche nach dem Mord an Sidney und den anderen beiden der Crew sind äußerst beunruhigend.

„It was my destiny. They chose me. I was the fan favorite. All my life people have underestimated me. They only booked me for three episode, but I got five. Because the fans wanted more. They wanted the Butcher.“ Agnes

Dazu kommen Komplexe, die sie schon lange mit sich herumtragen muss. Ein gefährliche Kombination, welche sie zur mehrfachen Mörderin macht.

Was uns zu Shelby führt. Zunächst scheint es, als hätte sie doch nochmal eine winzig kleine Chance bei Matt, da er sich nach dem Angriff von Agnes auf Shelby sehr besorgt zeigt. Doch dann wandert er mitten in der Nacht in den Keller und trifft mit sich mit der Hexe (die Lady Gaga im Dokuteil gespielt hat). Es wirkt sehr, als würde Matt schlafwandeln und nicht ganz bei Sinnen ist. Dominic wird Zeuge davon und hat natürlich nichts besseres zutun als Shelby gleich Bescheid zu sagen. Denn Dominic ist, auf Sidneys Anweisung hin, das Arschloch der Gruppe und geht in dieser Rolle sehr auf.

„The bad guy’s always the lead on every show. Now let me ask you something else, judgmental motherfuckers. What’s more important than screentime? Huh?“ Dominic

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Doof nur, dass Shelby (nach Matts Geständnis, dass er wegen der Hexe zum Haus zurückgekehrt ist und sie liebt) den totalen Ausraster hat und Matt brutal den Kopf einschlägt… Holy shit. Ich erspare euch an dieser Stelle detaillierte Bilder oder gifs.
Shelby kam für mich immer bodenständig rüber und in keinster Weise fähig, so eine Tat zu vollbringen. Das war dann wohl eine Tat aus dem Affekt. Danach ist sie in Schock und kann gar nicht richtig glauben, was sie getan hat. Sie versteht auch nicht, dass die Kameras im Haus alles aufgenommen haben und sie aus dieser Sache nicht mehr rauskommen wird. (Denn zu diesem Zeitpunkt kann sie ja nicht wissen, dass nur eine Person die drei Tage überleben wird.)
Auf die Gefahr hin, dass ich mich wiederhole: Lily Rabe ist mal wieder Performer der Woche!

Außerdem gibt es ein „Wiedersehen“ mit dem Kult um The Butcher und den Polks – dieses mal aber mit den realen Versionen!
Die Polks sind wahres Alptraummaterial. Sie führen ihre Kannibalenpraxis fort, denen Dr. Elias Cunningham ja schon zum Opfer gefallen ist. Das diesmalige Opfer: Lee und ihr Bein. Welches danach an Audrey und Monet verfüttert wird…
Zu den Polks gehört außerdem ein alter Bekannter: Finn Wittrock! Ich muss zugeben, dass ich seine Anwesenheit erst im Abspann bemerkt habe. Eine kurze Recherche hat mir aber weiter geholfen: Er spielt einen der Polk Jungs, Cain Polk. Ich bin gespannt, wie viel wir noch von ihm sehen werden.

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Bedrohungen für die Gruppe im Haus sind/waren also The Butcher und ihre Leute, die Polks, Agnes und sogar die Gruppe selbst. Ziemlich viele Komponenten… Der body count ist diese Woche auch ziemlich hoch: Sidney, die beiden Crewmitglieder, Matt und Agnes. Lees Schicksal ist ebenso besiegelt und für Audrey und Monet sieht es äußerst schlecht aus.

Die Hauptcharaktere sind somit ausgedünnt und zudem in kleine Gruppen verteilt. Shelby und Dominic sind die letzten im Haus und müssen nun mit der wahren the Butcher fertig werden.

Fazit

Die Story nimmt diese Woche Fahrt auf. Gleich zu Beginn wird durch Agnes‘ Auftauchen klar, in welche Richtung die Episode gehen wird. Nicht eine, sondern mehrere sehr brutale Szenen weist diese Folge auf, die ganz klar grenzwertig sind. Shelbys Totalausfall war ein Element, welches mich wirklich überrascht und schockiert hat.
Rorys Leiche hatte einen kurzen Auftritt, der sehr in diese Episode gepasst hat.

Immer dabei: Das Handy

Immer dabei: Das Handy

Was mir an zweiten Staffelteil von AHS aber besonders gut gefällt, ist der Wahnsinn einer Reality TV Produktion. Zwar erscheint diese sehr überspitzt, doch ich bin mir sicher, dass die Realität genau so aussieht. Sidney ist nur eins wichtig: Quote. Dafür engagiert er zum einen entgegen der Abmachung mit Shelby Dominic, zum anderen hat er allen Beteiligten eingeschärft, dass die Kamera IMMER zu laufen hat. Das haben sogar die Teilnehmer im Haus sehr verinnerlicht. Es wirkt überaus grotesk, dass sie selbst in Notlagen weiterhin stur die Kamera auf die Geschehnisse halten.
Und sogar die Polks filmen alles, was noch surrealer wirkt, da sie sehr hinterwälderisch dargestellt werden.

Bilder: FX

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5 Kommentare

  • Nach Episode 6 hatte ich ja gehofft, dass die Staffel noch die Kurve kriegt, aber ne, das war nichts. Plumpe Mord-Momente aneinander zu reihen macht für mich keine gute Folge aus. Das Pacing ist durcheinander und Atmosphäre kann so einfach nicht aufkommen. Tut mir leid, aber ich kann die Serie so schlichtweg nicht mehr ernst nehmen… Schwach!

    • Seh ich anders, aber kann deine Punkte etwas nachvollziehen.
      Bei mir schneidet diese Staffel bspw. besser ab als Freak Show, mit der ich einfach nicht warm geworden bin.
      Ich mag die Doppelbesetzung der Schauspieler und das Dokufeeling. mMn ist da eindeutig auch eine Unterhaltungsindustriekritik dabei, was mir gefällt. Außerdem finde ich interessant, dass sich die Story der ersten Hälfte nun teilweise wiederholt, aber mit anderen und mehr Akteuren. Ich schaue gleich die neue Folge an, mal sehen, ob sie mir gefällt oder es einen Knick macht. Hab ich dich nun als AHS-Zuschauer verloren? ;)

      • Wenn, dann verliert mich die Serie. Hängt tatsächlich vom Setting nächste Staffel ab. FS war bisher das Schlechteste, war aber immerhin kompakt, das hier ist kindischer Blödsinn. Doppelrollen sind klasse, Meta-Kritik willkommen, aber das trägt eben keine Staffel. Das Dokufeeling steht der Atmosphäre komplett im Wege und vermeintliche Doppelungen langweilen mich nur. Bin froh, wenn die Staffel vorbei ist…

      • Also schaust du es immerhin noch an. Kenn ich, ich kann da auch selten aufhören und nen Schlussstrich ziehen.
        Aber hey, jede Folge ist ja mittlerweile nur noch 35 Minuten lang, da vergeudest du nicht zu viel Zeit ;)

      • Das habe ich mir vorhin auch gedacht – noch bescheuerter, dass es so vollgepresst wirkt, wenn sie locker 5 Minuten mehr machen könnten…



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