Rückblick in Michonnes Vergangenheit

Review: The Walking Dead S09E14 – Scars

21.03.19 20:43
ReviewThe Walking Dead
SPOILER !!
Michael
21.03.19

Was ist in den letzten Jahren eigentlich in Alexandria passiert? Und warum ist Judith so, wie sie ist? Und Michonne? Zu all diesen Fragen gibt uns die Folge „Scars“ Antworten. Die Michonne-zentrierte Folge bringt über Flashbacks Licht ins Dunkel, das der Zeitsprung verbreitet hat.

Die Flashbacks zeigen uns, dass vor einigen Jahren eine alte Freundin von Michonne in Alexandria gestrandet ist. Jocelyn wurde aufgenommen, die sich in der Folgezeit besonders um die Kinder in Alexandria kümmerte – bis sie eines Tages mit allen Kindern verschwand. Im Laufe der späteren Suche werden die schwangere Michonne und Daryl gefangen genommen und von den Kindern und Joceylns Anleitung gefoltert. Michonne wird aber angetrieben von dem Willen, Judith unbedingt aus den Händen von Jocelyn zu befreien. Sie sieht sich letztlich gezwungen, ihre alte Freundin und die ihr treu ergebenen Kinder zu töten. Wie Michonne da so mit ihrem Schwert Richtung Kinder schreitet, das hat mich schon an die legendäre Star Wars-Situation erinnert, in der Anakin ähnlich agierte – allerdings ohne Reue natürlich und aus anderen Motiven.

Man leidet auf jeden Fall mit Michonne, man spürt den Konflikt, auch weil Regisseurin Millicent Shelton das ziemlich gut inszeniert. Sie wechselt immer wieder zwischen Flashback und heutiger Zeit. Ein Beispiel: Michonne holt in der Vergangenheit mit ihrem Schwert aus und erledigt in der Gegenwart einen Walker. Im Zusammenschnitt verschwimmt die Grenze, was im Zusammenhang mit der Dramatik der Gesamtszene einen schönen Effekt hat.

Jocelyns Vorhaben, Kinder so zu erziehen, dass sie stark sind und damit besser in der neuen Welt zurecht kommen, ist eigentlich ein ganz spannender Ansatz, der durch das frühe Ende etwas zu kurz kommt. Da hätte ich mir etwas mehr Inhalt gewünscht, aber so passte es natürlich auch in die Gesamtdramatik der Folge. Die gesamte Szenerie erklärt auch sehr schön, warum Michonne Fremden so feindlich gegenüber eingestellt ist. Umso bedauerlicher, dass ihre Entscheidung, ihr Herz doch wieder zu öffnen, offensichtlich tragische Folgen nach sich ziehen wird.

Ein paar andere gute Momente hatte die insgesamt gute Folge noch: Zum einen Michonnes klärendes Gespräch mt Judith, dann Daryls Gespräch mit Judith am See und vor allem Michonnes Gespräch mit Negan. Der Schwerpunkt liegt hier auf dem Element Gespräch, und dieses Mal sind die Inhalte und Formulierungen richtig gut angelegt – keine Spur von dem oberflächlichen Geschwafel der letzten Staffeln. Da kommen schon alte TWD-Gefühle auf, aus der guten alten Anfangszeit. Die komplette Folge ist insgesamt ein echter Gewinn – seit langem hat mich eine Folge auch mal wieder emotional angesprochen und mich nicht nebenbei Mails lesen oder bei Instagram rumstöbern lassen.

Meinung? 1 Krone2 Kronen3 Kronen4 Kronen5 Kronen Ø 4,00 (3)

6 Kommentare

  • Christoph

    Jupp, volle Zustimmung bzgl. der Emotionalität. Dass Michonne Kinder töten muss, war echt hart zu ertragen. Zwar längst nicht so krass wie die Folge aus der 4. (?) Staffel, in der sie das blonde Mädchen, das die Walker zu Freunden erklären will, töten muss, aber dennoch echt heftig. Gute Folge!

  • Michonne beim Töten der Kinder zuzuschauen, war wirklich hart. Die Inszenierung ihrer Hin- und Hergerissenheit hat mir dabei gut gefallen.
    Bei mir kam auch endlich mal wieder seit Langem ein etwas heimeliges TWD-Gefühl auf.

  • Ich fand die Folge auch richtig stark! Der Gegenschnitt der abgetrennten Walker-Köpfe und des suggerierten Kinder-Abschlachtens war genauso gut inszeniert, wie Michonnes emotionale Welt. Ein wirklich willkommenes Stück Abwechslung!



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