review Archiv – seriesly AWESOME https://www.serieslyawesome.tv/tag/review/ Das Blog-Zuhause der besten Serien! Sun, 21 Jun 2026 14:53:10 +0000 de hourly 1 https://www.serieslyawesome.tv/wp-content/uploads/2017/10/cropped-Unbenannt-1-1.jpg review Archiv – seriesly AWESOME https://www.serieslyawesome.tv/tag/review/ 32 32 ReWatch-Review „Baywatch“ – über 240 Folgen Sonne, Strand und Fun! https://www.serieslyawesome.tv/rewatch-review-baywatch-ueber-240-folgen-sonne-strand-und-fun/ https://www.serieslyawesome.tv/rewatch-review-baywatch-ueber-240-folgen-sonne-strand-und-fun/#respond Sun, 21 Jun 2026 14:53:10 +0000 https://www.serieslyawesome.tv/?p=235501

Zeitlupe, rote Badeanzüge und maximaler Ernst bei jeder noch so kleinen Welle: „Baywatch“ ist keine Serie, die man einfach nur schaut. Man erinnert sich an sie sofort. Es gibt Serien, die altern würdevoll. Und es gibt „Baywatch“.

Die Serie startete 1989, wurde nach der ersten Staffel zunächst abgesetzt und ab 1991 erfolgreich fortgeführt. Am Ende standen 11 Staffeln und 241 Episoden – später sogar unter dem Zusatz „Baywatch: Hawaii“. Mit David Hasselhoff als Mitch Buchannon wurde daraus eines der prägendsten TV-Phänomene der 90er.

Und genau das merkt man beim Rewatch sofort: „Baywatch“ ist weniger Serie als Zustand. Sonne, Pathos, Alarmstimmung und eine Fernsehlogik, nach der wirklich jeder Strandtag jederzeit in eine kleine nationale Notlage kippen kann.

Natürlich ist da all das, worüber man sich seit Jahrzehnten lustig macht: die Zeitlupe, der Hochglanz, die demonstrative Körperinszenierung. Aber beim Wiedersehen bleibt eben nicht nur das hängen. Sondern auch, wie kompromisslos diese Serie an ihr eigenes Konzept glaubt. „Baywatch“ will groß sein, dramatisch, emotional, manchmal moralisch aufgeladen – und zieht das ohne jedes Zögern durch.

Im Zentrum steht Mitch Buchannon, also David Hasselhoff in seiner wahrscheinlich endgültigsten Rolle: Rettungsschwimmer-Chef, Vaterfigur und wandelnde Autorität mit Föhnfrisur. Hasselhoff war dabei nicht nur Hauptdarsteller, sondern auch als Produzent entscheidend daran beteiligt, dass die Serie nach ihrer Absetzung weiterleben konnte.

Dazu kommt ein Cast, der über Jahre hinweg zur popkulturellen Dauerpräsenz wurde: Pamela Anderson, Yasmine Bleeth, Alexandra Paul, Nicole Eggert, David Charvet, Carmen Electra – viele kamen, manche gingen, aber die Serie blieb immer sofort erkennbar. Ein paar Einstellungen Meer, etwas Alarm, Mitch schaut ernst – und schon ist man wieder komplett drin.

Was den Rewatch heute so unterhaltsam macht: „Baywatch“ ist oft herrlich drüber, aber fast nie langweilig. Die Serie behandelt selbst kleinere Vorfälle mit einer Ernsthaftigkeit, als hinge das Schicksal Kaliforniens davon ab. Genau daraus zieht sie ihren Charme. Nicht, weil man sie auslacht. Sondern weil sie ihre eigene Überhöhung so unbeirrt ernst nimmt.

Und dann ist da natürlich noch dieser unverwechselbare 90er-Jahre-Glanz. „Baywatch“ sah aus wie Sonne, Sicherheitsgefühl und Exportware für den globalen Massenmarkt. Die Serie wurde in über 140 Ländern ausgestrahlt und gilt bis heute als eines der international erfolgreichsten TV-Formate ihrer Zeit.

Kurz gesagt: „Baywatch“ ist beim Wiedersehen eine herrlich überhöhte TV-Zeitkapsel. Zu viel Pathos, zu viel Glanz, zu viel Zeitlupe – und genau deshalb Kult.

In Deutschland wird „Baywatch“ derzeit unter anderem bei Amazon Prime Video und Joyn gelistet; Kaufoptionen gibt es zusätzlich etwa über Apple TV und Amazon Video. Ach ja, falls jemanden interessiert wie ich auf „Baywatch“ kam? Ganz klassisch: Kürzlich lief im Radio der Titelsong „I’m Always Here“ – und der stammt bekanntlich von Jimi Jamison, der Stimme von Survivor. Danach war mein Weg „zurück nach Malibu“ praktisch vorgezeichnet.

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Review: Monster – Die Ed Gein Story https://www.serieslyawesome.tv/review-monster-die-ed-gein-story/ https://www.serieslyawesome.tv/review-monster-die-ed-gein-story/#comments Wed, 08 Oct 2025 20:22:16 +0000 https://www.serieslyawesome.tv/?p=229271

„Du fasst niemals eine Frau an. Du wirst auch keine heiraten. Und deinen Samen wirst du auch mit keiner teilen. Hast du verstanden? Das ist Sünde, Eddie. Frauen sind Sünde! Geh auf dein Zimmer!“ – Augusta Gein

Dieser Satz seiner Mutter ist das Fundament, auf dem alles ruht. Kein Zufall, dass „Monster – Die Ed Gein Story“ damit eröffnet. Es ist der Moment, in dem sich Eds Welt verengt – auf Schuld, Scham und die unerschütterliche Macht seiner Mutter. Fanatisch. Kontrollierend. Gottesfürchtig. Zerstörerisch. Diese Worte beschreiben Augusta treffend.
Die dritte Staffel von Ryan Murphys True-Crime-Anthologie kehrt damit zurück in die dunkle Provinz des Mittleren Westens, dorthin, wo Monster nicht geboren, sondern erzogen werden.

Charlie Hunnam als Ed Gein

Ich mochte Charlie Hunnam schon in seiner Rolle als Jax Teller in „Sons of Anarchy“. Da war er ein tragischer Rebell mit kultiger Kutte und ausreichend Gewissen. Hier ist davon nichts mehr übrig. Sein Ed Gein ist still, leer, innerlich zerbrochen, fast tot. Ein Mann, der sich ständig entschuldigt, schon fürs Atmen. Augusta trägt daran die Schuld. Hunnam spielt ihn mit viel Kontrolle – kein irrer Killer, sondern ein verirrter Mensch. Dass er für die Rolle sichtbar Gewicht verloren hat, passt zur Figur: körperlich schmal, seelisch ausgehöhlt.

Die Inszenierung betont das: Großaufnahmen seiner Hände, die über Stoffe fahren, über Holz, über Werkzeuge. Diese Hände erzählen mehr als Worte – sie suchen Nähe und verursachen gleichzeitig Grauen. Und was mir wirklich gefiel: Die kurzen Gewaltszenen sind präzise eingesetzt. Kurz, schmerzhaft, aber nicht ausgedehnt. Kein Splatter, kein Selbstzweck. Eher Schock als Spektakel – genau richtig.

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Laurie Metcalf als Augusta Gein

Laurie Metcalf, die viele als Roseannes Schwester Jackie aus der Sitcom „Roseanne“ kennen, spielt hier das komplette Gegenteil: eine herrische, fanatische Frau, die Bibelverse als Waffe benutzt. Laurie spielte in „The Big Bang Theory“ Mary Cooper, die strenggläubige, aber warmherzige Mutter von Sheldon Cooper. Als Augusta ist sie ebenfalls tief religiös – aber ohne jede Wärme. In gewisser Weise könnte man sagen, Augusta ist Mary Coopers dunkler Spiegel: gleiche Bibel, völlig anderer Ton.

Ihr „Nur eine Mutter kann dich lieben!“ ist kein Satz, sondern ein Fluch. Auch ihr ständig heruntergeleiertes „Frauen sind Sünde!“ zählt zu ihren dunklen Mantras – destruktive Glaubenssätze statt heilende. Metcalf schafft das Kunststück, Augusta nicht zur Karikatur werden zu lassen. Sie ist nicht einfach verrückt, sondern überzeugt. Und das macht sie so gefährlich.
Wenn sie nach ihrem Schlaganfall nur noch im Rollstuhl sitzt, bleibt ihre Stimme das lauteste Geräusch im Haus. „Raus aus meinem Stuhl!“ – das hallt noch lange nach, selbst als sie längst tot ist.

Suzanna Son als Adeline

Suzanna Son bringt als Adeline für einen Moment Licht in dieses dunkle Kammerspiel. Eine Frau, die Ed akzeptiert, oder zumindest so tut. Sie teilt seine Faszination für Abgründe, Nazi-Fotos und morbide Comics – und glaubt, ihn damit irgendwie zu verstehen. Aber man ahnt schon, dass dieses Verständnis nur vordergründig exisitiert. Adeline sieht mehr, als sie sollte – und zieht irgendwann ihre eigenen Schlüsse. Eine „echte Beziezhung“ mit Ed führt sie nicht, will sie wohl auch nicht. Zwischen ihnen steht immer die Mutter, unsichtbar, aber allgegenwärtig.
Wenn Adeline geht, ruft Ed hinterher: „Ich liebe sie!“ – und es ist klar, dass er nicht Adeline meint.

Realität, Wahn und überdrehte Ideen

Vieles, was man sieht, spielt sich wahrscheinlich nur in Eds Kopf ab. Die Serie springt zwischen Realität, Wahn und Rückblenden. Das funktioniert über weite Strecken gut, wird aber später zunehmend unübersichtlich.
Ryan Murphy will zu viel: historische Traumsequenzen, Nazi-Feste, Geistermütter, plötzlich auftauchende Filmfiguren – das wirkt oft wie ein Sammelsurium seiner Lieblingsalpträume.
Wenn man mal zwei Sekunden die Jahreszahl-Einblendung verpasst, weiß man nicht mehr, wo man gerade ist – 1930, 1945 oder 1964?

Vom Menschen zum Mythos

Natürlich darf der Verweis auf die Popkultur nicht fehlen: Ed Gein war die Vorlage für Norman Bates in „Psycho“, Leatherface in „The Texas Chainsaw Massacre“ und Buffalo Bill in „Das Schweigen der Lämmer“. Die Serie spielt sogar mit diesen Bezügen, zeigt Anthony Perkins am Filmset von „Psycho“. Das ist kurz interessant, dann aber doch ein bisschen zu dick aufgetragen.
Diese Szenen wirken eher wie Fanservice als echte Analyse. Trotzdem bleibt spannend, wie Gein – dieser unscheinbare Mann aus Wisconsin – zu einem Archetypen des Horrors wurde.

Fazit

Ich hatte ehrlich gesagt keine großen Erwartungen. Murphy hat mit Dahmer und Menendez Brothers schon gezeigt, dass er eher an der Form interessiert ist als am Inhalt. Deshalb habe ich die „Vorgänger“ auch nicht vollständig gesehen, sie fesselten mich weniger. Aber „Monster – Die Ed Gein Story“ funktioniert über weite Strecken trotzdem – vor allem dank Charlie Hunnam.
Er trägt die Serie. Seine Ruhe, seine Körperhaltung, sein ständiges „Nichtwissen, wohin mit sich selbst“ machen die Figur glaubwürdig.

Ich vergebe daher:

Laurie Metcalf ist großartig, Suzanna Son interessant, die Optik stark. Was stört, sind die Übertreibungen: zu viele Visionen, zu viel Symbolik, zu wenig Vertrauen in die eigene Geschichte. Aber wenn die Serie einfach still bleibt, funktioniert sie.

Und ja, die kurzen Gewaltmomente sind richtig dosiert – keine Effekthascherei, sondern notwendiger Bestandteil. Kein Gore-Festival, sondern schmerzhaft präzise.

Passende Fakten noch zum Schluss:
Ed Gein starb 1984 im Mendota Mental Health Institute in Wisconsin. Kein Prozess, kein Heldentod, kein Monsterfinale – einfach ein stilles Ende für einen Mann, der nie wirklich gelebt hat.
Es gibt seriöse, zeitgenössische medizinische Gutachten, die klar belegen, dass Ed Gein psychisch schwer krank war – vermutlich schizophren mit religiös-sexueller Wahnstruktur.
Das „Monster“ war also kein kalter Killer, sondern ein schwer gestörter, isolierter Mensch, der den Kontakt zur Realität verloren hatte.

Bilder: Netflix

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Review: „Black Rabbit“ (Mini-Serie) https://www.serieslyawesome.tv/review-black-rabbit-mini-serie/ https://www.serieslyawesome.tv/review-black-rabbit-mini-serie/#respond Fri, 03 Oct 2025 10:04:30 +0000 https://www.serieslyawesome.tv/?p=229178

„Entschuldigt bitte, ich möchte nur kurz etwas sagen. Für die von euch, die nicht wissen, wer ich bin, verpisst euch. Nein! Ich bin Jake, ja ja, der Laden gehört mir! Wow! Für solche Partys wurde Black Rabbit aufgebaut! Ein Ort, wo dich die Nacht in jede Richtung führen kann… Also. Was auch immer kommen mag, ich möchte, dass ihr euch hier zu Hause fühlt. Denn ihr alle seid meine Familie!“ – Jake Friedkin

Dieser Monolog von Jake setzt gleich zu Beginn den Ton: ein bisschen Größenwahn, ein bisschen Verheißung, und viel von der toxischen Wärme, die die neue Netflix-Serie „Black Rabbit“ so stark prägt. Worum es geht: Jake führt einen Hotspot der Nex Yorker Restaurant- und Clubszene, das „Black Rabbit“. Während er Pläne über Expansion und Eröffnungen von neuen Restaurants hegt, erscheint sein Bruder Vince auf der Bildfläche, dessen Spielsucht noch eines der kleinsten Probleme ist. Er setzt eine Abwärtsspirale in Gang, die im Laufe der Serie auch Jakes Welt aus den Angeln hebt.

Atmosphäre & Grundstimmung

Black Rabbit kam bei mir an wie eine Jazz-Nummer in einer verrauchten Bar: elegant, düster, undurchsichtig. Kameraarbeit, Soundtrack und Lichtgestaltung erschaffen eine Welt, die gleichzeitig modern, aber dennoch aus der Zeit gefallen wirkt.

Ein Detail, das perfekt ins Noir-Feeling passt: In den Szenen rund um Coney Island sitzt das Duo in einem klassischen Jaguar XJ Series III (XJ6). Der britische Salonlöwe rollt so elegant durchs Bild, dass er fast selbst eine Nebenrolle spielt – ein Auto, das zeitlose Klasse mit einer Spur Dekadenz verbindet.

Zeit als eigenes Spiel

Die Serie springt mutig zwischen Zeitebenen – mal Monate, mal Jahre zurück. Vorwärts, rückwärts, immer wieder. Wer die kurzen 2-Sekunden-Einblendungen übersieht, weiß oft nicht sofort, in welchem Jahr man gelandet ist. Das ist herausfordernd, verstärkt aber auch das Gefühl, dass Vergangenheit und Gegenwart untrennbar ineinandergreifen. Mir hat’s gefallen, weil es die Fragilität der Figuren spiegelt – aber man muss aufmerksam bleiben, sonst verliert man schnell den Faden.

Und genau in so einer Sequenz erklingt „We’ve Been Had“ von The Walkmen – ein Song, der wie gemacht scheint für diese Welt: ein bisschen entrückt, ein bisschen trotzig, voller unterschwelliger Melancholie. Er gibt den Rückblenden eine eigene Schwere, fast so, als würde die Vergangenheit selbst das letzte Wort behalten.

Die Figuren, die im Dunkeln leuchten

Jake Friedkin (Jude Law)

Jude Law mochte ich immer schon, und auch hier trägt er wieder jede Szene mit dieser Mischung aus Charisma und unterschwelliger Bedrohung. Wer ihn zuletzt als jungen Albus Dumbledore in der Phantastische Tierwesen-Reihe gesehen hat, wird überrascht sein, wie mühelos er zwischen Mentor mit großem Ethos und moralisch fragwürdigem Strippenzieher wechseln kann. Seine Figur in Black Rabbit bewegt sich wie jemand, der mehr weiß, als er preisgibt, und trotzdem immer ein Stück Abgrund im Blick hat. Dabei schwingt unweigerlich Nietzsches berühmte Warnung mit: „

„Und wenn du lange in einen Abgrund blickst, blickt der Abgrund auch in dich hinein.“

Jude Law verkörpert Jake mit einer Intensität, die einen fesselt. Jake ist das emotionale Gegengewicht zu Vince: Er trägt Verantwortung, ringt aber ständig mit seinen eigenen Grenzen. Zwischen Bruderloyalität und Selbstschutz steckt er in einem Dilemma, das die Serie klug auslotet. Sein Ausbruch gegenüber Vince bleibt unvergessen:

„Du bist kein verdammter Pionier, Vince. Nur ein Brandstifter, sonst nichts!

– ein Satz, der das zerstörerische Muster zwischen den Brüdern prägnant offenlegt.

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Vince (Jason Bateman)

Und dann ist da Vince – Jason Bateman legt diese Figur so an, dass man sich nie sicher ist, ob man ihn bemitleiden, verachten oder einfach nur verfluchen soll. Ein Getriebener, der so viel Unsinn und Müll verzapft, dass man ihn zwischendurch regelrecht vom Bildschirm wegwünschen möchte – sprich: den Tod auf den Leib. Dabei ist er das perfekte Gesicht für eine Figur, die zwischen Spielsucht, Schulden und Selbstzerstörung taumelt. In Deutschland sind laut aktuellen Zahlen rund 1,3 bis 1,4 Millionen Menschen glücksspielsüchtig, weitere drei Millionen gelten als problematische Spieler. Vince wirkt wie die Verdichtung genau dieser Realität: jemand, der glaubt, er könne das große Spiel noch gewinnen, während längst alles den Bach runtergeht.

Wer Bateman in „Ozark“ gesehen hat, erkennt sofort die Parallelen: Schon dort spielte er einen Mann, der sich in ein Netz aus Schulden, Lügen und Verbrechen verstrickte. Doch während Ozarks Marty Byrde kühl kalkulierte, taumelt Vince hier oft kopflos – und genau das macht ihn so tragisch.

Besonders stark wird das in einer Szene, in der er Jake entgegenschleudert:

„Hör bloß auf. Du bist ein Egoist. Und weißt du, warum du egoistisch bist? Weil du es nicht ertragen kannst, dass ich der mit dem Talent bin.“

Diese Worte sitzen nicht nur bei Jake, sondern auch beim Publikum – sie verdichten den Kern des Bruderduells: verletzte Eitelkeit, Neid, Abhängigkeit.

Joe Mancuso (Troy Kotsur)

Oscar-Preisträger Troy Kotsur verkörpert den Kredithai und Mob-Boss Joe Mancuso. Taub, kommunizierend in Gebärdensprache – und dabei gefährlicher als viele schreiende Gangster. Wer Kotsur aus „CODA“ kennt, wo er den liebevollen, aber wortkargen Vater spielte, erlebt hier eine völlig andere Facette: dieselbe Präsenz, dieselbe Ausdrucksstärke – aber in den Dienst eines Mannes gestellt, der Respekt erzwingt. Jede Geste, jeder Blick sitzt. Er ist die stille Gewalt im Hintergrund, der Strippenzieher, der nicht schreien muss, um gehört zu werden.

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Junior (Forrest Weber)

Ganz anders sein Sohn Junior. Er will unbedingt Anerkennung und Einfluss, ist impulsiv, laut, oft überheblich. Wer die „Sopranos“ kennt, erkennt sofort den Archetyp des ungestümen Mafia-Erben: zu ehrgeizig für sein eigenes Wohl, zu ungestüm, um langfristig zu denken. Während der Vater Strategie verkörpert, ist Junior die Faust, die vorschnell zuschlägt. Dieses Spannungsfeld zwischen kühler Kontrolle und jugendlicher Ungeduld bringt eine Dynamik in die Serie, die immer wieder eskaliert. Junior ist dadurch zwar anstrengend, aber dramaturgisch hochinteressant, weil er genau das Chaos einlädt, das alle anderen zu vermeiden versuchen.

Herz und Abgrund der Serie: Die Friedkin-Brüder

Am Ende dreht sich Black Rabbit immer wieder um Jake und Vince. Jude Law und Jason Bateman verkörpern dieses toxische Duo mit solcher Wucht, dass alles andere – Mafia, Drogen, Machtspiele – nur Kulisse für ihr Drama wirkt. Jake, der versucht, Ordnung zu halten, und Vince, der sie ständig zerstört. Loyalität gegen Selbstzerstörung, Verantwortung gegen Eskapismus. Egal welchen Mist Vince baut – Jake steht zu ihm. Genau darin liegt die Tragik: Blut ist dicker als Wasser, und manchmal führt genau das beide tiefer in den Abgrund, aus dem sie sich retten wollen.

Stärken & Schwächen kurz und bündig:

Pluspunkte:

– Der Stil: Es wirkt nie „gemacht“, sondern erfüllt fas Genre „Noir“.

– Figuren mit Ecken und Kanten.

– Die Spannung liegt oft im Schweigen.

Kritik:

– Manche Szenen werden künstlich in die Länge gezogen

– Die Handlungsfäden bleiben (noch) lose.

– Die Zeitsprünge sind packend, aber teilweise schwer zu folgen.

Ich vergebe daher:

Fazit

Black Rabbit ist keine Serie für nebenbei. Sie verlangt Aufmerksamkeit, Geduld und die Bereitschaft zum Hinsehen. Dafür gibt sie zurück: dunkle Poesie, moralische Grauzonen, Figuren, die man nicht vergisst.

Und auch wenn die Serie viele Themen streift – von Drogen- und Alkoholmissbrauch über sexuelle Übergriffe bis hin zu frisierten Geschäftsbüchern und dem ewigen Spiel von mehr Schein als Sein – bleibt am Ende vor allem eins hängen: die Brüder. Jake und Vince sind das Herz der Serie, und sie zeigen, dass Blut manchmal nicht nur dicker als Wasser ist, sondern auch schwerer als Blei.

Bilder: Netflix

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„7 vs. Wild Teams“ Review & Ranking: Bewertung der Staffel und der Teams https://www.serieslyawesome.tv/7-vs-wild-teams-review-ranking-bewertung-der-staffel-und-der-teams/ https://www.serieslyawesome.tv/7-vs-wild-teams-review-ranking-bewertung-der-staffel-und-der-teams/#comments Sat, 30 Dec 2023 11:01:29 +0000 https://www.serieslyawesome.tv/?p=200496 Vieles war neu in der 3. Staffel von „7 vs. Wild“: Teams statt Einzelkämpfer, 14 statt 7 Tage, Premiere auf Amazon freevee statt YouTube. Vielleicht ein bisschen viel Veränderung für die einen, auf der anderen Seite macht es natürlich auch Sinn, das Konzept immer mal zu variieren, bevor es langweilig wird. Viel hängt natürlich auch von Location und Teilnehmenden ab. Derweil die Nicht-freevee-Nutzer:innen also noch vor den finalen Folgen stehen, gehe ich hier schonmal ins Review und bewerte sowohl die Staffel als auch die Teams.

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„7 vs. Wild Teams“: Location und Setting der 3. Staffel

Zunächst zum Konzept: Bei „7 vs. Wild“ werden Einzelkämpfer:innen (in den Staffeln 1 und 2) oder Teams (Staffel 3) in der Wildnis ausgesetzt und müssen fast ohne Hilfsmittel 7 Tage (wieder Staffeln 1 und 2) bzw. 14 Tage (in dieser Staffel) überstehen – oder „überleben“, wie es in der offiziellen Beschreibung heißt. Sie müssen sich Nahrung selber suchen, einen Unterschlupf bauen und vor allem mit der Abgeschiedenheit zurecht kommen. Staffel 1 fand 2021 in Schweden statt, Staffel 2 2022 in Panama, jetzt war British Columbia in Kanada an der Reihe für die Team-Staffel 3.

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Und dieser 3. Staffel ist ja ein langer Vorlauf in Sachen Kandidat:innen-Suche vorausgegangen. Organisator Fritz Meinecke hatte über Wochen in seinen Videos darüber sinniert, wer denn wohl dabeisein könnte. Das war nicht immer realistisch, wie die Absagen von MontanaBlack und Elotrix, Joko Winterscheidt und Klaas Heufer-Umlauf sowie Vanessa Blank und Survival Lilly gezeigt haben. Mir war dieses wochenlange Spekulieren auch etwas zu anstrengend und ich war froh, als endlich alle Teams feststanden. Als Location wurde Kanada ausgesucht, und wenn man sich die Spots so anschaut, kann man schon sagen, dass das Orga-Team eine gute Auswahl getroffen hat. Die Spots waren abwechslungsreich mit Küstenstreifen und Hinterland, Flüssen und Seen – und mit größeren Tieren, was hier und da für einen gewissen Spannungseffekt gesorgt hat. Natürlich konnten nicht alle Spots gleich sein, aber man muss schon sagen, dass die Teams mitunter recht unterschiedliche Voraussetzungen hatten. Fritz Meinecke und Survival Mattin zum Beispiel hatten einen recht herausfordernden Spot zugeteilt bekommen, Hannah Assil und Affe auf Bike dagegen einen gefühlt eher dankbaren Spot. Klar, die Teams sind natürlich mit unterschiedlichen Vorerfahrungen in das Projekt gegangen, und man hatte schon das Gefühl, dass man die Spots je nach „Survival-Level“ der Kandidat:innen zugeteilt hat. Sicher hätte jedes Team beim Spot von Fritz und Mattin keine 14 Tage durchgehalten, auf der anderen Seite hätte wohl jedes Team den Spot von Hannah Assil und Affe auf Bike geschafft – beides nicht so gut für die Dramaturgie der Staffel.

Amazon freevee vs. YouTube

Apropos Dramaturgie – 16 Folgen sind’s insgesamt geworden. Jeweils dienstags und freitags wurde eine etwa einstündige Folge ausgetrahlt. Derweil am Anfang pro Folge maximal ein halber Tag abgefrühstückt wurde, gab’s am Ende locker 2 Tage pro Folge. Das lag sicher auch daran, dass das Teilnehmer:innen-Feld bis dahin recht ausgedünnt war; außerdem war das Ankommen, das Erkunden und das Zurechtfinden in den ersten Stunden und Tagen spannender als die Routinetätigkeiten zum Ende. Von daher hat der Zusammenschnitt der Ereignisse für mich ganz gut gepasst. Neu war, dass man „7 vs. Wild“ auf Amazon freevee sehen konnte – sogar exklusiv, vor der Veröffentlichung bei YouTube. Das hat nicht jedem gefallen, weder bei den Zuschauer:innen noch bei den Teilnehmenden, die jede Folge bei YouTube gerne mit der eigenen Community geschaut hätte. Wer sich für den YouTube-Weg entschieden hat, befindet sich aktuell also wie gesagt m letzten Drittel der Staffel, derweil freevee-Zuschauer:innen bereits wissen, wer es geschafft hat. Zufrieden sein dürften letztelich dennoch alle: Amazon freevee hatte zwischendurch Zahlen bekanntgegeben: 27 Millionen Streams gab’s für die ersten 9 Flgen, allein die erste Folge hatte 2 Millionen Streams abgeräumt. Aber: Die erste Folge der 2. Staffel bei YouTube hatten seinerzeit 4,5 Millionen gesehen, immer bezogen auf die ersten 48 Stunden. Was alle versöhnen dürfte: Bei YouTube kamen zu Staffel 3 nochmal soviel Views auf YouTube zusammen, 1,5 Millionen zu Folge 1 der 3. Staffel – da sind also mutmaßlich ziemlich viele dabeigewesen, die sich die freevee-Ausstrahlung gespart haben und auf YouTube gewartet haben.

Und auf YouTube ist natürlich trotzdem noch einiges Exklusives zu sehen gewesen – Behind-the-Scenes-Videos, Reaction-Videos und einiges mehr, so dass man wieder viele Stunden mit „7 vs. Wild“ verbringen konnte, wenn man wollte. Mir wäre das alles zuviel gewesen, und so war es auch etwas schade, dass man beim einfachen Schauen der Staffel nicht mehr mitbekommen hat. Ich fand’s zum Beispiel schade, dass mit Aufgabe eines Teams nichts mehr von den Teilnehmenden zu sehen war. Ich hätte mir wenigstens gewünscht, dass man sie bei der Ankunft im Basiscamp zeigt, und dass man sie kurz etwas zu den Erfahrungen sagen lässt. Schade fand ich auch, dass man nicht wusste, was die Teams in ihren Flaschen an Utensilien dabei haben. Das hätte man ruhig einmal zeigen können – so war man immer wieder überrascht, wenn plötzlich jemand Maggi-Würfel in der Hand hatte oder eine passable Angelausrüstung. Aber abgesehen davon war es eine abwechslungsreiche Staffel mit hauptsächlich unterhaltsamen Teams. Apropos – zu den Teams muss ich am Ende auch noch ein bisschen was sagen. Ich habe sie mal nach Unterhaltsamkeit sortiert – vollkommen subjektiv natürlich; wenn Ihr eine andere Reihenfolge besser finden würdet, dann gerne in die Kommentare damit.

„7 vs. Wild Teams“ Ranking der Teams

7. Hannah Assil und Affe auf Bike

Für mich definitiv das am wenigsten unterhaltsame Team – was sich auch dadurch ausgedrückt hat, dass das Team in den ersten Folgen eine Screentime von vielleicht drei Minuten pro Folge hatte. Auch später, als weniger Teams da waren und man mehr zeigen musste/konnte, wurde es nicht wirklich spannender. Etwas unfair wurd’s für mich am Ende noch, als die beiden ein verlassenes Basislager fanden und sich dort munter an Alltagsgegenständen bedienten. War mir insgesamt leider zu unsympathisch.

Hannah-Assil-und-Affe-auf-Bike

6. Gerrit und Andreas alias Naturensöhne

Leider nur kurze Zeit dabei, und dabei auch nicht so wirklich unterhaltsam. Das Einzige, was einem von den beiden in Erinnerung bleibt, ist vermutlich die etwas verunglückte Aussprache von ‚Bear‘ als ‚Bier‘. Naja.

Gerrit-und-Andreas-alias-Naturensoehne

5. Fritz Meinecke und Survival Mattin

Leider, leider waren die beiden extrem schnell raus. Survival Mattin ging’s nicht gut, wobei ich mich schon gefragt habe, warum er in dem Zustand überhaupt mitgemacht hat. Für meinen Geschmack haben sie an ihrem – definitiv sehr herausfordernden Spot – dann auch zu früh aufgegeben. Vielleicht hätte es Fritz auch einfach alleine weiter probieren können. Es hieß zwar, dass „7 vs. Wild“ für ein Team beendet ist, sobald einer der beiden aufgibt, aber dass man dann außer der Konkurrenz solo weitermachen kann, hat ja auch ein anderer Teilnehmer gezeigt.

Fritz-Meinecke-und-Survival-Mattin

4. Trymacs und Rumathra

Haben ironischerweise am gleichen Spot aufgegeben wie Fritz und Mattin. Ich denke, sie hätten die 14 Tage geschafft, wenn sie einfach an ihrem Spot geblieben wären. Es fühlte sich aber auch schon so an, dass die ganz große Lust nicht mehr da war, nochmal ein paar Tage dranzuhängen. Dafür hat das Team aber für einige Unterhaltung gesorgt – das ständige Optimieren des Shelters zum Beispiel, die weiten Wanderungen entlang der Küste oder die Schnitzereien.

Trymacs-und-Rumathra

3. Papaplatte und Reezemann

Eine tolle Leistung, dass beide durchgehalten haben, weil beide zwischendurch mentale Durchhänger hatten. Aber sie haben die Herausforderung angenommen und sich aus dem Tief gekämpft – das fand ich ziemlich beeindruckend. Außerdem haben sie recht unterhaltsamen Content geliefert – dazu zählt auch der Umzug am letzten Abend, wo sie das Basislager sorgfältig zurückgebaut haben und es sich am Strand „gemütlich“ gemacht haben.

Papaplatte-und-Reezemann

2. Knossi und Sascha Huber

Bei dem Team konnte man praktisch davon ausgehen, dass sie jede Menge Unterhaltung liefern würden. Ich hätte geschätzt, dass Knossi und Sascha die meiste Screentime aller Teams gehabt hätten – dem war aber nicht so, siehe unten. Außerdem gab es da ja einen Vorfall, bei dem die beiden gegen die Regeln verstoßen haben – mehr dazu in meinem TV-Aufreger der Woche. Die eine oder andere Sache war vielleicht ein bisschen zu viel Show, aber dafür entschädigen die 2, 3 Sätze der beiden, die in Erinnerung bleiben dürften: „Wir zeigen Euch – Survival“ und „Willenskraft – wie Wolf“.

Knossi-und-Sascha

Joey Kelly und Lars Jan Lange

Tja, das spontane Zusammenfinden der beiden kurz vor Start der Staffel (Jan ersetzte Andreas Kieling) war sicher ein Glücksfall für die Staffel. Die ruhige Art von Joey und die Lebendigkeit von Jan haben sich perfekt ergänzt. Ich mochte natürlich vor allem den Ruhrpott-Charme von Jan. Joey hat immer sorgfältig erklärt, was zu tun ist, Jan hat gemacht. Witzig war natürlich, dass Joey Jan zwischendurch mal mit Lars angesprochen hat. Auch die beiden haben sich intensiv mit dem Spot auseinandergesetzt und richtig was aus dem Spot gemacht. Gefallen hat mir die gegenseitige Wertschätzung der beiden. Schade, dass Jan am Ende keine Lust mehr hatte und das Projekt beendet hat. Joey hat dann alleine weiter gemacht – auf dieses Special der Zusammenfassung seiner restlichen Tage freue ich mich schon.

Joey-Kelly-und-Jan-Lange

Fazit „7 vs. Wild Teams“ und Ausblick auf eine 4. Staffel

Kommen wir noch zur Screentime der Teams: Da landen Sascha und Knossi überraschend nicht ganz vorne. Nach der Aufstellung, die ich bei INGAME gefunden habe, waren gleich drei Teams häufiger zu sehen:

Papaplatte und Reeze: 3:02:06 Stunden (19,2 %)
Hannah und Affe auf Bike: 2:54:22 Stunden (18,4 %)
Trymacs und Rumathra: 2:49:36 Stunden (17,9 %)
Sascha und Knossi: 2:32:27 Stunden (16,1 %)
Joey und Jan: 1:47:28 Stunden (11,3 %)
Naturensöhne: 1:23:00 Stunden (8,8 %)
Fritz und Mattin: 1:18:03 Stunden (8,2 %)

Insgesamt eine gelungene Staffel mit jeder Menge Unterhaltung am Anfang und etwas zähem Endspurt. Nach dem etwas behäbigen Ermitteln der Teilnehmenden kann man jetzt sagen, dass die Auswahl definitiv gelungen war. Es waren sehr unterschiedliche Teams mit interessanten Charakteren dabei – das wäre vermutlich nicht viel besser geworden, wenn eines der anderen Teams nicht abgesagt hätte, die im Vorfeld zur Diskussion standen.

Ich bin gespannt, was sich das Orga-Team für eine 4. Staffel ausdenken wird. Natürlich könnte man die Lehren aus dieser Staffel ziehen und ein weiteres Team-Event planen. Dieses Mal hatte man ja auf Tages-Challenges verzichtet – das fand ich n der Staffel davor recht reizvoll. Cool fänd ich für eine weitere Staffel zum Beispiel eine Art Challenge, bei der sich die Teams auf die Suche nach anderen Teams begeben müssen. Oder Teams dürfen sich nicht von anderen Teams finden lassen. Vielleicht wäre auch eine Art Schnitzeljagd ganz unterhaltsam. Oder man sucht nochmal nach einer extremeren Location – es muss ja nicht gleich das ewige Eis wie bei Ottos „Arctic Warrior“ sein (was übrigens nicht so unterhaltsam war, weil’s einfach auch zu lange gedauert hat, bis es wirklich los ging und dann im Eis recht lahm war). Es gibt also noch einige Potenziale – wenn Ihr Ideen habt, auch gerne in die Kommentare damit.

Bilder: freevee

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Review: Riverdale – Staffel 7 https://www.serieslyawesome.tv/review-riverdale-staffel-7/ https://www.serieslyawesome.tv/review-riverdale-staffel-7/#respond Fri, 25 Aug 2023 10:02:19 +0000 https://www.serieslyawesome.tv/?p=193946 Nach 7 Staffeln ist nun endgültig Schluss mit den Geschichten aus Riverdale. Im Finale verschlägt es Archie und seine Freunde in die prüden 1950er Jahre, wo die Teenager:innen ihre ersten sexuellen Erfahrungen machen und dabei auf einige Widerstände stoßen.

Riverdale-S07

Nach den übernatürlichen Geschehnissen in Staffel 6 gelangen der Rotschopf Archie und die restlichen Bewohner:innen von Riverdale ins Jahr 1955. Lediglich Jughead und seine Freundin Tabitha erinnern sich noch an ihre Zeit in der Gegenwart. Der Schritt zurück in die Vergangenheit ermöglicht es den Macher:innen, für ihr letztes Kapitel einen neuen Status Quo zu etablieren, der näher an den Archie-Comics ist als bislang. Außerdem stehen weniger die Mystery-Fälle im Fokus, sondern der Alltag der Schüler:innen an der Riverdale High. Archie wird als Naivling dargestellt, der auf Geheiß seines Onkels dem Basketballteam beitritt, aber eigentlich viel lieber Gedichte schreiben würde. Die jungen Dichter der Beat Generation, darunter Allen Ginsberg, sind auf dem Vormarsch und werden zu Archies Vorbildern. Seine Lehrerin Miss Grundy (ja, genau, Archies erste Liebe aus Staffel 1) ermutigt ihn zum Schreiben. Seine Nachbarin Betty entdeckt durch ein Sachbuch die Vielfalt der Sexualität und möchte mit ihrem Freund Kevin den nächsten Schritt wagen. Der hat allerdings wenig Interesse an der Blondine, tut sich aber schwer, offen mit seiner sexuellen Orientierung umzugehen. Das ändert sich, als er den charmanten Clay kennenlernt. Betty zeigt Verständnis und hat schnell ein Auge auf Archie geworfen, was kurz darauf zu einer amüsanten Striptease-Einlage an den Fenstern der beiden führt. Ihre Mutter ist davon wenig begeistert und verdonnert sie zu einem Auftritt im Fernsehen, bei dem Betty ihr Kleid hochzieht und die Zuschauer:innen in Schockstarre versetzt. Später setzt sie sich mehr und mehr für die Selbstbestimmung der Frau ein und schreibt unter Pseudonym einen Sexualratgeber.

Riverdale-S07-Betty

Insgesamt gelingt es der Staffel gut, die 1950er Jahre in Szene zu setzen und Bezüge zu realen Ereignissen herzustellen. Das Setting von „Riverdale“ wirkte schon immer etwas aus der Zeit gefallen, aber nun scheinen die Kleidungsstile und die Ausstattung besser ins Gesamtbild zu passen. Während die Rassentrennung weitgehend ausgespart bleibt, werden der allgemeine Konservatismus der Gesellschaft, die Angst vor dem Kommunismus und der Bau der Atombombe thematisiert. Als Mitte der 50er Jahre der Psychiater Fredric Wertham mit seinem Buch „Seduction of the Innocent“ Comics als jugendgefährdend einstufte, führte dies zu einem Umbruch in der Comicbranche. In „Riverdale“ wird diese reale Situation aus der Sicht von Jughead aufgegriffen. Zusammen mit Ethel heuert der junge Autor beim örtlichen Verlag Pep Comics an, um unter anderem Namen gruselige Geschichten zu schreiben. Schuldirektor Featherhead kommt dahinter und setzt alles daran, dies zu verhindern. Meine persönliche Lieblingsfolge ist auch Episode 5 („Unfug und Chaos“), die mit schaurig-schönen Geschichten im Stil von „Geschichten aus der Gruft“ aufwartet.

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Natürlich darf auch der typische Unsinn nicht fehlen. So eröffnet Veronica (mit 16 Jahren) ihr eigenes Kino und verdreht Männern und Frauen den Kopf. Kevin und Clay inszenieren derweil ein Schulmusical („Archie the Musical“). Die obligatorische Episode mit fröhlichen Musikeinlagen hat laut IMDb-Rating am schlechtesten abgeschnitten (derzeit bei 4,9). Mir hat die Folge wieder sehr gut gefallen, da sie die leichten Längen in der Mitte der Staffel wieder auflockert. Bevor es dann gegen Ende sehr rührend wird. Tebitha spielt Jughead ein Video aus der Gegenwart vor und weckt so sein Gedächtnis. Allerdings führt diese Erkenntnis nicht zu einem erneuten Zeitsprung ins Heute, sondern die Bewohner:innen verbleiben in der Zeitlinie. In der letzten Episode („Auf Wiedersehen, Riverdale“) treffen wir auf eine gealterte Betty, die noch einmal in das Riverdale des Jahres 1957 zurückkehren darf – das letzte Jahr an der Riverdale High. Zusammen mit Jughead wird das Leben der Menschen, die uns über 137 Folgen hinweg ans Herz gewachsen sind, nachgezeichnet und ihr weiterer Lebensweg ausgebreitet. Und wenn die roten Neonlichter von Pop’s Chock’Lit Shoppe ein letztes Mal die Gesichter der vier Freunde erhellen, dürfte jedem Fan ein wenig warm ums Herz werden.

„Immerhin war’s eine traumhafte Zeit.“ – Al Fieldstone

Fazit

Zum Schluss hin gelingt es den Macher:innen mit einer kleinen Neuausrichtung eine gelungene emotionale Geschichte über das Erwachsenwerden, Toleranz und das Leben in einer (fiktiven) amerikanischen Kleinstadt zu erzählen – warum nicht gleich so.

Bilder: The CW

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Rewatch-Review: Black Mirror S03E03 ‒ „Shut Up And Dance“ https://www.serieslyawesome.tv/rewatch-review-black-mirror-s03e03-%e2%80%92-shut-up-and-dance/ https://www.serieslyawesome.tv/rewatch-review-black-mirror-s03e03-%e2%80%92-shut-up-and-dance/#respond Sun, 09 Jul 2023 09:04:10 +0000 https://www.serieslyawesome.tv/?p=192166 Lange ist es her, als „Black Mirror“ in aller Munde war. Auch ich war damals immer gespannt, welche düstere Zukunftsszenarien und negative Auswirkungen im Technologiezeitalter thematisiert werden. Keine Frage, die britische Science-Fiction-Serie von Charlie Brooker hatte etwas Besonderes, Außergewöhnliches, Beklemmendes ‒ bei mir wie bei vielen hielt das bis zur Staffel 4 und 5. Nicht umsonst zählen die neueren Geschichten zu den schlechtesten Folgen der ganzen Reihe. Vielleicht ganz gut, dass die 5. Staffel nur 3 Folgen lange war.

Zeit für Black Mirror Staffel 6?

Somit war die Vorfreude auf die aktuelle Staffel bei mir so gering, dass ich bis jetzt noch nicht reingeschaut habe. Das soll sich mit diesem Rewatch-Review ändern. Dazu habe ich mir eine Folge aus der Mitte der Staffelreihen geschnappt und gestern Abend erneut angeschaut.

Staffel 3, Folge 3: Shut Up And Dance (Mach, was wir sagen)

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Soweit ich mich erinnere, war diese Episode beim ersten Mal traurig, aber auch mitfühlend. Denn Kenny, ein unscheinbarer Teenager, hatte etwas von einem kleinen Bruder, den man vor den Tyrannen am Arbeitsplatz beschützen möchte. Ein netter Junge, nur etwas schüchtern, unbeholfen im Umgang mit Frauen, dem vielleicht einfach ein Mentor fehlt. Und was macht ein junger Mensch, der allein in seinem Zimmer ist und einen Computer hat? … Genau!

„Jerking off. Jerking off to porn or something? Well, everyone does that. The fucking pope probably does that.“ – Hector

So weit, so normal ‒ denkt man sich am Anfang noch. Dabei wurde er allerdings von unbekannten Hackern über die Notebook-Kamera gefilmt und nun erpresst. Verständlich, dass für ihn dabei eine Welt zusammenbricht. Als Erwachsener denkt man sich in diesem Moment noch: Na und? Das macht doch jeder! Dann sollen die Erpresser das Video eben posten. Nicht so schlimm! So sieht es auch Hector, ein Familienvater, der seine Frau betrogen hatte und nun von „denen“ ebenfalls erpresst wird. Jedoch hat Kenny nicht nur irgendeinen Porno geschaut, sondern einen mit Minderjährigen ‒ jetzt ist auch klar, warum er sich wortwörtlich in die Hosen macht, während er gemeinsam mit Hector eine Bank überfallen soll.

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Die schauspielerischen Leistungen der Hauptdarsteller in dieser Episode sind hervorragend. Alex Lawther verkörpert Kenny auf eine Art und Weise, die uns zwischen anfänglichem Mitgefühl und doch etwas Abscheu am Ende hin- und hergerissen lässt. Ebenso brillant ist Jerome Flynn als Hector, der später von den Hackern vor seiner Frau enttarnt wird. Und auch Kennys Geheimnis kommt ans Licht, als er nach einem Kampf auf Leben und Tod von der herbeigerufenen Polizei verhaftet wird und sein Video trotz Absprache im Netz landet.

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Stark ist auch die Inszenierung von „Shut Up And Dance“. Die düstere und bedrohliche Atmosphäre der Episode wird durch geschickte Kameraeinstellungen und dunkle Beleuchtung verstärkt. Den Regisseuren James Watkins und Charlie Brooker gelingt es, uns in die Welt der Protagonisten einzutauchen und uns an der Entwicklung der Ereignisse teilhaben zu lassen.

Allerdings ist die Geschichte aus dem Jahr 2016 inzwischen etwas verblasst. Im Vergleich zu anderen Folgen von Black Mirror ist sie etwas vorhersehbar und eintönig. Die Erpressung am Ende und die Aufklärung von Kennys Geheimnis ist rückblickend doch keine überraschende Wendung. Beim zweiten Mal Schauen wird das noch deutlicher. Dennoch vermag „Shut Up And Dance“ durch seine beklemmende Atmosphäre und die beeindruckenden schauspielerischen Leistungen zu fesseln.

Eure Lieblingsfolge von Black Mirror?

Vielleicht schaue ich mir noch die allgemein besten Folgen wie “San Junipero” oder “The National Anthem” an. Wenn ihr vor meinem persönlichen Start der 6. Staffel noch Episodentipps habt, lasst es mich wissen. Welche Folge schaut ihr noch am liebsten?

Wirst du erpresst oder gemobbt? Lass dir helfen!

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Mobbing und Erpressung sind ernsthafte Probleme, die jeden treffen können. Wenn du selbst betroffen bist oder jemanden kennst, der Hilfe benötigt, suche Unterstützung. Es gibt zahlreiche Organisationen und Hilfsangebote, die in solchen Situationen helfen.

Eine Möglichkeit ist die Webseite „Recht relaxed„, die Informationen und Hilfe bei Mobbing und Erpressung bietet. Dort findet ihr nützliche Ratschläge, Kontakte zu Beratungsstellen und weitere Ressourcen, die euch bei der Bewältigung dieser schwierigen Situationen helfen können.

Bilder: Netflix

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Zu viele schlechte Bewertungen für „Herr der Ringe“-Serie: Amazon sperrt Bewertungsfunktion https://www.serieslyawesome.tv/zu-viele-schlechte-bewertungen-fuer-der-herr-der-ringe-amazon-sperrt-bewertungsfunktion-fuer-die-serie/ https://www.serieslyawesome.tv/zu-viele-schlechte-bewertungen-fuer-der-herr-der-ringe-amazon-sperrt-bewertungsfunktion-fuer-die-serie/#comments Wed, 07 Sep 2022 14:29:44 +0000 https://www.serieslyawesome.tv/?p=173965 Dass die Serienproduktion zu „Der Herr der Ringe – die Ringe der Macht“ kontrovers diskutiert werden würde, war Amazon Prime Video vermutlich schon lange klar. Tolkiens Werk schart eine große Fangemeinde hinter sich, die Ansprüche sind hoch, die bisherige Bewegtbild-Umsetzung zu dem Tolkien-Universum mit den drei „Herr der Ringe“-Filmen und den „Der Hobbit“-Filmen hatte zudem mitunter sehr gut vorgelegt.

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Seit dem Start der Serie am 2. September 2022 hat Amazon jetzt aber Gewissheit: Die Fangemeinde ist extrem groß – 25 Millionen Zuschauer haben die erste Folge am Starttag gesehen -, scheint größtenteils nicht abgeholt, die Lawine der schlechten Bewertungen ist losgetreten. Das „Review Bombing“ war zuviel für den Amazon-Konzern: Um nicht noch tiefer in der Bewertung der Serie zu stürzen, hat Amazon die Bewertungsmöglichkeit zur Serie in den USA gesperrt. Bewerten kann man theoretisch zwar immer noch – nur nimmt sich Amazon jetzt laut „The Hollywood Reporter“ 72 Stunden Zeit, die Kritiken zu prüfen – und unter Umständen gesperrt zu lassen. Sterne vergeben ist nicht mehr – vorerst. Nicht gesperrt ist übrigens die Bewertungsfunktion auf IMDb – was ja auch zu Amazon gehört.

Unabhängig davon, ob die Serie nun gut ist oder nicht – wir haben hier ein entsprechendes Review veröffentlicht – geht es vielen Zuschauern offensichtlich um ganz andere Themen. Amazon hat ein wenig am Diversitätsregler gedreht, wie es Thomas Klingenmaier für die Stuttgarter Zeitung so schön formuliert hat. Schwarze Hobbits? Dunkelhäutige Elben? Daran scheiden sich derzeit wohl vor allem die Geister beim Blick auf die Serienumsetzung, was allein schon deswegen einigermaßen merkwürdig wirkt, da es sich bei Tolkiens Welt doch um eine reine Fantasiewelt handelt. Nach den ersten Wellen der Empörung bei Twitter haben sich die Unmutsbekundungen offensichtlich auf den Bewertungsbereich zur Serie verlagert.

Neil Gaiman, Autor und aktuell Showrunner der Netflix-Serie „The Sandman“ und selbst vielfach im Verteidigungsmodus zur serialen Umsetzung der Graphic Novel, weist darauf hin, dass die vermeintlichen Fans von Tolkiens Werk, die sich jetzt echauffieren, selbst wohl nicht so ganz quellenfest sind, da in Tolkiens Texten durchaus auch Hinweise zu unterschiedlichen Hauttönen im Land der Hobbits zu finden sind.

Dass zwischen Fan-Empfinden und tatsächlicher Qualität ein Unterschied liegt, deutet ein Blick auf andere Plattformen an. Auf Rotten Tomatoes erhält die Serie von ‚professionellen‘ Kritikern eine Zustimmung von 84 Prozent, von Nutzen lediglich 38 Prozent – auch hier dürften sich inzwischen viele Trolle tummeln. Insofern ist es natürlich schade, dass es keinen ordentlichen Diskurs zu dem Thema gibt, sondern dass durch diese Fan-Maßnahmen die eigentliche Qualität der Serie in gewisser Weise entwertet wird. Aber das ist vermutlich ein Phänomen der heutigen Zeit.

Bilder: Amazon

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