Ab 1993 hieß es auch im deutschen Fernsehen: „Es kann nur einen geben“. Die Sci-Fantasy-Serie „Highlander“ setzte das Kultfranchise um den Kampf der Unsterblichen fort. Für meine „Rewatch-Review“ habe ich die erste Folge der Serie hervorgeholt. Die erste Episode markiert nicht nur den Auftakt, sondern auch den Versuch, lange vor dem Marvel Cinematic Universe, Kinofilme und Fernsehserien miteinander zu Verknüpfen. Statt Christopher Lambert schwingt in der Serie Adrian Paul als Duncan MacLeod das Schwert.
Schon in den ersten Minuten wird klar: Die Serie geht einen etwas anderen Weg als die Filme, aber das Fundament bleibt dasselbe. Eine uralte Fehde zwischen Unsterblichen, die nur durch Enthauptung enden kann. Darum geht’s konkret in der ersten Folge: Der junge Kleinganove Richie (Stan Kirsch) bricht nachts in ein Antiquitätengeschäft ein, bei dem es sich in Wahrheit um Duncans Laden handelt. Statt Beute erwartet ihn dort ein Mann, der seit Jahrhunderten durch die Geschichte wandelt. Duncan hält Richie zunächst für einen Rivalen, bis seine Partnerin Tessa (Alexandra Vandernoot) ihn vom Gegenteil überzeugt. Doch das eigentliche Problem ist, dass der brutale Unsterbliche namens Slan Quince (Richard Moll) Duncan zum Duell fordert. Überraschend mischt sich auch Duncans „Cousin“ Connor (Christopher Lambert) ein, um seinem jüngeren Namensvetter beizustehen. So schließt sich der Kreis zur Filmvorlage, und der Pilot profitiert enorm von dieser Verbindung.
Spannend ist, wie die Serie die Mythologie neu aufrollt. Während Connor im Film als einsamer Wolf gezeichnet wurde, ist Duncan ein sozialerer Held – er lebt in einer festen Beziehung, hat ein Zuhause und später sogar eine Art Schüler. Und zwar den Einbrecher Richie, der in der Serie das Publikum an Duncans Welt heranführt. Durch seine Augen lernen wir die Regeln der Unsterblichen kennen. Dass Adrian Paul von Beginn an charismatisch wirkt, macht den Einstieg leicht. Zwar sind seine Dialoge nicht immer pointiert, doch im Schwertkampf zeigt er schon hier, warum er die Figur über sechs Staffeln tragen konnte. Die Kämpfe sind für ein frühes 90er-Jahre-Fernsehformat überraschend ordentlich choreografiert. Verantwortlich dafür war Bob Anderson, der schon Hollywood-Produktionen wie „Star Wars“ geprägt hat. Auch wenn die visuellen Effekte der Energie, die nach einem Sieg freigesetzt wird, heute etwas angestaubt wirken, haben sie einen gewissen Charme. Slan Quince, bleibt dabei zwar eher eine Karikatur eines Bösewichts, sorgt aber immerhin für eine gewisse Bedrohung.
Eine weitere Schwäche der Episode ist, dass die Geschichte sich noch sehr nah an der Filmhandlung orientiert (Antiquitätenladen, Bösewicht, Duell) und kaum eigene Pfade betritt. Duncan wirkt stellenweise wie ein Ersatz-Connor. Erst im späteren Verlauf der Serie entwickelt er ein eigenständiges Profil. Doch als Pilotfolge funktioniert „Die Zusammenkunft“ erstaunlich gut. Zum einen durch die Balance aus Action, Drama und Mythos, zum anderen durch den clever eingesetzten Gastauftritt von Lambert, der für Kinomomente sorgt.
Fazit
Ein atmosphärischer Serienauftakt, der an die Kinofilme anknüpft und gleichzeitig die Basis für eine eigene Storyline legt. Noch nicht ganz rund, aber mit viel Potenzial und einem überzeugenden Hauptdarsteller.
„Highlander – Die Serie“ ist derzeit kostenlos bei freevee abrufbar.
Bilder: Gaumont
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