Diese Woche ist HBO Max endlich auch in Deutschland an den Start gegangen. Ein Dienst mit großem Namen und noch größerem Ruf. Schließlich ist HBO das Zuhause von Prestige-Serien wie „Game of Thrones“, „Die Sopranos“, „The Last of Us“, „Succession“ und vielen mehr. Doch genau hier liegt das Problem: Taugen diese Titel wirklich noch als Lockangebot für ein weiteres Streaming-Abo? Die meisten von uns haben diese Serien längst gesehen, oft sogar mehrfach. Als Verkaufsargument funktionieren sie daher nur noch bedingt. Natürlich gibt es auch frischen Stoff. Mit dabei die gerade mit einem Golden Globe prämierte Krankenhausserie „The Pitt“. Ein weiteres großes Zugpferd für die deutschsprachige Zuschauerschaft soll das „4 Blocks“-Prequel, auf das, Hand aufs Herz, wohl niemand sehnsüchtig gewartet hat. „4 Blocks Zero“ erscheint allerdings erst im Herbst 2026. Hinzu kommt erneut ein neuer „Game of Thrones“-Ableger. Und dann? Wird es erstaunlich schnell dünn. Für einen Markteintritt, der Aufmerksamkeit erzeugen und Abos abschließen soll, fehlt HBO Max aktuell ein klarer Highlight-Titel, der einen echten Kaufimpuls bei mir auslöst.
Das wirkt umso ernüchternder, wenn man den Launch in einen größeren Kontext einordnet. Streaming versprach einst: alles an einem Ort, ein fairer Preis, maximale Freiheit. Dieses Versprechen ist längst gebrochen. Stattdessen kämpfen wir uns heute durch eine fragmentierte Landschaft aus Netflix, Disney+, Prime Video, Apple TV(+), Paramount+, RTL+, WOW und nun auch HBO Max. Aus Bequemlichkeit ist unterschwellige Frustration geworden. Vor diesem Hintergrund wirkt auch die Preisgestaltung von HBO Max erstaunlich selbstbewusst. Los geht es bei 5,99 Euro im Monat für die Werbevariante, 11,99 Euro für Standard und 16,99 Euro für Premium, mit bereits angekündigten Erhöhungen ab 2027. In einem Markt, der längst von Abo-Müdigkeit geprägt ist, ist das keine besonders einladendes Angebot. Zumal Konkurrenzdienste ebenfalls regelmäßig an der Preisschraube drehen, Leistungen kürzen oder Werbung einführen. Ja, es gibt Bundle-Angebote, etwa mit RTL+ oder Waipu.tv. Die dürften allerdings vor allem für Menschen interessant sein, die diese Dienste ohnehin nutzen. Und ja, im Netz kursieren bereits Tipps, wie man über VPN und ein Konto beim türkischen Amazon-Pendant Hepsiburada günstiger an ein Abo kommt. Allein das zeigt schon, dass viele den offiziellen Einstiegspreis nicht als sonderlich attraktiv empfinden. Warum man zum Start nicht mit einem klaren Anreiz arbeitet, etwa einem niedrigeren Einführungspreis oder kostenlosen Probetagen, bleibt mir schleierhaft. Die erste Hürde sollte so niedrig wie möglich sein. Hat man erstmal ein Konto angelegt und die Zahlungsdaten hinterlegt, entscheidet am Ende ohnehin nur noch der Unterhaltungswert. Mein derzeitiger Eindruck: HBO Max verlässt sich zu sehr auf seinen legendären Ruf. Statt eines starken Einstiegs fühlt sich der Launch eher an wie ein spätes Nachreichen in einen ohnehin überfüllten Markt. Wie seht ihr das? Seid ihr von dem Angebot überzeugt, reicht euch der HBO-Katalog für ein weiteres Abo oder wartet ihr lieber ab, bis wirklich ein Angebot kommt, an dem man nicht vorbeikommt? Mehr Infos zu HBO Max hat Michael hier für euch zusammengetragen.
Bilder: HBO Max






































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