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Warum Crime-Serien hier etwas anders aussehen...

Drehorte: Serien, die in Mexiko gedreht wurden

11. Januar 2026, 11:11 Uhr
Mexiko

In modernen Crime-Serien ist dieses Land kein exotischer Hintergrund, sondern ein struktureller Hauptdarsteller: Mexiko. Erfolgreiche Produktionen wie „Narcos: Mexico“, „El Chapo“ oder „Somos.“ entscheiden sich gegen glatte Studiokulissen, sondern bewusst für reale Orte. Städte, Dörfer, Straßen und Behördengebäude bleiben genau das, was sie sind: moderne Gebäude und prunkvolle Villen lassen Szenen erstrahlen, baufällige, dreckige Straßenzüge wirken (und sind) das, was sie sind: baufällig und dreckig. Und genau das wirkt auf den Zuschauer. Lasst uns beginnen.

„Narcos: Mexico“

erzählt die Geschichte des Guadalajara-Kartells und der politischen Verflechtungen der 1980er-Jahre. Die Serie wurde von Netflix gestreamt und überwiegend in Mexiko gedreht, insbesondere in Mexiko-Stadt und Guadalajara. Mexiko-Stadt diente dabei häufig auch als geografisches Double für andere Städte. Viele Szenen entstanden in realen Straßenzügen, Wohnvierteln und Verwaltungsgebäuden. Das Ergebnis ist ein fast chronikartiger Blick auf ein System, in dem Staat und organisierte Kriminalität nicht kollidieren, sondern koexistieren. Die Kamera beobachtet mehr, als dass sie kommentiert. Genau das macht die Serie so unangenehm glaubwürdig.

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„El Chapo“

ursprünglich produziert für Univision und später international über Netflix verbreitet, verfolgt einen noch nüchterneren Ansatz. Die Serie schildert den Aufstieg Joaquín Guzmáns ohne Heroisierung oder Mythos. Gedreht wurde ebenfalls in Mexiko, unter anderem in Durango, Mexiko-Stadt und weiteren Regionen, die häufig als landschaftliche Doubles dienten. Berge, ländliche Gebiete und einfache Bauten werden funktional eingesetzt: als Rückzugsräume, Schmuggelrouten und Machtbasen. Die Inszenierung bleibt kontrolliert und beinahe spröde. Gewalt ist Mittel, nicht Spektakel.

El Chapo - Staffel 1 - Trailer [HD] Deutsch / Englisch

„Somos.“

Am konsequentesten ist der Realismusanspruch bei „Somos.“ Die Netflix-Miniserie erzählt die Ereignisse rund um das Massaker von Allende aus Sicht der betroffenen Dorfbewohner. Gedreht wurde überwiegend am realen Schauplatz in Allende, Coahuila, ergänzt durch umliegende Regionen. Die Serie verzichtet auf klassische Täter-Perspektiven und dramaturgische Zuspitzung. Stattdessen zeigt sie, wie Gewalt in den Alltag sickert. Die Inszenierung ist ruhig, fast dokumentarisch. Gerade dadurch entfaltet sie ihre nachhaltige Wirkung.

Somos. - Official Trailer [ENG SUB] | Netflix

„ZeroZeroZero“

Mit „ZeroZeroZero“ weitet sich der Blick. Die Serie, gestreamt bei Amazon Prime Video, versteht Drogenhandel als globales Wirtschaftssystem. Mexiko ist dabei ein zentraler Handlungsraum, aber nicht der einzige Drehort. Teile der mexikanischen Handlung wurden auch in anderen Ländern gedoppelt. Die Darstellung mexikanischer Kartellstrukturen ist kühl und technisch, fast militärisch. Moralische Kategorien treten in den Hintergrund, Effizienz wird zur dominanten Größe. „ZeroZeroZero“ zeigt Mexiko nicht als Ausnahme, sondern als Teil einer weltweiten Logik.

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„La Reina del Sur“

Eine Sonderstellung nimmt „La Reina del Sur“ ein. Die Serie lief ursprünglich bei Telemundo und wurde später international über Netflix verbreitet. Gedreht wurde unter anderem in Mexiko-Stadt und Sinaloa, ergänzt durch weitere internationale Drehorte. Im Vergleich zu den zuvor genannten Produktionen ist sie deutlich fiktionaler und melodramatischer angelegt. Dennoch prägte sie das Narco-Genre nachhaltig. Sie machte mexikanische Crime-Narrative einem globalen Publikum zugänglich.

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Was all diese Serien verbindet, ist der bewusste Einsatz realer Räume. Mexiko wird nicht gespielt, sondern genutzt. Orte erklären Machtverhältnisse oft präziser als Dialoge. Crime-Serien aus Mexiko sind deshalb unbequemes Fernsehen. Und genau darin liegt ihre Stärke.

Zum Abschluss findet ihr hier die zentralen Crime-Drehorte nochmals in Form einer vereinfachten Übersicht:

Mexiko-Stadt
→ „Narcos: Mexico“, „El Chapo“, „La Reina del Sur“
Politisches Zentrum, Polizei, Ministerien, urbane Dichte, Korruption „im System“.

Guadalajara / Jalisco
→ „Narcos: Mexico“
Historischer Kern des organisierten Drogenhandels der 80er.

Durango (Nordwesten)
→ „El Chapo“
Berge, Abgeschiedenheit, perfektes Double für Sinaloa.

Allende, Coahuila (Nordosten)
→ „Somos.“
Realer Tatort, Grenznähe, radikaler Realismus.

Monterrey / Nordmexiko
→ „ZeroZeroZero“
Industrie, Geld, Logistik, paramilitärische Kartellstrukturen.

Bilder: Amazon Prime Video, Netflix

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Sonntag, 11. Januar 2026, 11:11 Uhr
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