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Chris regt sich auf...

„Kriston Kraut“ und und „Heiße Pastete“, genau!

Mini-Spoiler
10. September 2022, 12:05 Uhr
Mini-Spoiler
Chris
10.09.22

Nach den letzten beiden (wenn auch eher missglückten) Staffeln von „GoT“ gibt es für uns Fantasy Fans nach 3 Jahren Wartezeit endlich wieder Neues (oder eher Altes, wenn man es genau nimmt), das uns wieder mit in den Kampf um den eisernen Thron nimmt! Mit „House of the Dragon“ können wir nun montags wieder Ränken und Intrigen in den sieben Königslanden beiwohnen. Bislang hat mir das Game of Thrones-Prequel wirklich zugesagt und ich bin schon sehr auf den Rest der Serie gespannt. Allerdings gibt es hier (wie auch schon bei „GoT“) eine Sache, die mir dann doch immer wieder ganz schon sauer aufstößt.

Dem einen oder anderen „Game of Thrones“- und vielleicht jetzt auch „House of the Dragon“-Fan sollten die im Titel genannten, nennen wir es einmal, etwas unglücklich übersetzten, Eigennamen etwas sagen. Criston, the Kingmaker, Cole hat unter anderem den Titel des Lord Commander der Königsgarde und spielt eine wichtige Rolle für Rhaenyra Targaryen, zuerst als ihr Freund und dann als ihr Berater. Criston fiel mir und sicher anderen Fans zuerst wegen seines guten Aussehens auf, später wegen seiner Kampfeskunst. In der Romanvorlage wird er beschrieben als charmanter Charakter mit kohlrabenschwarzem Haar, blassgrauen Augen, der sehr geübt im Umgang mit seinem Morgenstern ist. Soviel zu Criston Cole, was mich aber zur Frage bringt: Was würde diese Romanfigur, würde es sie im echten Leben geben, wohl zu ihrem ‚eingedeutschten‘ Namen „Kriston Kraut“ sagen?

„Ser Criston protects the princess from her enemies, but who protects the princess from Ser Criston?“
(Alicent Hightower (pardon, natürlich: Hohenturm))

Wie uns eine kurze Google-Recherche offenbart, wurde die Bezeichnung „Kraut“ für Deutsche vor allem im Ersten Weltkrieg verwendet. Damals kursierte die Mär, die Deutschen würden Unmengen an Sauerkraut vertilgen. Im Jahr 2001 gab es dann auch eine Entschuldigung des britischen Werberats, da in einem Werbefaltblatt vor dem Fußballspiel England gegen Deutschland der Slogan „Die „Krauts“ kommen – in unschlagbarer Qualität“ verwendet wurde. Damals hieß es in einer Stellungnahme: „Die Bezeichnung „Kraut“ für Deutsche habe nichts Anstößiges. Es sei „nicht mehr als eine „scherzhafte Anspielung auf ein nationales Klischee, die wohl keine ernste oder allgemeine Beleidigung darstelle“. So weit, so gut – wäre ich der kampferprobte Recke Criston Cole, so würde ich sicherlich auch mit meinem Morgenstern den einen oder anderen verkloppen, der meinen Namen mit „Kraut“ übersetzt und damit verunglimpft.

Wenn man schon Eigennamen übersetzt, dann bitte mit mehr Liebe und Sachverstand. Bemüht man Online- (oder auch Offline-) Dictionaries, so erhält man für „Cole“ die Übersetzung „Meerrettich“ – klar – den armen Tropf Kriston Meerrettich zu benennen macht noch weniger Sinn. Deshalb habe wohl nicht nur ich zu Schulzeiten bereits gelernt: Eigennamen übersetzt man nicht. Wenn überhaupt dann nur im nötigsten aller Notfälle. Gut – Kriston Kraut kann ja noch froh über seinen Seriennamen sein, ganz im Gegensatz zum „Game of Thrones“-Kollegen „Heiße Pastete“. Wenn schon Spitznamen, dann aber richtig, gell! Klar, „Hot Pie“ hatte es auch in der Romanvorlage nicht leicht. Seine Mutter war wohl schuld daran, da sie den Jungen mit dem Wagen mit frischen Köstlichkeiten aus der Bäckerei unter das Volk schickte, welcher seine Ware korrekterweise lautstark mit „Hot pies! Hot pies!“ bewarb. Hätte man den armen Jungen nicht auch im Deutschen mit „Hot Pie“ benennen können, musste man das schrecklicherweise eindeutschen zur „Heißen Pastete“?

Gut, der Weg der Übersetzung wird konsequenterweise fortgeführt, aus „King’s Landing“ wurde eben „Königsmund“, aus „Riverrun“ „Schnellwasser“ und neuerdings aus der Inselgruppe „Stepstones“ in „House of the Dragon“ eben die „Trittsteine“. Ich dachte noch ich hätte mich verhört, als das Wort „Trittsteine“ zum ersten Mal verwendet wurde und habe zwei, drei Mal zurückgespult, um mich zu vergewissern, dass mir meine Ohren keinen Streich spielten. Nein, taten sie nicht. Der etwas gruselig anzusehende „Crabfeeder“, der die Begegnung mit Daemon Targaryen nicht überleben wird, hatte eben diese Inselgruppe besetzt, die sagenumwobenen „Trittsteine“.

Gut, ich habe fertig, der allwöchentliche Aufreger ist vollbracht. Ich lenke mich ab und lese etwas, englischsprachiges, vielleicht von George R. R. Martin!

„Übersetzung ist eine der wenigen menschlichen Aktivitäten, bei denen das Unmögliche grundsätzlich eintritt.“
(Mariano Antolín Rato)

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