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Emotionale Barrikade

Review: Snowpiercer S03E04 – „Bound by One Track“

ACHTUNG: SPOILER !!
15. Februar 2022, 10:38 Uhr
SPOILER !!
Maik
15.02.22

Eigentlich sollte auf dem aktuell 1.029 Waggons langen „Snowpiercer“-Zug mittlerweile alles planmäßig ablaufen. Immerhin wurde der Bösewicht überwältigt, man hat ein Stück Demokratie an Bord zurückgewinnen können und jetzt heißt es nur noch, bis zur Ankunft abwarten, richtig? Naja, alle, die schon mal mit der Deutschen Bahn gefahren sind, dürften wissen, dass man sich nie in Sicherheit wiegen sollte, was die Ankunftszeit angeht. Und Schwupps: Gleisblockierung!

Die Strecke gen Horn von Afrika ist mit ein paar Waggons versperrt. Nein, nicht die vor wenigen Folgen abgekoppelten, die liegen ganz woanders, hierbei handelt es sich um eine Altlast der Big Alice, wie Alex uns erzählt. Damals hat Wilford wohl aufgrund von Vorratsknappheit eine Einteilung der Passagiere nach einzubringender Fähigkeiten vorgenommen. Wer den Cut nicht geschafft hat, wurde „geopfert“ und ist wortwörtlich auf der Strecke geblieben. Hart! Darunter war auch Shilo, die beste Freundin der damals 10-jährigen Alex. Die Geschichte ist emotional und zentralisiert diese Woche die Charakterzeichnung von Alex sowie ihrer Beziehung zum manipulativen Wilford, der sie „auserkoren“ hatte. Bei der Darstellung hat mir gefallen, wie man quasi nahtlos die aktuelle Zeit und die Erinnerungs-Ebene inszeniert hat.

Als wäre diese Erinnerung nicht schon intensiv genug, stellts ich Alex auch noch Melanie vor. Dabei ist sie nicht die einzige, bekommt auch Wilford imaginären Besuch in seiner Zelle. Dem muss man schon lassen, dass er Ahnung von seinem Zug und der kompletten Gleis-Anlage besitzt. Auch weiß er nicht nur um die Lage und seine Notwendigkeit in der kniffligen Situation, er fühlt gar, dass wohl Javi am Steuer sitzen müsste. Der wiederum bildet sich ausnahmsweise mal nicht Melanie sondern Wilfords Hund ein, eine Visualisierung seiner Angst-Zustände.

„Who are you talking to?“ – „My favorite thinking partner.“ – „Yourself?!“ – „Yes.“ (Melanie & Wilford)

Kommen wir zu erfreulicheren Themen. Ruth kriegt ihre alte Uniform wieder und darf sich über Pikes Banane freuen. Das lasse ich jetzt mal so stehen.

Wie gedacht erhält Zarahs Baby das gute neue „Cold Treatment“, eine Art genetischer Kälte-Schutz. Damit muss Layton sich erstmal anfreunden, was aber nach ein paar kurzen Gesprächen gelingt. Insgesamt fühlte sich das – wie viele der Side-Plots diese Folge, ein bisschen unnötig an.

„Oh my god – you scared me…!“ – „I haven’t begun.“ (Ärztin & Layton)

Deutlich bedeutsamer zeichnet sich die Situation um Asha ab, die – wie zu erwarten war – von allen Seiten ausgefragt wird. War der plötzliche Menschen-Kontakt bereits recht viel, so gibt das Aufrechterhalten der gewaltigen Lüge ihr wohl psychisch den Rest. Glücklicherweise ist Till gefühlt überall am Start und hat ein Auge auf sie. Wobei, bei Roche kann sie halt nicht gleichzeitig sein, so dass dieser sich ein bisschen Schlaf-Schubladen-Stoff besorgt und eine Spritze damit in Wilfords Herz rammt. Letztlich war dieser aber doch nicht mehr von Nöten, da Alex einen Geistesblitz hatte und das Hindernis nachfolgend aus dem Weg geräumt werden konnte.

Wie bereits angedeutet hat diese Folge vor allem für Alex eine gewaltige Bedeutung gehabt. Sie ist nicht nur als Person an der technischen Herausforderung der Mission sowie der Bewältigung ihrer Vergangenheit gewachsen, sie ordnet auch ihre Gedanken und Gefühle, was das Wirrwarr bezüglich Wilford anbelangt. Man könnte hier gar von einem therapeutischen Durchbruch reden. In gewisser Weise könnte das abschließende zur-Seite-Schieben der verlassenen Waggons auch ein emotionales Beiseiteschieben symbolisieren. Wir haben zudem noch tiefergreifende Einblicke in die Kompetenz und weitere Notwendigkeit Wilfords erhalten. Es kann noch so viele verdeckte Hindernisse und Besonderheiten geben, zu denen nur er eine Antwort weiß.

Dennoch war die Folge eher als solide einzustufen. Nie hatte man wirklich Angst um die Außenmission und ja, die erinnerte Geschichte war emotional, aber jetzt auch nicht komplett ergreifend. Allgemein hätte ich zudem nichts gegen eine Folge einzuwenden, die mal wieder größtenteils bei Normallicht-Verhältnissen stattfindet…

Bilder: TNT / Netflix

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