I love to love, but my baby just loves to dance...

Serientipp: River

Spoilerfrei
Jessie
09.04.18


Die Serie beginnt. Mit einem Song. Und einer unglaublich coolen Szene. Und auf einmal weiß man, man kann nicht anders – man muss diese Serie zuende schauen. Komme, was wolle. Denn der Anfang nimmt einen mit. Man ist mittendrin. Von jetzt auf gleich. Nur durch einen Song. Und eine wunderbare Gesangsperformance.

So ging es mir.

Aber erstmal die Fakten:

Seriensteckbrief

Titel: River
Genre: Drama / Krimi
Laufzeit: 54-58 Minuten
Staffeln: 1
Folgen: 6
Erstausstrahlung: 13. Oktober 2015 auf BBC One
Verfügbar auf: Netflix (Flatrate), maxdome (Flatrate), iTunes, Amazon Prime Video

Worum geht es?


Und nun zum wirklich wichtigen: Worum geht es eigentlich? River ist Detective Inspector in England. Seine langjährige Partnerin Stevie (gespielt von der bezaubernden Nicola Walker) wurde vor Kurzem direkt vor seinen Augen erschossen. Naja – ‚leider‘ nicht direkt vor seinen Augen: ein weißer Van war dazwischen. Und damit beginnt für ihn die Suche nach dem Mörder. Nach dem Motiv. Und vor allem: nach seinem Seelenfrieden.

Aber worum geht es denn wirklich?

Detective River – gespielt vom wunderbaren, schwedischen Schauspieler Stellan Skarsgård. Man kennt ihn und weiß doch nie wirklich woher. So ging es mir jedenfalls bei ihm und auch ein paar anderen Schauspielern der Serie. Jedenfalls am Anfang. Aber jetzt nicht mehr: Denn Stellan Skarsgård und River sind nun fest verknüpft.

River ist ein Einzelgänger. Er kam in jungen Jahren aus Schweden nach England und lebt nun dort mit seinen Eigenarten. Denn er hört Stimmen. Nein – noch genauer: er sieht tote Menschen und redet mit ihnen. Ganz normal. Ohne Drama. Ohne Grusel. Sie sind einfach Teil seines Lebens und helfen ihm. Sie sind Manifestationen seines Charakters. Bestimmte Züge und Eigenarten. Und nur er kann sie sehen.


Dadurch wirkt er auf sein Umfeld sehr eigenartig. Leicht verrückt. Mit den vielen Selbstgesprächen. Und auch sonst ist er nicht sehr sozial. Er möchte lieber alles alleine regeln und bei sich sein. In seiner kleinen Welt. In seiner eigenen Realität. Denn da kennt er die Regeln. Die große Welt scheint zuviel für ihn.

Der neue Partner

Doch das ist nicht möglich. Denn wir Menschen leben zusammen. Miteinander. Und gerade, wenn es darum geht Polizeifälle zu lösen, sind wir auf die Hilfe anderer angewiesen. So bekommt River auch einen neuen Partner. Ira King (Adeel Akhtar – auch ihn kannte ich irgendwoher… Ach ja, aus Utopia!) Er ist ein toller, neuer Partner für jemanden, der absolut keinen neuen Partner will. Er lässt River so sein, wie er ist und hilft ihm. Lässt ihn mit seinen Phantomen sprechen und ist einfach nur da. Wunderbar.


Und das ist es. Diese Serie ist wiedermal einfach wunderbar. Weil all ihre Charaktere authentisch sind. Weil sie ihre Probleme haben. Und weil ich diese leichte, zerbrechliche Beziehung zwischen Stevie und River genial finde. Nur da zeigt er Gefühle. Nur da lässt er kurz die Maske fallen. Für einen kurzen Moment. Kaum ein Augenzwinkern. Bis er wieder der harte, unnahbare Detective wird.

Die alte Partnerin

Und Stevie. Ich meine, wir kennen sie alle – die Frauen in Polizei-Serien. Vor allem, wenn sie keine 24 Jahre jung sind. Sie sind knallhart. Und direkt. Und haben keinen Humor. Nun, Stevie ist sicher knallhart gewesen und auch mehr als direkt. Aber sie hatte Humor und sie ist – zumindest in der Phantasie von River – eine fantastische, liebenswürdige Frau. Mit Geheimnissen. Die natürlich bei diesen Mordermittlungen an die Oberfläche kommen. Und an dem Bild kratzen…

Das macht die Serie aber aus. Sie nimmt einen mit. Auf eine Reise. Man verliebt sich ein wenig in Stevie. Und dieses Bild bröckelt. Und man ist enttäuscht. Und man fragt sich, was passiert ist? Und man will immer mehr wissen, wer es nur war? Und was ist passiert? Und vor allem: warum?

Und alles begleitet mit fantastischer Musik, melancholisch grau-blauen Bildern, einer klitzekleinen Liebesgeschichte, vielen Lügen, Drama und jeder Menge Spannung. Es ist von allem genau die richtige Menge dabei.

Die Psychologin

Denn auch die Psychologin Rosa Fallows (Georgina Rich kannte ich hingegen noch nicht), die River nach diesem traumatischen Erlebnis behandelt, ist wunderbar. Sie ist nicht wie all die Hollywood-Psychologen, die in schicken Kleidchen auf dem Sessel sitzen, munter mitschreiben und Fragen stellen, die sich nur Hollywood-Drehbuch-Autoren ausdenken können. Nein, sie ist authentisch. Und macht das, was alle Menschen ein bisschen mehr machen sollten: Zuhören ohne zu verurteilen. Und auch mal verzeihen, weil man sieht, dass der andere es schwer hat.

Aber eine Sache stört doch

Ihr merkt es: Ich bin begeistert. Und habe auch nur einen Kritikpunkt. Denn im Gegensatz zu einer meiner Lieblingsserien Die Brücke scheint die Polizei hier nicht ganz so gute Arbeit zu leisten. Alles dreht sich für mich einen Tick zu sehr um River. Er löst alle Fälle. Spricht mit den wichtigen Personen. Findet alle Hinweise. Und die zwanzig anderen Polizisten lösen Kreuzworträtsel? Sie finden auf jedenfall kaum neue und bedeutende Hinweise. Das ist etwas schade, weil es mir den Fokus zu sehr auf River lenkt. Er hätte auch die ein oder andere Sache von einem Kollegen erfahren können.

Rundum spannend und mitreißend

Aber abgesehen davon: was soll ich sagen? Eine dicke Empfehlung! Fünf Kronen von mir! Denn sie ist wirklich spannend und gut. Mit tollen Haupt- und Nebencharakteren. Und mit genau sechs Folgen nicht zu lang und nicht zu kurz. Genau das Richtige für ein verregnetes Wochenende. Oder ein paar gemütliche Abende.

Und ich verspreche Euch: Nach der Serie kommt dieser Song ganz nach oben in Eurer Playlist!

So: Let’s dance!

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