Überlebenskünstler in Katastrophenszenarien

In weiteren Rollen: In welchen Serien hat Henry Ian Cusick mitgespielt?

Spoilerfrei
Nicola
19.07.20

Seine zotteligen Haare und der Bart, dazu der leicht irre Blick in den Augen. Vielleicht ist es diese Unberechenbarkeit, die Henry Ian Cusick zum idealen Kandidaten für Rollen in Katastrophenszenarien macht. Sei es eine verlassene Insel im Pazifik oder eine post-apokalyptische Erde, Cusick passt perfekt ins Szenario. Henry Ian Cusick kann sich in seinen Rollen jeder Umgebung anpassen, was vielleicht auch mit seinem Lebenslauf zu tun hat. Der Schauspieler wurde 1967 in Peru geboren und wuchs bald darauf mit seiner peruanischen Mutter und seinem schottischen Vater in Madrid auf, bevor es dann weiter nach Trinidad und Tobago ging. Später kehrte seine Familie nach Schottland zurück, wo Cusick die Royal Scottish Academy of Music and Drama besuchte. Seine Schauspielkarriere be gann bereits in den 1990er Jahren, den großen Durchbruch feierte Cusick jedoch erst in den 2000ern.

Steckbrief Henry Ian Cusick

Geboren: 17. April 1967 in Trujillo, Peru
Filmografie: IMDb-Seite
Privates: Verheiratet mit Annie Wood, drei Kinder
Sonstiges: Wurde für einen Emmy nominiert als „Outstanding Guest Actor in a Drama Series“ für seine Rolle des Desmond in „Lost“

Der Karrieredurchbruch mit „Lost“

Den großen Erfolg konnte Henry Ian Cusick mit seiner Rolle des Desmond Hume in der Erfolgsserie „Lost“ verbuchen. Ab der dritten Staffel der Serie verkörpert er in über 40 Episoden die Rolle des zunächst in der Schwan-Station lebenden gestrandeten Seglers. Bereits drei Jahre vor allen allen anderen strandete seine Figur mit einem Segelboot und schlägt sich seitdem in der Forschungsstation durch. Seine Rolle ist zwar für den Absturz der Maschine der anderen Hauptfiguren verantwortlich; jedoch wird ihm irgendwann auch klar, dass er den anderen helfen muss. Diese Paraderolle brachte Cusick nicht nur die Nominierung für einen Emmy ein, sondern hat meines Erachtens auch viel mit einer seiner späteren Rollen gemeinsam: die des Marcus Kane in „The 100“. Katastrophen-/Endzeitszenario, der Wandel von einem ich-bezogenen zu einem hilfsbereiten Charakter und vor allem eine Story, die mir heute immer noch Kopfschmerzen bereitet, wenn ich zu lange drüber nachdenke. Denn so gut wie „Lost“ auch ist, ich kann die Serie immer und immer wieder schauen, weil ich jedes Mal die Hälfte vergessen habe. Es ist keine Serie zum einfach nebenbei schauen, für das Second-Screening. Obwohl das in den Ausstrahlungsjahren der Serie zwischen 2004 und 2010 noch nicht so das große Problem gewesen sein dürfte.

Zahlreiche Gastrollen

Nach dem Ende von „Lost“ war Henry Ian Cusick zunächst in vielen gut bekannten Crime-Serien in Gastrollen zu sehen. Darunter Serien wie „Law & Order: New York“, „Fringe“, „The Mentalist“ oder „Body of Proof“. In den meisten der Serien hatte er sogar die Ehre, dass er eine wiederkehrende Gastrolle spielen durfte, wie beispielsweise die Rolle des Tommy Volker in der Krimiserie „The Mentalist“. Cusick verkörpert hier einen charmanten, intelligenten und bösartigen Milliardär. Die Rolle des Bösewichts ist für Cusick ebenso passend wie die des Überlebenskünstlers und meines Erachtens passen diese „harten“ Rollen besser zu ihm. Ich persönlich kann mir Cusick nicht so gut in der Rolle eines witzigen Familienvaters vorstellen, wie in der Rolle eines irren Genies, das zu morden beginnt.

Weitere große Rollen kamen

Nach den zahlreichen kleinen Auftritten erlangte Cusick im Jahr 2012 eine der Hauptrollen in der Serie „Scandal“ an der Seite von Kerry Washington. Hier verkörperte er für die sieben Folgen der ersten Staffel den Charakter des Stephen Finch, eines Anwalts und Frauenhelden, die rechte Hand der Figur von Kerry Washington.

Eine Sache die Henry Ian Cusick mit vielen seiner Rollen, unter anderem auch mit der des Stephen Finch in „Scandal“, aber auch mit der des Desmond Hume aus „Lost“ gemeinsam hat, sind die schottischen Wurzeln. Alle eingefleischten Serienfans würden mich jetzt wahrscheinlich rügen, aber ich muss gestehen, ich habe noch keine Serie mit Cusick in der Originalfassung gesehen, daher kann ich nicht beurteilen, ob seien Figuren ebendieser Hintergrund aufgrund eines merkbaren schottischen Akzents gegeben wurde, oder ob es einfach vielmehr auch dem Verhaltenstypus von Cusick entspricht oder schlichtweg sein Wunsch war.

Post-Apokalyptischer Überlebender in „The 100“

Wie bereits festgestellt, scheint Henry Ian Cusick ein Faible für Rollen in Katastrophensituatonen zu haben, denn eine weitere langjährige Rolle, ist die des Marcus Cane in der post-apokalyptischen Serie „The 100“. Zwischen 2014 und 2019 ist Cusick als Cane in rund 80 Episoden der Serie zu sehen. Die Rolle ist einer meiner persönlichen Favoriten. Henry Ian Cusick schafft es, dass ich seine Figur zu Beginn hasse, jedoch bringt er es auch zu Stande, dass ich im Verlauf der Serie Zuneigung empfinde. Einen Charakter und die Entwicklung so komplex darzustellen, ohne dass es überzogen oder unwirklich wirkt, erfordert meines Erachtens schon ein Gewisses Talent. Marcus Cane mausert sich in „The 100“ von selbstsüchtigen und kalten Bestimmer-Typen zum mitfühlenden und verantwortungsvollen Anführer. Also für alle Fans von „Lost“ und Henry Ian Cusick, die sich noch nicht mit „The 100“ anfreunden konnten oder sich die Serie eifach noch nicht angesehe haben, ich lege sie euch wärmlichst ans Herz.

Und sonst so?

Auch die Rolle von Doktoren scheint Henry Ian Cusick zu reizen. In Marvel´s „Inhuman“ verkörpert er für eine Staffel einen Genetiker und bei „The Passage“ eine Art Virologen auf der Suche nach einem Heilmittel. Zudem hat Cusick ab 2020 eine der tragenden Rollen in der vierten Staffel des Remakes von „MacGyver“ bekommen. Dort hat er bereits in 13 Episoden die Rolle des Russ Taylor eingenommen. Die neue Staffel von „MacGyver“ gibt es übrigens momentan jeden Dienstag ab 20.15 Uhr bei Sat1 zu sehen.

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