Billy McBride ist zurück

Review: Goliath – Staffel 2

05.07.18 09:25
Drama
SPOILER !!

Autor: - 05.07.18
Drama

goliath_s2_billy Review: Goliath - Staffel 2

„Goliath“ mit Billy Bob Thornton ist bereits in die zweite Staffel gegangen. Die erste Staffel (bzw. die Serie) habe ich durch Zufall entdeckt. Es war der typische „Verdammt, ich muss Zugfahren – schnell, ich brauche eine Serie“ – Moment. Ohne viel nachzudenken lud ich mir also „Goliath“ auf mein mobiles Endgerät und war gefesselt. Etwas übertrieben war die erste Staffel zwar, aber Billy Bob hat es einfach drauf und so blieb ich bis zum Ende dabei.

Noch immer Anwalt

Wir erinnern uns, in der ersten Staffel musste Billy McBride noch überzeugt werden wieder als Anwalt tätig werden. In der zweiten Staffel ist es nicht so krass, auch wenn der Fall, um den es dann geht, unserem Billy doch erst schmackhaft gemacht werden muss. Billy (jetzt fällt mir erst auf, dass Billy auch Billy in der Serie heißt) will seinem Wirt helfen, der ihn immer brav nach Hause in sein Motel trägt, wenn er schon wieder im Vollrausch am Boden liegt. Geldprobleme hat Billy übrigens nicht mehr nach der ersten Staffel, er schmeißt das Geld einfach so aus dem Fenster heraus.

Mord, Tod und Brutalität

Gleich zu Beginn der Staffel wird der Zuschauer mit einem kaltblütigen Mord begrüßt. Der Wirt, Oscar Suarez, wird erschossen, direkt vor Billys Motel. Seine Mörder wollten nicht, dass er seinen Sohn entlastet, der unschuldig im Gefängnis sitzt. Mit diesem Mord wird es für Billy etwas persönliches und er übernimmt den Fall, nachdem er Oscar eigentlich nur beratend zur Seite stehen wollte.

Was mich in den folgenden Szenen und Folgen etwas verwundert ist, dass sich niemand wirklich wegen dem Mord an Oscar aufregt. Seine Kollegen aus der Bar sind nach wenigen Minuten wieder bestens aufgelegt, keinen kümmert es, dass der arme Oscar mit mehreren Schüssen brutal am helllichten Tag hingerichtet wurde. Und auch über die ganze Serie zieht sich dieser Hang zur extremen Brutalität, die eigentlich gar nicht notwendig ist. Der große Drogenboss muss natürlich psychisch total daneben sein und seinen Opfern Gliedmaßen ab operieren. Ja, er entfernt gerne chirurgisch mal einen Arm oder ein Bein. Warum? Was soll das? Es bringt der Geschichte nichts, bis auf den Ekel – tatsächlich ist mir ist das zu viel. Achja und dieser Bösewicht hat natürlich auch einen Vollstrecker, der mit einem künstlichem Arm in bester James Bond Tradition steht und damit auch mir nichts dir nichts Ohren abschneiden kann oder im handumdrehen eine Nase zerdrückt.

goliath_s2_nase Review: Goliath - Staffel 2
Apropos Psychokram

Die psycho-schiene wird außerdem extrem überreizt. Einer der Bösewichte, Tom Wyatt, hat einen extremen Fetisch, der auch mit Amputation zu tun hat. Er hat auf seiner Yacht und in seiner Wohnung geheime Räume, in denen seine Wohnung aus der Kindheit nachgebaut ist und Frauen eingesperrt werden, die dann eine Szene nachspielen müssen. Um diesen Fetisch noch weiter auszureizen haben sich die AUtoren gedacht, dass man auch noch Billys Mitarbeiterin Brittany mit ins Boot holt, weshalb Tom an ihr herumbaggert und sie am Ende in Unterwäsche in seinem Kinderzimmer liegt.
Krank ist auch die Szene, in der Billy vom Drogenkarten gefangen gehalten wird und mit sehr seltsamen Charakteren eingesperrt ist. Das könnte auch aus einem Tarantino Film entsprungen sein. Billy vermag es, was ebenfalls unglaubwürdig ist, sich gegen mehrere schwere Jungs durchzusetzen und liefert sich sogar noch einen Schusswechsel.

Alle hintergehen alle

In diese Situation ist er nur gekommen, weil seine eigentlich liebe Freundin und kommende Bürgermeisterin insgeheim doch böse ist und mit dem Drogenkartell unter einer Decke steckt. Im Prinzip ein sehr guter Twist, ich hab ihn nicht erahnt, in der Summe der ganzen Aktionen ist das aber alles zu viel. Wenigstens Billys Partnerin Patty wird nicht von ihrer Liebschaft hintergangen, sie hintergeht ihn – wenn auch nicht so schlimm.

goliath_s2_billy_2 Review: Goliath - Staffel 2
Billy Top – Story Flop

Wer Billy mag, also den echten und den fiktiven Billy, der wird auch mit der zweiten Staffel viel Freude haben. Die Story hingegen ist nicht der Bringer. Die Staffel endet auch so abrupt. Es muss ja nicht immer ein Happy End geben, das ist mir auch klar, aber die letzte Folge ist auf einmal beendet und man fragt sich schon, ob es das gewesen sein soll? Ein Billy McBride zieht den Kürzeren und lässt die Bösen so einfach davonkommen? Oder ist es auch nur eine Art Cliffhanger? Man weiß es nicht.

Am Ende bleibt eine schwächere zweite Staffel, die ein Mix aus Dexter, Bosch und Ally McBeal ist und nicht so recht weiß, welchen dieser drei Wege sie eigentlich einschlagen möchte.

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