Ein Licht geht auf

Review: Snowpiercer S02E07 – „Our Answer for Everything“ (Unsere Antwort auf alles)

09.03.21 09:25
ReviewSnowpiercer
SPOILER !!
Maik
09.03.21

Nach der großartigen Exkurs-Folge vergangene Woche widmet sich die neue Episode „Snowpiercer“ wieder den Geschehnisse auf dem Zug, bzw. auf den Zügen. Leider kann das hohe Niveau nicht mehr ganz gehalten werden, dennoch erfahren wir einige signifikante Dinge. Zum Beispiel, dass Miss Audrey erstaunlich schnell aus einer Badewanne steigen, sich abtrocknen und anziehen kann.

„And.“ (Strongboy)

Und, dass Laytons Ansprache nicht den erwünschten Effekt erzielt. Die impulsive und missverständliche Wortwahl Laytons überraschte mich etwas, das wirkte nicht so bedacht, wie er sonst seine Worte wählt, entsprechend eher als inszeniertes, notwendiges Vehikel, um die Glut zu entfachen. Es folgt Chaos. Quasi die Re-Revolution, wenn man so will. Wie schnell Leute in der brisanten Situation die Lager wechseln, wirkt auch etwas drüber, aber in radikalen politischen Zeiten, in denen wir heute leben, ist das schrecklicherweise nicht wirklich als unmöglich zu betrachten. Das aufkeimende Chaos im Zug wurde jedenfalls ganz gut inszeniert, wie ich finde.

Wilford spricht die Sache mit dem Schraubendreher an und bringt Audrey dazu, bei ihm zu bleiben. Weiterhin sind nicht nur wir Zuschauer, sondern auch die Snowpiercer-Drahtziehenden nicht ganz sicher, ob sie nur ihren Job durchziehen möchte, oder wirklich wieder Wilford verfallen ist. Da so offenkundig von einer möglichen Kompromittiertheit gesprochen wird, neige ich zu Ersterem. Ich glaube, sie spielt das lange Spiel.

Das sieht man auch bei Kevin. Yep, der lebt tatsächlich noch. Audrey soll ihn hirnwaschen, spricht sich so aber indirekt selbst zu. Das Restultat einer gefühlt viertelstündigen Intensivsitzung mir ihr? Aus dem weinerlich-scheuen Welpen wird ein artig hinterherlaufender Hund. Fein! Da wirkt nur der rasierte Pike noch verstreuter…

„I think I messed him up…“ (Layton)

Verstreut über den Zug hinweg scheinen auch die Wilford-Anhänger*innen zu sein. Till ermittelt, findet einen alten Knopf mit einem noch älteren Wilford-„W“ drauf, eine vielleicht noch ältere Dame weißt sie auf die erste Klasse hin, wo eine Dame ihr blaues Auge nicht wirklich gekonnt zu überschminken wusste. Darauf ein Glas Götterspeise! Dass der Geistliche in den ganzen Mist mit verwickelt sein könnte, hatte ich mir bereits gedacht, zu prominent wurde seine Figur und vor allem sein Wagen im Laufe der ersten Staffelhälfte eingebracht. Die Szene mit der direkten Konfrontation hat mir aber durchaus gefallen.

Noch mehr jedoch die Geschichte um Ruth. Die merkt plötlich, welche Konsequenzen ihre „ruthless actions“ durch bloßes Befehlsfolgen haben. Erste Zweifel wurden ja bereits über die letzten Folgen hinweg gestreut, jetzt kam es zum Durchbruch und Ruth wird gar zu so etwas wie die Stimme der Vernunft.

Fraglich bleibt noch, ob das nicht zu spät kommt. Im Zuge einiger sehr schöner Außenaufnahmen bekommen wir eine Sache gezeigt, die bislang so gar keine Rolle gespielt hat (oder ich habe sie bloß übersehen): rote Lichter. Als Zeichen der Zugewandtheit Wilfords gegenüber glimmen sie in der Abenddämmerung, während der Zug eine zufällig zum richtigen Zeitpunkt einsetzenden Fahrstrecken-Schneckenführung folgt. Eisiger wird da nur der Gedanke an den bevorstehenden Einsatz von Icy Bob…

Erneut konnte die Folge hinten raus ein bisschen Boden gut machen, es gab aber bereits bessere Episoden. Dennoch war vor allem die Entwicklung von Ruth emotional und wichtig. Layton hat gezeigt, dass er vielleicht noch etwas zu involviert mit dem Tail ist und zu radikalen Selbstopferungs-Schüben neigt. Vor allem wurde aber nicht nur auf den Zügen selbst, sondern auch bei uns Zuschauern derart viel abstrakte Ungewissheit gesät, dass sich gerade niemand so recht sicher sein kann, wie es um die Macht- und Kraftverhältnisse der Lager bestellt ist. Und vor allem hat man bislang noch nicht ganz an das Ende der vorherigen Folge angeschlossen. Vermutlich wird Icy Bob und die komplett aufreißende Revolution kommende Woche zu einem noch größeren Chaos führen.

Bilder: TNT / Netflix

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