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Verbesserte Rundfahrt

Review: Snowpiercer – Staffel 2

30.03.21 15:49
ReviewSnowpiercer
Mini-Spoiler
Maik
30.03.21

Nachdem ich heute Mittag bereits detaillierter zur finalen Doppelfolge geschrieben hatte, möchte ich an dieser Stelle noch einmal allgemein – und vor allem ohne größere Spoiler – auf die mittlerweile zurückliegende zweite Staffel von „Snowpiercer“ eingehen. Auch, um Leuten, die vielleicht noch nicht reingeschaut haben, ein Bild zur Entwicklung der Serie zeichnen zu können. Da hat sich nämlich einiges getan!

Die Staffel hat sich erfreulich stabil gezeigt, vor allem, wenn man sie mit der Debütrundfahrt vergleicht. Das größtenteils zufriedenstellende Niveau des Endes konnte in die neue Staffel übertragen und sogar teilweise gesteigert werden. Wirkliche Totalausfälle gab es eigentlich keine und mit Folge Sechs sogar ein absolutes Highlight zu sehen. Sehr schön!

Einzelfolgen-Reviews zur 2. Staffel „Snowpiercer“

Snowpiercer S02E01 – „The Time of Two Engines“ (Review)
Snowpiercer S02E02 – „Smolder to Life“ (Review)
Snowpiercer S02E03 – „A Great Odyssey“ (Review)
Snowpiercer S02E04 – „A Single Trade“ (Review)
Snowpiercer S02E05 – „Keep Hope Alive“ (Review)
Snowpiercer S02E06 – „Many Miles from Snowpiercer“ (Review)
Snowpiercer S02E07 – „Our Answer for Everything“ (Review)
Snowpiercer S02E08 – „The Eternal Engineer“ (Review)
Snowpiercer S02E09 – „The Show Must Go On“ (Review)
Snowpiercer S02E10 – „Into the White“ (Review)

Spoilerarmes Staffelreview

Für den Aufschwung gab es gleich mehrere Gründe. Zur Stabilisierung hat beigetragen, dass das grobe Grundgerüst bereits etabliert war und wir Zuschauer uns mittlerweile gut mit den Gegebenheiten des Zuges und der Figuren auskannten. Dass die Neugier und Erkundungsfreude aber nicht komplett versiegt, hat man gekonnt durch die Hinzunahme der Big Alice als Zweitzug bzw. Zugerweiterung genutzt. So bekommen wir einige neue Charaktere und vor allem Szenerien zu sehen.

Viel mehr als zuvor gibt es aber auch außerhalb des Zuges zu sehen. Die Darstellung der Außenwelt hat mir deutlich besser als in Staffel Eins gefallen! Da waren einige richtig schöne Szenerien und bei und vor allem waren die Sequenzen sehr abwechslungsreich.

Aber auch im Zug selbst hat man sich visuell steigern können. Zum einen fühlt man sich deutlich mehr in einem Zug befindlich, als zuvor. Da rüttelt es mal, da wackeln die Waggons – es ist Bewegung gegeben. Vor allem hat man aber auch in Sachen Cinematography nochmal eine ordentliche Schüppe drauflegen können. In vielen Episoden gibt es einige richtig schöne Einstellungen zu sehen, wobei vor allem mit Licht und Schatten sowie Tiefenschärfe gespielt wird. Das hat mir teilweise sehr gefallen und eine zusätzliche Note gegeben, damit das sonst eher eintönig zu wirkend drohende Kulissenbild stets frisch und ansehnlich bleibt.

Inhaltlich bringt aber vor allem einer Würze auf den Bildschirm: Sean Bean. Die Art, wie er Mr. Wilford verkörpert, ist einfach vorzüglich gelungen! Ein manipulativer Egomane, der weiß, wann er charmant tun muss und wann er rücksichtslos ausufernd sein kann. Ein fantastischer Gegenspieler, bei dem man nie genau weiß, woran man ist – bis es zu spät sein könnte. Beans Spiel ist hervorragend. Ja, bisweilen etwas überzeichnet, aber das mag auch einfach der Charakter-Art geschuldet sein, immerhin kann man seine Eskapaden stets auch in gewisser Weise argumentieren.

Nicht immer kann man unbedingt sämtliche Entwicklungen und vorhandenen Instrumente oder Lebensmittel wirklich konsequent erklären. Da muss man sich aber wohl einfach mal wieder auf Zufälle und den Sci-Fi-Faktor beruhen, und schlicht drüber hinwegsehen. Größtenteils ist die Geschichte zumindest einigermaßen nachvollziehbar und stringent erzählt. Dabei wurde vor allem gut mit dem klischeehaften „Gut gegen Böse“-Schema gebrochen. Denn zumindest in einer Phase der Staffel wissen weder die Charaktere noch wir Zuschauer:innen so ganz genau, wer nun auf wessen Seite steht.

Genau diese Dynamiken machen die zweite Staffel „Snowpiercer“ aus. Statt dem ursprünglichen Klassen-Modell geht es rein um die Zukunft der Menschheit – und das In-Schach-Halten eines selbstverliebten und machtgeilen Milliardärs, der sich für Gott hält. Dabei stielt Bean aber nicht allen die Show, vielen, auch zuvor recht kleinen, Figuren wird Raum für Entwicklung gelassen, das zu einigen sehr schönen Momenten führt. Und vor allem ist es nicht mehr die Layton-Solo-Show. Nur Melanie kommt mir insgesamt dann doch etwas kurz.

Fünf Folgen mit vier Kronen, eine mit 4,5 und die restlichen vier mit 3,5 – entsprechend liegt auch der Staffelschnitt irgendwo knapp unter vier Kronen. Und damit liegt die zweite Runde dann doch spürbar vor der ersten, die vor allem beim Auftakt nur schwer in die Gänge gekommen ist. Vor allem visuell hat die Serie sich erfreulich entwickelt, aber auch einige Figuren und Handlungen haben ihren Reiz. Folge Sechs ist die bislang beste der Serie und hat auch in Kombination mit der Inszenierung in den nachfolgenden Episoden durchaus ein riskantes Spiel gewagt, das sich aber – ohne final eine Aussage treffen zu wollen oder können – bislang durchaus ausgezahlt hat.

„Snowpiercer“ Staffel 3

Beim Ende der zweiten Staffel sollte eigentlich allen klar sein, dass es weiter gehen sollte. Und so ist es auch – bereits im Januar hat US-Sender TNT eine dritte Staffel der Serie in Auftrag gegeben. Aktuell wird in Kanada gedreht, so dass bis Spätsommer die Produktion im Kasten sein dürfte. Entsprechend darf man erneut von einem Release rund um den Jahreswechsel ausgehen.

Bilder: TNT / Netflix

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