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Realgewordene Spiele

Review: „Squid Game: The Challenge“ – Staffel 1

ACHTUNG: SPOILER !!
8. Dezember 2023, 10:57 Uhr
SPOILER !!
Maik
08.12.23

Mit leichter Verzögerung ist am gestrigen frühen Morgen die finale Folge von „Squid Game: The Challenge“ auf Netflix bereitgestellt worden. Dass die reale Game-Show-Adaption des großartigen fiktionalen Dramas erfolgreich war, zeigt alleine die Tatsache, dass die zweite Staffel bereits offiziell angekündigt wurde. Wie gut die Umsetzung gelungen ist und welche Elemente mir weniger gefallen haben, möchte ich in diesem Gesamtreview darlegen. Dabei gibt es vereinzelte Spoiler, was die Spiele sowie einzelne Teilnehmende anbelangt (Letzteres aber nicht im Text, sondern in den Bildern).

Wie originalgetreu ist „Squid Game: The Challenge“?

Die ganz große Trumpfkarte von „Squid Game: The Challenge“ ist das Look-and-Feel des Originals. Nicht nur bekommen wir das gleiche Spielkonzept mit 456 Kandidat:innen zu sehen, die viele der in der Serie gesehenen Spiele selbst spielen, diese haben auch alle die kultigen grünen Trainingsanzüge an und sin durchnummeriert. Vor allem aber die originalgetreuen Sets wissen nicht nur bei den Teilnehmenden Emotionen freizusetzen. Auch als Zuschauer habe ich ein paar nostalgische Momente erleben dürfen, wenn zu klassischer Musik durch das bunte MC-Escher-Treppenhaus geschritten, das Preisgeld-Schwein gefüllt oder eine weltbekannte Game-Arena betreten wird. Das ist schon stark.

Außerdem wird auch in der umgebenden Inszenierung auffällig angestrebt, das Originalsetting der Serie zu suggerieren. Natürlich sterben keine Kandidat:innen, aber sie haben Farb-Platzpatronen angebracht, die explodieren, wenn sie „eliminiert“ werden und haben die Anweisung erhalten, sich dann leblos fallen zu lassen. Allerdings wird dieses visuelle „Sterben“ dann nicht konsequent durchgezogen, was ich etwas schade finde. Dafür ist von den Personen danach tatsächlich nichts mehr zu hören, teilweise wurden sogar aus dem Off gesprochene Voiceovers von ihnen quasi mittendrin abgebrochen, weil sie aus dem Spiel ausgeschieden sind.

Allgemein hat man es ganz gut geschafft, dass es sich tatsächlich mehr wie eine weitere Staffel der Serie (bzw. der internen Spiele ohne die Außenaufnahmen) anfühlt als ein Reality-TV-Format. Man fühlt zwar mit einigen Kandidat:innen mit und will bestimmte Nummern gewinnen oder verlieren sehen, aber es driftet nicht in billiges Trash-Niveau ab, was das Drumherum anbelangt (auch wenn es manchmal seltsam anmutet, wie sie einsam im Raum mit sich selbst zu sprechen scheinen). Es gibt kleine Interview-Fetzen mit den Kandidat:innen, aber die wirken substanziell und wirklich, als seien sie im Rahmen des fiktionalen Spieles aufgezeichnet. Da wundert man sich dann eher, wie die Leute in ihren privaten Klamotten aussehen.

Auch die Spiele selbst wurden größtenteils so gut es ging adaptiert. Dennoch gibt es vereinzelte kleine Überraschungen oder Abweichungen im Ablauf. Hier haben mir vor allem zwei Neuerungen sehr gefallen. Zum einen beim „Keks-Ausstechen“ die Vorauswahl der Formen, die bei Nicht-Einigung der Ausgesandten nach Zeitablauf zur sofortigen Eliminierung geführt hat. Zum anderen die Art und Weise, wie man das Murmelspiel eingeleitet hat. Hier hat man sich ordentlich Gedanken gemacht, um den emotionalen Schock zu transportieren, den die Spielenden fühlen, wenn sie plötzlich gegen ihre Liebsten antreten müssen.

Gelungen fand ich auch, wie teilweise mit den Erwartungen der Spielenden gespielt wurde. Da bereiten sich alle auf Tauziehen vor und dann wird Schiffeversenken gespielt und die ach so starken Burschen in der Supergruppe gucken blöd aus der Wäsche, nice!

Allerdings muss man auch dazu sagen, dass schon arg vorausgesetzt wird, dass Zuschauende die Originalserie kennen. Man wird direkt in das Setting geworfen, ohne große Vorgeschichte oder ein „Willkommen bei den Squid Games, bla-blubb“. Das führt schnell zur Action und suggeriert in gewisser Weise auch das „Plötzlich drin“-Gefühlt der Teilnehmenden in der fiktionalen Serie, aber es soll ja auch Leute geben, die sich nicht ans Original rangetraut haben und jetzt erst einschalten (hallo, Lieblingsmädchen!). Aber auch das funktioniert, keine Angst. Man muss „Squid Game“ zuvor nicht gesehen haben, um „The Challenge“ verstehen und genießen zu können. Lediglich all die Referenzen sowie das angesprochene besondere Gefühl bleiben dann halt für einen aus.

Nicht alles gut umgesetzt…

Vieles an der Umsetzung in „Squid Game: The Challenge! hat mir sehr gut gefallen, es gab allerdings auch ein paar Elemente, die man meiner Meinung nach hätte besser machen können. Leider gehören dazu auch die Spiele und allem voran die, die neu erfunden wurden. Da geht es nicht einmal um das ausbleibende „Geil, wie in der Serie!“-Gefühl, die Spiele haben schlicht nicht immer ähnlich gut funktioniert.

Mein größtes Problem hatte ich tatsächlich mit Schiffeversenken. So sehr mir die Spiele-Überraschung auch gefallen hat, so langweilig fand ich das Spielgeschehen selbst. Man hat es zwar geschafft, bei einigen Runden die Spannung zu transportieren, aber die Abfolge ist einfach nicht prädestiniert fürs Fernsehen. Auch war ich nicht ganz damit einverstanden, dass lediglich versenkte Schiffe zur Eliminierung geführt haben. Entweder alle Getroffenen oder gar das komplette Team, hätte ich besser gefunden.

Vor allem hinten raus hat es mich zudem missfallen, wie viele Spiele hauptsächlich auf Glück basiert haben. Da hätte ich mir mehr Skill-Spiele gewünscht, auch wenn mir klar ist, dass man in „Squid Game“ halt auch die Menschen spielt. Das wurde auch in einigen Situationen, vor allem den Tests, gut angegangen. Vor allem das Geschenke-Spiel hatte es in sich. Bei einigen Spielen hat mich aber auch genervt, welchen „fairen“ Demokratie-Ansatz manche befolgen wollten. Das mag löblich sein, hat aber das eigentliche Spielprinzip komplett unterwandert. Die Serie hat es aber auch geschafft, dass ich mich beim Schreiben dieser Zeilen fühle wie einer dieser reichen Bonzen, für den die Spiele inszeniert werden und lauter Leute ihre Leben lassen. Aber so ist es im Grunde ja auch – all die emotionale Belastung nehmen die Spielenden zwar für die Hoffnung, das größte Preisgeld einer Spiel-Show aller Zeiten einsacken zu können, letztlich aber auch nur für Schaulustige wie uns, die bereit sind, für das Vergnügen zu zahlen.

Das Finale fand ich dann ein bisschen underwhelming. Nicht nur, weil man diese eine, mit 44 Minuten erstaunlich kurze, letzte Folge nochmal separat zum Schluss veröffentlicht hat (zumal noch mit ungeplanter Verzögerung, sonst wäre dieses Review bereits Mittwochmittag erschienen…). Aber gut, man wollte wohl keine möglichen Vorkenntnisse oder physischen Grundlagen den Ausschlag über 4,56 Millionen Dollar geben lassen. Immerhin gab es eine schöne kleine Referenz an das eigentliche Squid Game mit dem Bodenlinien-Muster.

Insgesamt hat mir die reale Game-Show-Variante zu „Squid Game“ erstaunlich gut gefallen. Zuvor hatte ich nicht gedacht, dass man das Feeling der Spiele aus der Serie derart gut transportiert bekommt. Man hat es geschafft, viele Elemente originalgetreu zu kopieren, sowie mit einigen Überraschungen aufzuwarten. Nicht alle Neuerungen haben jedoch bei mir punkten können. Dennoch ist es eine sehenswerte Show – nicht nur für Leute, die „Squid Game“ gesehen haben. Da 456 Leute über ein Spielfeld jagen oder etliche im Dorm leben zu sehen, hat schon was! Das hat sogar dazu geführt, dass mein Lieblingsmädchen sich jetzt vielleicht doch die Originlserie anschauen möchte.

Ach, und man konnte sich auch herrlich aufregen – vor allem über Spielerin 278 und ihr Verhalten auf dem Glasboden…!

Bilder: Netflix

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