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Der ewige Kampf: Film oder Serie? Hier gibt`s beides

AWESOME 5: Serien, die aus Filmen entstanden sind

Spoilerfrei
Nicola
03.04.20

Ihr seid mal wieder auf der Suche nach einer neuen Serie und euch sticht etwas ins Auge. Der Name kommt einem irgendwie bekannt vor und auch der Inhalt scheint verdächtig vertraut? Das mag vielleicht an der Tatsache liegen, dass die Serie, die ihr vorhabt euch anzusehen, auf einem euch bereits bekannten Film basiert. Ich schaue mir gerne auch mal einen guten Film an oder auch eine Filmreihe, aber irgendwie hat man von einer Serie doch immer etwas mehr. Natürlich nur, wenn Netflix, Amazon und Co. nicht nach einer oder zwei Staffeln auf die Idee kommen, die Serie bereits wieder abzusetzen, aber das ist ein anderes Thema. Wir haben vor einiger Zeit hier schon einmal darüber berichtet, aber ich möchte euch gerne ein Update geben, von etwas neueren Serien, da sich gerade in letzter Zeit viel auf dem Gebiet tut.

Vom Film zur Serie: Wieso das Ganze?

Ich möchte euch erstmal auf einen kleinen Exkurs mitnehmen, wieso man denn aus Filmen Serien macht. Denn die erste Frage, die man sich da wohl stellt: Reicht nicht auch eins von Beidem? Nun, leider hat nicht jeder Film so viel Erfolg, wie man zu Beginn gedacht hat. Die Umsetzung ist einfach nicht gut genug, der Film wurde nicht ausreichend beworben oder es zieht aus anderen Gründen schlichtweg keine Zuschauer ins Kino. Da kommt dann aber für mich erstmal die nächste Frage auf: Wieso sollte aus einem schlechten Film eine vielleicht ebenso schlechte Serie gemacht werden? Will die denn überhaupt einer sehen? Und das brachte mich wiederum zu dem Punkt, dass ich dieses Phänomen auffällig oft bei Buchverfilmungen bemerkt habe. Es wird mit dem ersten Teil der Buchreihe gestartet und leider folgt nie die Verfilmung eines zweiten Teils. Das ist für die Fans der Buchreihe dann immer sehr schade. Als Beispiel: „The Mortal Instruments: City of Bones“ dem ersten Teil der Verfilmung von der Buchreihe von Cassandra Clare blieb dieses Schicksal nicht erspart. Trotz Starbesetzung war der Film ein Flop und kam bei der Fangemeinde nicht wirklich gut an. Die Welt war zu flach, es gab zu viele Änderungen oder es fehlten schlichtweg Dinge. Aus diesem Grund wurde der eigentlich schon bestätigte zweite Teil des Films sofort gecancelt. Das Konzept wurde von Grund auf erneuert und in eine Serie umgeschrieben. Und so kommen wir zum ersten meiner Favoriten unter den Serien, die aus Filmen entstanden.

Shadowhunters

Damit einiges realistischer wird, hat man die Hauptfiguren zunächst um einige Jahre altern lassen, sodass Clary sich nicht mehr auf der High School, sondern an der Uni befindet. Denn seien wir mal ehrlich, es ist doch schon immer ziemlich unglaubhaft, wenn Schauspieler in den Zwanzigern Teenager auf der High School verkörpern sollen. Also hat „Shadowhunters“ das Problem einfach gelöst, indem es die Figuren älter machte und somit dem Alter der Darsteller anpasste. Das Grundthema der Serie ist jedoch identisch mit Film und Buch, lediglich ein paar künstlerische Freiheiten tauchen auf. Aber worum geht es überhaupt? Die junge Clary führt bis zu ihrem 18. Geburtstag ein komplett gewöhnliches Leben mit ihrer Mutter in New York. Bis sie auf Jace trifft, einen Schattenjäger. Ab dem Moment gerät ihr ganzes Leben durcheinander, als sie erfährt, dass sie Engelsblut in sich trägt und ihre Bestimmung der Erhaltung der Ordnung zischen Menschenwelt und Schattenwelt gilt. Fortan muss sie sich mit Dingen wie Magiern, Werwölfen, Feen, Vampiren und Dämonen befassen. Im Gegensatz zum Film hat die Serie einen großen Anklang gefunden, was vielleicht auch mit dem weniger bekannten Cast zusammenhängen mag. Auch die Besetzung wichtiger Rollen mit Schauspielern lateinamerikanischen Ursprungs soll angeblich dazu beigetragen haben, da die Fanbase in Lateinamerika sehr groß sein soll. Ebenfalls wird mehr auf die Details in der Serie geachtet, so sind wichtige Rollen, die im Film heraus geschnitten oder von Beginn an weggelassen wurden, wieder aufgetaucht. Ich denke, dass das ein sehr wichtiger Punkt war, weswegen der Film tatsächlich eine Serie brauchte. Ich selber bin großer Fan der Bücher und war wirklich enttäuscht, dass so coole Figuren, wie zum Beispiel ein Vampir, der eigentlich nur wieder eine Kirche betreten will, im Film keine Sekunde auftauchen. Auch die zwischenmenschlichen Beziehungen kamen mir etwas zu kurz im Film und so war ich sehr erfreut zu sehen, wie die Serie endlich mehr darauf einging.

„Shadowhunters“ gibt’s bei:

Lethal Weapon

Jahrzehnte nach dem Kultklassiker um die Detectives Murtaugh und Riggs sind die Beiden nun von der Kinoleinwand auf die Fernsehbildschirme gewechselt. Auch „Lethal Weapon“ wurde Teil des neu erlebten Revivals bzw. Remakes vieler Klassiker, zu denen auch die Neuauflage von „MacGyver“ oder „Magnum P.I.“ zählen. Krimiserien mit Kultcharakter. Das ist das große Stichwort bei Serien dieser Art, denn hier wird eine Serie nicht gestartet, weil der Film gefloppt ist, im Gegenteil. Natürlich kommt hier wieder der Punkt: Ist das notwendig? Und ich sage ehrlich: nüchtern betrachtet ist es nicht nötig. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass eine Serie dem echten Kultklassiker nicht gerecht wird, ist in diesem Fall enorm groß. Gerade bei einem so erfolgreichen Stoff würde ich als Produzent lieber dreimal darüber nachdenken, ob ich eine Neuauflage wage. Denn mal ehrlich: Wie viele Filme gab es, die noch einen zweiten Teil hintendran gehängt haben, der eigentlich sehr unnötig war? Da fallen mir spontan einige Beispiele ein, bei denen die Produzenten sich lieber auf dem Erfolg des ersten Filmes hätten ausruhen sollen, anstatt auf Kraft und wegen des Geldes einen zweiten zu produzieren.

Serien wie „Lethal Weapon“ wollen ihr Vermächtnis fortführen und den Menschen durch etwas Nostalgie und einen vertrauten Stoff eine Serie bieten, die sie in frühere Zeiten zurückversetzt. Denn das Erfolgsrezept hat schließlich schon einmal geklappt, wieso sollte es nicht auch ein weiteres Mal funktionieren? Und für Krimiserien ist die Welt in der Regel immer aufgeschlossen, sieht man sich allein an, wie viele Staffel „NAVY CIS“ es mittlerweile gibt, oder wie viele Ableger die Serie bereits hat. Und ich muss ehrlich sagen, die Serien werden tatsächlich den Originalen gerecht. Ich als Liebhaber von Krimiserien schaue ich mir die Revivals sehr gerne an und bin bereits großer Fan. Auch wenn ich nicht mit den originalen Serien bzw. dem Film aufgewachsen bin, so wie meine Eltern, denke ich, kann ich doch relativ gut darüber urteilen, ob die neu geschaffene Serie gut ist oder nicht. Und meines Erachtens haben sie es geschafft den Zuschauer abzuholen und mitzureißen. Was ja bei einer guten Krimiserie auch nicht so schwer sein sollte. Einfach mal auf was neues einlassen lautet hier die Devise. Wiederbelebung ist eindeutig gelungen, den Platz in den Top 5 hat sich „Lethal Weapon“ verdient. PS für mehr Crimeaction mit Humor kann ich auch die Revivals von „MacGyver“ oder „Magnum P.I.“ empfehlen.

„Lethal Weapon“ gibt’s bei:

Limitless

Eine weitere Serie, die ich euch gerne vorstellen möchte, ist „Limitless„. Und ich muss ehrlich gestehen, ich kannte den Film mit Bradley Cooper und Robert De Niro vor der Serie gar nicht. Ich habe damals durch Zufall die Serie im Fernsehen entdeckt und sie mir angesehen. Gleich nach der ersten Folge hing ich dann schon wieder so tief drin, dass es mich nicht losgelassen hat und ich wissen wollte, wie es weitergeht. Denn das schlimmste Gefühl für mich ist es, wenn es ein Rätsel gibt und ich nicht die Lösung erfahre. Weswegen ich Filme mit offenem Ende wirklich schrecklich finde, nur so nebenbei. Man stellt sich jede Sekunde die Frage, wer war es denn nun? Und wieso läuft das alles so ab? Nachdem ich dann den Film „Limitless“ bei meiner Suche auf Netflix entdeckt habe, ging mir in mancherlei Hinsicht ein Licht auf. Denn in diesem Fall ist die Serie als ein Sequel zum Film gestaltet und greift nicht wie bei den zuvor genannten Serien den exakt gleichen Stoff auf.

Bradley Cooper schlüpft auch in der Serie wieder in die Rolle des Edward Morra. Jedoch ist er in diesem Falle nicht die kontrollierte Person, sondern die Person mit der Kontrolle. Film und Serie basieren beide auf dem Buch „The Dark Fields“ von Alan Glynn und befassen sich mit dem Mythos, dass der Mensch angeblich nur 10 Prozent seiner Gehirnleistung nutzt. Im Mittelpunkt der Handlung steht eine Droge mit dem Namen NZT-48, die eben diese Gehirnleistung auf das Maximum von 100 Prozent steigert. So kann auf alle Erinnerungen und Fähigkeiten zurückgegriffen werden. Leider schien die Serie nicht so viel Anklang zu finden, da sie bereits nach der ersten Staffel wieder abgesetzt wurde. Ich fand es etwas schade, aber das zeigt halt auch gut, dass man wirklich darüber nachdenken sollte, ob eine Serie nun Not tut oder ob man vielleicht doch einfach lieber einen zweiten Film dreht, wenn man den Stoff schon fortführen will. Wer mit nur einer Staffel und einem offenen Ende klar kommt: Spannend ist die Serie in Hinblick auf die Fähigkeiten unseres Gehirn alle Mal.

„Limitless“ gibt’s bei:

Sleepy Hollow

Ein weiterer Filmklassiker wurde in eine Serie verwandelt. Zwar wurde „Sleepy Hollow“ schon in unserem letzten Beitrag aufgeführt, aber als einer meiner persönlichen Favoriten, musste ich es an dieser Stelle nochmal nennen. Denn wer hat sich noch nie zu Halloween Tim Burtons „Sleepy Hollow“ angesehen und schön gegruselt? In der Serienadaption wird Ichabod Crane durch einen Zauber Jahrhunderte am Leben gehalten und wacht im Sleepy Hollow der Gegenwart wieder auf. Mit einem jungen Detective der Stadt stellt er sich schon bald wieder seinem größten Rivalen, dem kopflosen Reiter. Die Serie befasst sich aber auch mit anderen mystischen Gegnern und Sagen und beweist dabei auch sehr viel Humor. Das ist im größtenteils der Situation geschuldet, dass Crane einfach restlos überfordert ist, von der modernen Welt. Eines meiner absoluten Lieblingszitate ist wohl folgendes:

„Plastik! Wie konnten wir nur ohne es überleben?“

„Sleepy Hollow“ gibt’s bei:

Wet Hot American Summer: First Day of Camp

Obwohl der gleichnamige Film 2001 nicht gerade der Renner in den Kinos war, wurde er mit der Zeit doch zur kultigen Trash-Komödie. Vergleichbar ist der späte Erfolg ungefähr mit dem der Filme „Kindsköpfe“ oder „American Pie“. Als diese Filme den Erfolg für Trash-Komödien ebneten, erlangte auch der Film „Wet Hot American Summer“ immer mehr Beliebtheit. 14 Jahre nach dem Film kam dann die Miniserie „Wet Hot American Summer: First Day of Camp“ als Netflix-Original auf den Markt. Sie spielt zehn Jahre nach den Ereignissen des Films und zeigt, was die Betreuer von damals mittlerweile aus ihrem Leben gemacht haben. Schlussendlich treffen sich alle im Camp auf eine Reunion wieder und müssen erneut den Campalltag meistern. Das gute an der Umsetzung der Serie: der Hauptcast des Films ist, bis auf ganz wenige Ausnahmen, wieder vollständig dabei. Das gibt dem ganzen den Gewissen Punkt an Authentizität. Zudem ist es auch glaubwürdig, da die Schauspieler nun ja tatsächlich 15 Jahre älter geworden sind (auch wenn zwischen Film und Serie eigentlich nur zehn Jahre liegen sollen).

Die Serie brilliert ebenso wie der Film mit den Kultcharakteren, schrägem Humor und tollen Schauspielern. Empfehlen kann ich hier mal einen Binge-Marathon mit den Freunden: Zunächst mit dem Film starten und sich dann immer Anschluss die Serie reinziehen. Da bleibt wirklich kein Auge trocken, denn egal wie albern der Humor ist, es ist ab einem gewissen Punkt schon wieder so albern, dass es gut ist. Ein Kultklassiker der Trash-Komödie eben.

„Wet Hot American Summer: First Day of Camp“ gibt’s bei:

Zusatz

Da ich euch ja unbedingt meine Lieblingsserie „Sleepy Hollow“ erneut vorstellen wollte, möchte ich an dieser Stelle noch zusätzlich eine gute Serie erwähnen. „Scream“ basiert auf dem gleichnamigen Horrorklassiker aus den 1990ern und behandelt ebenfalls wieder den Mörder mit der berühmt-berüchtigten Maske. Die Serie spielt Jahre nach den ersten Morden der Filme, steht aber mit diesen in Verbindung. „Scream“ ist wie der Film auch, aber nichts für schwache Nerven. Dafür definitiv ein Muss für Fans des Horrorgenres.

Ich weiß, in dieser Liste fehlen wahrscheinlich ein paar eurer absoluten Favoriten, wie „Westworld“ oder „Hannibal“ vielleicht. Ich muss mich in dem Fall leider rausreden, da ich entweder die Serie oder den Film nicht gesehen habe. Aber was sind denn eure Lieblinge? Oder welcher Film hätte eurer Meinung nach vielleicht doch keine Serie gebraucht?

Bilder: Freeform, FOX, CBS, Netflix

Ein Kommentar

  • 12 Monkeys. Mögen viele nicht, für mich aber eine in ihrem eigenen Universum gut erzählte Serie mit einer zusammenhängenden Story über mehrere, von vornherein begrenzten, Staffeln.


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