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Battle Royale

Review: Westworld S04E07 – „Metanoia“

ACHTUNG: SPOILER !!
8. August 2022, 10:36 Uhr
SPOILER !!
Maik
08.08.22

Die vorletzte Folge der aktuellen Staffel „Westworld“ hatte bereits gehörigen Final-Charakter. Dabei ist nicht nur viel passiert, es gab es auch einige Wendungen, wobei meiner Meinung nach nicht alles glücklich verlaufen ist. Der Start war dabei mit Bernard und Maeve am Staudamm noch vielversprechend. Ich muss gestehen, die schwarzen Balken im Bild als Indiz, dass wir uns im Sublime befinden, erst spät bemerkt zu haben.

„And if we’re in there, it means I’m not myself, am I?“ (Maeve)

Dass sich der Loop mit kleinen Änderungen wiederholt fand ich so schön, wie die Tatsache enttäuschend, dass wir lediglich zwei Durchläufe zu sehen bekommen haben. Leider fand ich auch die Mech-Animation nicht ganz überzeugend, die „Riot Controll“ sollte allgemein in der Folge eine eher ernüchternde Rolle einnehmen.

„The outcome is always the same: extinction.“ – „For our kind or theirs?“ – „Both.“ (Bernard & Maeve)

Christina wacht zum x-ten Mal auf, dieses Mal jedoch nicht alleine. Teddy versucht sie weiter aufzuklären, was jedoch erst einmal zu Überforderung und einem riskanten Versuch führt, seine Aussage zu überprüfen, dass ihre Art schwer umzubringen ist. Erst dachte ich kurz, Dolores wäre im Wasserbad wiedergeboren worden, aber es handelte sich wohl lediglich um ein Überlebens-Notprogramm, das nach dem „menschlichen Ertrinken“ eingesetzt hat.

„What are we?“ – „We’re reflections of the people who made us.“ (Christina & Teddy)

Allgemein wird beim Wechsel zwischen vielen Handlungssträngen schnell klar, dass wir eine gewisse Zusammenführung zu sehen bekommen. Das Tempo hat im Vergleich zu den letzten Folgen schon gewaltig angezogen. Das führt zwar auch zu vielen Entwicklungen, jedoch fühlt es sich teilweise so an, als würde man nur von Twist zu Twist und Auflösung zu Auflösung rennen. So richtig atmosphärisch entfalten kann sich nur selten etwas. Selbst die Minute, die Stubbs noch auf die anderen warten wollte, wird extrem gekürzt.

„“See? I can predict the future, too!“ (Stubbs)

Einer der wenigen intensiven Momente bietet sich uns, als Bernard Stubbs zur Seite nimmt und ihm sein Schicksal „mitteilt“. Die Szene hat vor allem im Nachgang einen besonderen Beigeschmack, stellt sich doch heraus, dass der Abschied anderseitig galt, hat Bernard doch wissentlich den Weg der Selbstaufopferung gewählt während Stubbs (zumindest noch) überlebt. Das ist natürlich allgemein gut, sorgt er doch immer wieder für auflockernde Momente, wie bei der (leider auch sehr gehetzten) Wiedervereinigung von Vater und Tochter (sie werden ja so schnell erwachsen…!). Dabei hat mir vor allem dieser Satz imponiert, der so wunderbar vieldeutig daher kommt im Setting dieser Serie und im Speziellen der Figur des Caleb:

„I am me!“ (Caleb)

Dieses „Me“ soll allgemein ein gewisses Rebranding erhalten, wenn es nach Hale geht. Weil ihr bald der Platz für Narben am Arm ausgeht, möchte sie, dass ihre Art sich von den menschlichen Körpern loslöst. Diese „Transcendence“ wurde ja bereits angedeutet, jetzt bekommen wir sie nochmal etwas ausführlicher erörtert und sehen, dass es sich auch nur um eine neue Hülle handelt, die von Apple designt worden sein könnte. Die in Anlehnung an den Turm-Schwung gehaltenen langen Beine dürften ja noch was mit sich bringen, aber so ohne Arme und der Identitätskern direkt offen im „Kopf“ liegend? Na, ob das so praktisch ist? Und bin ich der einzige, den ihr „Send message“ an die Show „The Circle“ erinnert hat…?

Jedenfalls möchte sie in dem Zuge auch die menschlichen Städte „schließen“, was gehörig Motivation an allen Ecken und Enden entfacht. Für manche Hosts, um schnell in den neuen Körper zu huschen, für Host-William geht so aber sein Spielplatz verloren, weshalb er Rat beim echten William holt. Gerade in diesem Gespräch gibt es mal wieder einige wunderbare gedankliche Anknüpfungspunkte, was unsere reale Gesellschaft anbelangt.

„The second we stopped being cockroaches, the whole species went fucking extinct.“ (William)

Letztlich wird er da zum Putsch angestachelt und zur neuen Version des alten Williams, der meiner Meinung nach auch ein ungebührend kurz inszeniertes Ende erhalten hat, aber sein Schmunzeln im Wissen, dass er in gewisser Weise weiter lebt, hatte schon was für sich!

Philosophische bis erschreckend realpolitische Anknüpfungspunkte für unser reales Leben gibt es auch bei der Entwicklung Bernards. Eine echte Rettung der Welt, wie sie ist, scheint nicht mehr möglich zu sein, aber das Bewahren eines Stückchens Hoffnung, also eines kleinen Teiles, soll noch möglich sein.

„Who said we came here to win? We came here to survive!“ (Maeve)

Leider hat mich das große Finale dann nicht gänzlich abholen können. Der Kampf zwischen Maeve und Hale war eher ernüchternd und wie Host-William zum Man in Black mutiert, um allerorts kurzen Prozess zu machen, hatte zwar eine gewaltige Wirkung, aber auch das wirkte auf mich nicht immer stimmig. Aber gerade hier müssen wir glaube ich noch die nächste Folge abwarten, um die Hintergründe und Auswirkungen zu erfahren.

Da wären nämlich noch ein paar Dinge, wie, dass Bernard sich Tipps von sich selbst abgeholt hat, dass er „mit der linken Hand“ nach etwas greifen solle – das hat er meines Wissens aber nicht getan, oder? War das, weil die unberechenbare Variable William dazwischen kam? Oder gilt das für einen späteren Zeitpunkt?

Vor allem wird aber noch spannend, was mit Christina-Schrägstrich-vielleicht-Dolores abgeht. Die hat erstmal ihre Überzeugungskraft genutzt, um ordentlich Chaos bei Olympiad zu stiften. Immerhin wird nach dem Feueralarm auch wirklich etwas in Brand gesteckt! Was auch immer in dem Glas-Beton-Bau brennbar sein soll… Nachdem Host-William „ein letztes Spiel“ gestartet hat (dürfte sich um dieses Battle Royale handeln, was die Kids heutzutage so abfeiern), muss sie jedoch die Grenzen ihrer Kraft erkennen. Die letzten Minuten waren dann schon ziemlich stark. Der Moment, in dem alle durchdrehen und aufeinander losgehen, war sehr gelungen, und auch die visuelle wie musikalische Inszenierung der zwei letzten Szenen (Christina und Teddy in der Gasse sowie der wiedergeborene Man in Black beim Gang in die Stadt) waren wundervoll anzuschauen und haben Lust auf das Finale entfacht.

„Why can’t these people see me?“ – „Because you’re not in this world. It’s real. You’re not.“ (Christina & Teddy)

Puh.. Wie so oft finde ich es schwer, eine Folge „Westworld“ zu bewerten und lande dann doch bei vier Kronen (sorry für die fehlende Varianz, aber die Staffel ist einfach erfreulich konstant). Das wirkte in vielerlei Hinsicht bereits wie eine finale Episode. Es ist so viel passiert – teilweise zu viel in zu kurzer Zeit. Da muss man schon aufpassen, nicht einen beiläufig erwähnten Twist zu verpassen. Leider ging so auch ordentlich Potenzial zur Entfaltung verloren, wie ich finde. Dennoch wusste auch diese Folge mit inhaltsschweren Dialogen, tollem Schauspiel, schönen Bildern und enorm wichtigen Entwicklungen zu überzeugen. Aber das war alles eher State-of-the-Art denn wirklich „Wow!“. Hohes Niveau, ja, wirklich perfekte und überraschende Unterhaltung nicht.

Das kann aber ja noch nächste Woche folgen. Aktuell gibt es viele Fragezeichen, was dann noch passieren soll. Viele Figuren wurden aus dem Spiel genommen, wobei das ja bei „Westworld“ erstmal nicht viel heißt. Vor allem die finale Auflösung der Christina-Geschichte wird hoffentlich nicht nur für einen Teaser-Cliffhanger zur fünften Staffel sorgen, sondern noch Impact im Hier und Jetzt der vierten Staffel haben. Ich bin gespannt und optimistisch, dass das mehr als vier Kronen werden dürften.

Bilder: HBO

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Ein Kommentar

  • Na dann hoffen wir mal das das nur eine Simulation war und der finale Abgang auch einer ist. Wenn ich bedenke das es noch zwei weitere Staffeln geben soll, spricht für mich alles nach einer neuen Welt. Schließlich hat man ja die Büchse der Pandora geöffnet.
    Ich hätte wetten können die Männer in Black tauschen die Rollen und der echte macht genau das was dann doch jetzt der Host macht, Schade.
    Vieleicht gibt es doch noch ein Widersehen mit den alten Bekannten. Marve und Bernhard sind ja als Backup vorhanden. Aber auch Hael gibt es sicher noch. Ansonsten wäre das jetzt doch etwas dumm gelaufen.
    Fand die Folge wesendlich besser als die letzte. Bernhard hatte sogar Anfälle von Humor auch wenn Marv wieder nur „Herzchen“ sagen dufte vom Drehbuch her. Wie schön waren doch die geistreichen Gespräche mit Robert … OK lassen wir das, er ist tot. Oder doch hochgeladen. Bin mal gespannt mit welchen Cliffhänger uns Lisa und Christopher wieder zwei Jahre warten lassen.



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