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"Angry, pervy, outrageous and hilarious"

Rewatch-Review: „Fleabag“ S01E01 (Pilot)

ACHTUNG: SPOILER !!
14. April 2024, 10:04 Uhr
SPOILER !!
Maik
14.04.24

Fleabag-S01E01-Review-pilot-01

2013 hat Phoebe Waller-Bridge beim Edinburgh Fringe Festival ein Ein-Frau-Theaterstück namens „Fleabag“ aufgeführt. 2016 wurde die von Amazon Studios mitproduzierte Serienfassung für BBC Three erstellt, die kurz darauf über Prime Video zum internationalen Hit wurde. Noch immer ist dieser Beitrag mit Bezug zu einer wohl nie kommenden dritten Staffel der Serie einer der am regelmäßigsten aufgerufenen Artikel hier bei uns im Blog. „Fleabag“ ist Kult. Wir hatten euch bereits 2017 einen Serientipp zur ersten Staffel gebracht, jetzt ist die Pilotfolge nochmal separat an der Reihe. Denn so unterhaltsam ich „Fleabag“ auch fand, so richtiger Rewatch-Reiz kam bei mir nie auf. Was seltsam ist, sind die wenigen und kurzen Folgen doch eigentlich ziemlich fix durchgeschaut. Aber funktioniert „Fleabag“ auf den zweiten Blick noch genauso gut? Finden wir es heraus!

Die offizielle Kurzzusammenfassung zur Folge lautet „Angry, pervy, outrageous and hilarious Fleabag arrives with a bang, as she spins through the city grasping at anyone and anything that might keep her head above water.“ – joa, das passt wohl. Die Pilotfolge ist eine gelungene Vorstellung und Einführung in das verkorkste Leben von Titelfigur Fleabag.

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Das typische Element des Durchbrechens der vierten Wand wird direkt zur Begrüßung angewandt. Die ersten gesprochenen Worte sind direkt an uns Zuschauer:innen gerichtet. Schnell wird auch deutlich, welch gutes Timing und hohes Tempo die Dialoge der Serie besitzen. Wenn beispielsweise Fleabag an uns gerichtet „He’s thrilled“ sagt, ehe der gemeinte „He“ selbst an sie gerichtet „I’m thrilled“ sagt. Dass letztlich die komplette Eröffnungsszene auf den folgenden Satz und den kurz eingefurzten Titelscreen hinzielt, charakterisiert die Figur und Serie hervorragend.

„Do i have sa massive asshole?!?“ (Fleabag)

Ja, Fleabag ist obszön. Nicht umsonst kommt die erste Folge mit einer überraschend hohen FSK18-Einstufung daher – das hatte ich so nicht mehr in Erinnerung. Aber gut, hier wird auf Obama masturbiert, geflucht oder auch eine Brust vor dem Verlassen eines Tops gerettet. Hugh Dennis mag nach der kultigen Pullover-pull-over-Szene gar von sexueller Belästigung sprechen.

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Besonders schnelle Schlagwechsel bekommen wir zwischen den beiden schlechten Feministinnen, Fleabag und ihrer Schwester Claire zu sehen. Dass „Fleabag“ aber nicht nur gehobene Geschwindigkeit, sondern auch langsam entfaltende Gags drauf hat, demonstriert die Szene mit dem Stromdieb im Café auf herrliche Art und Weise. Allgemein ist die Folge sehr dynamisch gehalten und weiß vom Pacing her zu überzeugen.

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„I have a horrible feeling I’m a greedy, perverted, selfish, apathetic, cynical, depraved, mannish-looking, morally bankrupt woman who can’t even call herself a feminist.“ – „Well… You get all that from your mother.” (Fleabag & ihr Vater)

Hinten heraus wird dann noch gelungen die emotionale Tiefe der Serie und Figur angedeutet. Nein, „Fleabag“ ist nicht nur lockeres „Nach mir die Sinflut“-Heititei-Leben, hinter dem Verhalten von Fleabag stecken offenkundig Probleme, Zweifel und Verzweiflung. Gekonnt wird das bereits angedeutet, als die eigentlich von Fleabag körperlich unterstützte Betrunkene an der Bushaltestelle mitleidig fragt, wieso Fleabag denn so traurig sei. Nur, um kurz darauf negativ von der Story getoppt zu werden, die Fleabag dem geschwätzigen Taxifahrer erzählt. Die beste Freundin, die wir in zuvor für harmlos empfundenen, lockeren Einschüben zu sehen bekommen hatten, ist kürzlich verstorben. Uff, das hat gesessen.

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[4-Kronen]

Ich hatte gar nicht mehr auf dem Schirm, wie erfrischend und schnell „Fleabag“ doch ist! Beim erneuten Anschauen der Folge habe ich mich köstlich amüsieren können. Wir erhalten einen gelungenen Einstieg in die Serie sowie ihren Hauptcharakter. Zudem wird bereits an vielen Ecken und Enden Vorarbeit geleistet, was zukünftige Storylines anbelangt. Ein hervorragender Auftakt mit authentischem Schauspiel, willkommener Überdrehtheit sowie einigen zu entdeckenden Details. Selbst im Abspann bleibt es unterhaltsam, wenn wir lustige Rollennamen wie „Arsehole Guy“ oder „Bus Rodent“ zu sehen bekommen. Hm, vielleicht sollte ich doch dem Rewatch beiwohnen, den das Lieblingsmädchen geplant hat…

Bilder: Amazon Studios

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