Soundtrack der Woche #70

Musik in: Sherlock Series 4 – The Lying Detective (David Arnold & Michael Price)

SPOILER !!
Michael
16.01.17

Neue Folge unserer Serie „Soundtrack der Woche“: Hier stellen wir Euch regelmäßig Scores, Tracks und Musik-Alben zu unseren Lieblingsserien vor. Dabei gehen wir einerseits auf die Akteure hinter dem Soundtrack ein, aber natürlich auch ausführlich auf die Musik selbst – und ihre Wirkung auf die Serie. Hier gibt es außerdem eine serieslyAWESOME-Playlist bei Spotify zur Soundtrack-Reihe mit den besten Serien-Tracks. Folge 70: Sherlock Series 4 – The Lying Detective.

Die Serie – darum geht’s

Wir haben Sherlock in dieser Soundtrack-Reihe schon vorgestellt, als wir zuerst den Soundtrack zur ersten Staffel besprochen haben, danach dann Staffel 2. Letzte Woche erst noch gab’s dann das Review zur Musik von Folge 1 der 4. Staffel, „The Six Thatchers“. Deswegen gehe ich hier nicht weiter ins Detail zum Hintergrund der Serie – alle Infos gibt es hier in der Folge von letzter Woche.

Die Komponisten

David Arnold ist ein erfahrener Komponist von Filmmusik. Der Brite ist für eine ganze Reihe von James Bond-Scores der letzten Jahre verantwortlich gewesen, unter anderem für Tomorrow never dies, The World is not enough, Casino Royale und Quantum of Solace. Seinen Durchbruch hatte er Anfang der 1990er Jahre mit den Soundtracks zu Stargate und Independence Day. Weitere Filmsoundtracks, die von ihm stammen, sind Godzilla, Zoolander, 2 Fast 2 Furious und die Chroniken von Narnia. In Sachen Fernsehserien war er unter anderem bei UC: Undercover, Little Britain und Randall & Hopkirk unterwegs, ehe er zu Sherlock kam.

Michael Price ist als Sound Editor zur Filmmusik gekommen. 1996 erhielt er von Michael Kamen das Angebot, die Musik von Kamen zu „Event Horizon“ zu orechstrieren. Die Zusammenarbeit klappte, und in den nächsten 5 Jahren gab es verschiedene Kollaborationen zwischen den beiden. Sptäer war r als Music Editor für viele große Produktionen tätig, unter anderem für die Lord of the Rings Trilogie, für Filme wie Love Actually, Bridget Jones und Nanny McPhee. Für The Fellowship of the Ring hat er 2001 einen Golden Reel Award als Music Editor gewonnen. Mit David Arnold gibt es seit einigen Jahren mehrere Ergebnisse der Zusammenarbeit. Zuletzt erschien von Michael Price sein vielbeachtetes Soloalbum Entanglement bei Erased Tapes Records.

Zur Zusammenarbeit haben wir im Review zum Soundtrack der 1. Staffel noch ein bisschen mehr geschrieben.

Die Musik

Wie schon beim Album zur ersten Folge „The Six Thatchers“ geht es bei diesem Album mehr in Richtung klassischem Score – bei den bisher vorgestellten Alben waren einige Motivideen ja auch ausführlicher ausgearbeitet und wiederholt worden. Hier muss man sich wieder auf jeden Anteil an Musik konzentrieren, der sich in 90 Minuten Folge unterbringen ließ. So fehlt auch hier das bekannte Hauptthema zum Beispiel – wer das haben möchte, muss auf die anderen Soundtracks zurückgreifen. „Who I want to be“ ist gleich ein großartiger Opener, üppig orchestriert, geführt von Streichern und einer Sopran-Stimme. „Stopped Lying Down“ fließt so dahin, wieder stark streicherbetont, der niedergeschlagenen Stimmung zu Beginn der Folge angemessen. Auch hier bekommen wir wieder eine Sopran-Stimme zu hören. „In the tower“ setzt dann nochmal die gedrückte Stimmung fort, mit einem dunklen Streicherteppich, einigen Akzenten von Schlagzeug und Oboe, und mit einem ziemlich virtuosen Outro. Es folgt das sehr dramatische „Anyone“, das mit einem vorantreibenden Rhythmus daherkommt und Sherlocks verwirrten Zustand mit dem Eindruck, den Mr. Smith hinterlassen hat, kombiniert.

„Window Deduction“ ist dann ein Track, der viele Sherlock-Fans erfreuen dürfte. Wir bekommen die bekannte dynamische Melodie zu hören, die stets bei Sherlocks Ermittlungsvorgehen zu hören ist – hier nochmal in einer etwas schrägeren Form. Kein Wunder, wenn man weiß, zu welcher Szene die Musik zu hören ist. „Too heavy“ nimmt das getragenere Thema aus de Sherlock-Folgen auf, „You look different“ nimmt Anklänge an das Sherlock-Hauptthema aus dem Intro. Mit „No charges“ folgt ein eher scoriger Titel, der wieder in einen von Sopran-Stimme geführten zweiten Teil übergeht.

Fazit

Ich hatte es ja gerade schon erwähnt – dieses Album ist „scoriger“ als die bisherigen Alben, die wir aus der Sherlock-Reihe kennen. Das hat mit der Konzentration auf eben diese eine Folge zu tun. Die Musik ist aber glücklicherweise in der gleichen Klangfärbung gehalten wie bei den sonstigen Staffeln, so dass man schnell drin ist in der Sherlock-Welt. Besonders gut gefallen hat mir die Integration der Sopran-Stimme, die gerade in den ergreifenden Momenten der Folge enorm gut wirkt. Das Album hat sicher mehr Highlights als das zu Folge 1.

Das müsst Ihr wissen

Das Album ist wieder digital verfügbar und auch in den gängigen Streaming-Portalen wie Spotify zu finden. Das Besondere ist: Man kann die Musik auch auf CD vorbestellen – Veröffentlichung ist am 27. Januar als 3 CD-Version mit sämtlichem Score zu Season 4. Zum CD-Album gibt’s außerdem eine Bonus-CD mit dem Score zur Special-Episode „The Abominable Bride“ dazu – aber nur, wenn man im offiziellen Sherlock-Store bestellt. Michael Price hat bei Spotify auch eine offizielle Sherlock-Playlist erstellt:

David Arnold & Michael Price: Sherlock Series 4 – Music from episode 2 ‘The Lying Detective’

01 Stopped Lying Down
02 Too Heavy
03 Window Deduction
04 Anyone
05 Favourite Room
06 You Look Different
07 No Charges
08 Who I Want To Be
09 In the Tower

9 Tracks, 2017 Silva Screen Records

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