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Intensives Crime-Drama

Review: „A Killer Paradox“ – Staffel 1

Mini-Spoiler
4. März 2024, 14:30 Uhr
Mini-Spoiler
Maik
04.03.24

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Seit Anfang Februar ist die erste Staffel von „A Killer Paradox“ (Originaltitel: „Sarinja-ng-Nangam“) draußen und ich möchte euch in diesem Spoiler-armen Staffelreview aufzeigen, ob es sich lohnt, die acht zwischen 45 und 60 Minuten langen Folgen des koreanischen Crime-Dramas anzuschauen. Soviel vorab: Ja, das kann man durchaus machen, auch wenn man keine epischen Erwartungen haben sollte. Die Grundlagen zur auf einem Webtoon basierenden Netflix-Serie hatte ich ja bereits im Zuge des Trailer-Beitrages zusammengefasst.

Ist Böses Bösen zufügen böse?

„A Killer Paradox“ spielt vor allem mit Themen wie Moral und Psyche. Hauptfigur Lee Tang stellt eher zufällig heraus, dass er eine abstrakte Kraft zu haben scheint. Er bringt Menschen um, die – wie sich im Nachgang herausstellt – selbst Dreck am Stecken haben. Man könnte meinen, Leute, die den Tod verdient haben, da sie das Leben anderer auf dem Gewissen haben und ohne Sicherstellung durch die Polizei weiteren Schaden anrichten würden. Das dürfte nicht wenige an „DEXTER“ erinnern, allerdings ist „A Killer Paradox“ zumindest in dieser ersten Staffel in großen Teilen weicher unterwegs. Das liegt vor allem daran, dass Protagonist Lee zunächst unsicher und später sehr bedacht agiert und nicht jedem Impuls nachgeht. Zusätzlich geht es deutlich weniger wissenschaftlich und neurotisch daher, hat Lee doch passender Weise unverhältnismäßig viel Glück dabei, dass sich seine Spuren wie von selbst auflösen.

„Und an anderen Tagen, da denkt man sich, wen du umbringst ist völlig egal – es trifft den Richtigen.“ (Song Chon)

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Mir gefällt grundsätzlich gut, wie man Lee und die Identifikation seiner Kraft darstellt. Was eher zufällig beginnt, erhält mehr und mehr konkrete Evidenz im Verlaufe der Staffel. Zwischendrin bekommt er auch zu sehen, was passieren kann, wenn seinem Instinkt der sich aufstellenden Nackenhaare nicht folgt, was eine solide Grund-Motivation für den Charakter etabliert. Allerdings hätte ich mir allgemein mehr Morde durch ihn gewünscht. Was noch beinahe wie ein „Monster of the Week“-System, also mit einem Fall pro Folge, beginnt, wird durch eine kleine Montage beschleunigt, um dann mehr oder weniger auf Sparflamme herunter zu kochen. So blieb es aber immerhin recht kompakt in der Erzählung und viele der gezeigten Morde haben auch verwoben in die eigentliche Handlung einspielen können.

Dass aber auch die zweite Hälfte der Staffel eine intensive Dynamik besitzt, liegt vor allem an Gegenspieler Song Chon, der herrlich impulsiv von Lee Hee-joon dargestellt wird. Song ist nicht nur für einige packende Action-Szenen sowie den ein oder anderen coolen Spruch zu haben, er sorgt auch für eine weitere Facette im ethischen Gedankenspiel. Auch gefallen hat mir Son Suk-ku als obercooler Kommissar Jang Nan-gam, der zwar mitunter zu überzeichnet dargestellt wurde, aber einen gewichtigen Punkt eingenommen hat. Dabei geht sein Charakter und dessen Geschichte deutlich über das übliche „Katz-und-Maus-Spiel“ hinaus, das Krimis dieser Art für sich beanspruchen.

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Allerdings hat das Storytelling mir nicht umfänglich gefallen. Es gab Passagen, die sich zu lang oder wiederholend angefühlt haben. Auch dass Figuren ausgiebig erzählen, was sie vorhaben, anstatt zu agieren, wirkte wenig authentisch. Zudem gab es zwar einige nette Wendungen, die wirklich großen Twists haben mir jedoch gefehlt (oder schlicht nicht gezündet). Das soll aber die allgemeine Spannung nicht entwerten, die definitiv gegeben war.

Besonders hervorheben möchte ich zudem den Schnitt. Allgemein gab es einige schöne Visuals zu sehen, die vor allem in Punkto Bildaufbau und Licht punkten sowie Atmosphäre kreieren konnten. „A Killer Paradox“ hat vor allem Stilmittel im Szenenübergang sowie der verschachtelten Erzählweise zwischen parallel ablaufenden oder rückblickenden Sequenzen gekonnt für sich in Anspruch nehmen können. Vor allem die Übergänge mit sich ähnelnden Bewegungsabläufen, Perspektiven oder Motiven (z.B. rote Herdplatte zu rotem Ampellicht) haben mir sehr gefallen.

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„A Killer Paradox“ ist ein reizvolles Crime-Drama, das es schafft, Lockerheit mit Spannung zu verbinden und einige moralische Fragen aufzuwerfen, mit denen das Publikum sich gezwungenermaßen befassen muss. Immerhin stellt sich die Frage, ob man mit jemandem mitfiebern sollte, der andere Menschen umbringt? Auch wenn in den Details der erzählerischen Darbietung ein paar Holprigkeiten aufkommen, weiß die kompakt gehaltene Story vor allem im Schnitt zu überzeugen. Hinzu kommen charkaterstarke Figuren und die Tatsache, dass sich ein bisschen Übernatürlichkeit in das übliche Krimi-Genre einmengt. Davon hätte es aber gerne mehr geben dürften, denn gerade dieses USP hat man meiner Meinung nach nicht stark genug ausgespielt.

2. Staffel von „A Killer Paradox“?

Noch ist offiziell nicht bekanntgegeben worden, wie es um „A Killer Paradox“ weiter gehen wird. Mit dem Ende der letzten Folge von Staffel Eins hat man jedoch zumindest mal eine inhaltliche Möglichkeit offen gelassen, dass man die Geschichte mit einer zweiten Staffel fortsetzen könnte. Für mich persönlich würde es aber inhaltlich auch so einen ordentlichen Abschluss gegeben haben, sollte es das gewesen sein. Ich hätte aber nichts gegen eine Fortsetzung einzuwenden.

Bilder: SONG KYOUNG SUB/Netflix

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