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"Happy Analysis Mode!"

Review: Rick and Morty S05E02 – Mortyplicity

ACHTUNG: SPOILER !!
28. Juni 2021, 10:06 Uhr
SPOILER !!
Maik
28.06.21

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Nach dem zwar nicht episch-genialen, aber doch durchaus gelungenen Staffelauftakt stellte sich natürlich die Frage, in welche Richtung die neue Season „Rick and Morty“ gehen würde. Die Antwort darauf dürfte dem Großteil der Zuschauer:innen gefallen haben, nehme ich an!

Es gibt also Decoy-, sprich, Köder-Familien. Clever dabei ist, dass die Decoy-Familien jeweils von sich meinen, das Original zu sein und sich so weitere Ebenen ergeben. Und weitere Decoys. Ist das aber etwa alles nur eine pseudo-komplexe Einleitung für „Interdimensional Cable 3“?! Nein. Bereits zum zweiten Mal in dieser kurzen Staffel hat man das Kult-Format bereits angerissen, mich würde nicht wundern, wenn die Staffel über lediglich lauter solcher kleiner Andeutungen, aber nie eine richtige Folge in dem Schema zu sehen sein wird. Das war jedenfalls genauso smart angerissen wie das „Look, when you really wanna know what happened to Beth’s mom…“ in einer Decoy-Szene. Ja, da weiß man, wonach die Fans lechzen – und lässt sie wissentlich zappeln!

„Woah, like ‚Westworld‘!“ – „Yes, Morty, like ‚Westworld‘. But don’t fuck them!“ (Morty & Rick)

Die Ebene der Decoys, die Decoys machen, hat was. Man kann jetzt darüber diskutieren, ob die komplette Folge in der Form einfach nur ein aufgebauschtes Hirngespinst ist, das sich selbst befeuert, aber ich fand sehr gelungen, wie man die weiteren Ebenen aufgerollt hat. Das geht vor allem verdammt schnell vonstatten, ich kam kaum mit den Notizen und Screenshots hinterher! Und mittendrin gibt es lauter tolle Selbstbezüge, wie zum Beispiel die wiederholte Haus-Szene, bei der der Decoy-Rick ein „lustigeres“ Decoy-Passwort (8==D) gewählt hat.

„Woah, like ‚Ex Machina‘!“ – „Yes, Morty, like ‚Ex Machina‘. But don’t fuck them!“ (Morty & Rick)

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Gerade wollte ich schreiben, dass man doch gerne noch länger damit hätte spielen können, dass wir nicht mehr wissen, wer die echte und wer der Decoy-Familie ist, da habe ich auch schon den Überblick verloren. Denn ja, nicht nur die Familien (und auch das nicht zugeben wollende Ricks…) sind sich mittlerweile unsicher, ob sie denn nun die echte oder nur eine der vielen Köder-Familien sind, auch wir Zuschauer haben lediglich das Wissen, dass eine ermordete Familie nicht das Ende bedeuten dürfte. Und Morde gibt es viele zu sehen!

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Denn dank des netten Twists, dass die Aliens auch nur Decoy-Auslösch-Teams mit besseren Verkleidungen sind, ergibt sich ein komplettes Smiths-vs-Smiths-vs-Smiths-vs…-Setting. Ein Battle-Royale der Familien und vor allem ein komplettes Durcheinander. Die Montage-Sequenzen haben jedenfalls großen Spaß gemacht und müssten eigentlich mal Frame für Frame durchgegangen werden, so viele kleine Details und originelle Ideen, die sich überall versteckt haben.

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Dann wird es richtig abgedreht mit nicht mehr ganz so überzeugenden aber dafür um so unterhaltsameren Familienkopien. Ich meine, alleine der Kuckucks-Uhren-Move war doch wohl der Knaller! Aber auch hier spielt „Rick and Morty“ mal wieder mit selbstgeschaffenen Klischees. Ja, so eine abseits gelegene Auffang-Gesellschaft gab es bereits einige Male, aber so muss das eben nur kurz angerissen werden, um direkt drauf wieder eingerissen zu werden! Und letztlich werden wir ja selbst mit den Puppen-Kostüm-Decoys selbst nochmal reingelegt, so dass man sich wirklich nie mehr sicher sein kann, was denn nun „echt“ ist und was nicht.

„I just wanna live!“ (Pinoccio-Decoy-Jerry)

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Neben all der Action und dem Humor lässt die Folge aber natürlich auch theoretisch-philosophischen Spielraum. Was ist eigentlich „echt“ und was nicht? Wer hat das Recht, Leben zu erschaffen und vor allem, es auszulöschen? Ob das nun ein Fingerzeig in Richtung Abtreibungsgesetze oder nur ein der Unterhaltung dienendes Hirngespinst sein soll, sei dahin gestellt. Vermutlich irgendwas dazwischen, das gerne zum Nachdenken anregen kann. Aber das schafft es. Vor allem finde ich aber imponierend, wie man es nicht nur schafft, über die Serie hinaus gehende Anstöße zu schaffen, sondern auch Verknüpfungen innerhalb der Serie selbst. Beth gibt Rick ja mehrfach zu denken, dass der jetzt mal erfährt, wie das so ist, wenn man sich seiner Existenz unsicher ist. Ach ja, und natürlich „Rule 34“, hihi…

„I’m not a man – I’m god! You’re just made in my image.“ (Rick)

Selbst das eingangs als „we’re gonna kill god!“ gemachte Statement sollte also in gewisser Weise stimmen. Und wir bekommen sogar noch (sehr kurz und bereits als limitiertes Gimmick klargestellt) Space Beth zu sehen, yay!

„You the.. uh… Summer I came with?“ – „Probably.“ – „Good enough.“ (Rick & Summer)

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krone-uhd krone-uhd krone-uhd krone-uhd krone-uhd

DAS hätte eigentlich der Staffelauftakt sein müssen! Vielleicht haben die Macher sich aber auch gedacht, mal wieder nicht das Klischee und vor allem unsere Erwartungen zu erfüllen. Stattdessen gab es eine okay-gute Folge, alle waren wieder etwas auf den Boden der Tatsachen zurück und – BÄM!

Diese Folge hatte einfach alles, was klassische „Rick and Morty“-Unterhaltung ausmacht. Das Pacing war überirdisch gut, die erzählerische Basis hat gekonnt vom Kleinen ins Große rausgezoomt und dabei nicht nur neue Ebenen, sondern auch den einen oder anderen Twist offenbart. Dabei blieb alles stets spielerisch, dynamisch und mit viel Humor sowie Selbstreferenz garniert. Die vielen Rückbezüge – sowohl auf alte Folgen als auch auf vorherige Ereignisse in dieser – haben mir sehr gefallen, vor allem, weil sie kurz und knapp gehalten, statt haudrauf-offensichtlich waren. Und die Episode liefert auf vielen Ebenen Anknüpfungspunkte, sei es nun das logische Nachvollziehen der Erzählebenen, die Einbindung in das gesamte „Rick and Morty“-Multiversum, das Aufstellen von Fan-Theorien oder auch das Philosophieren auf einer real-gesellschaftlichen Ebene. Selbst das nebenbei aufgeworfene „Happy analysis mode!“ könnte als beiläufiger Gruß an die YouTube-Bubble interpretiert werden, die an dieser Folge gewaltig viel Spaß und Arbeit haben dürfte, was die Analyse anbelangt.

Insgesamt war das schon verdammt gut, da es einfach so ziemlich alle Aspekte hat, die eine großartige Folge ausmachen. Daher gibt es von mir einfach mal glatte fünf von fünf Kronen. Es gab mit Sicherheit schon einige bessere Folgen „Rick and Morty“, nichtsdestotrotz war das verdammt gutes Fernsehen!

Inside the Episode

Hier noch das offizielle Featurette zur Folge.

„Learn how this head-spinning, decoy-filled episode was conceived with co-creator Dan Harmon and writer Albro Lundy.“

Bilder: Adult Swim

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