Die vorletzte Episode der Staffel

Review: Star Trek Discovery S01E14 – The War Without, the War Within

Spoilerfrei
Jonas
06.02.18

Ich glaube ich weiß jetzt wie ich Star Trek Discovery einschätze bzw. welches Bild für die Serie passt: Ein windiger Aal. Jedes Mal, wenn ich denke jetzt habe ich sie, weiß wie sie tickt und wo die Reise hingeht, rutscht sie mir aus den Fingern. Und dann windet sie sich in eine Richtung die ich nicht im Blick hatte.

Und auch diese Folge passt perfekt in dieses Bild. Am Ende der letzten Episode wurde der Anschein erweckt, dass die Föderation komplett besiegt wurde – ganz so schlimm ist es wohl nicht, wie man in der neuen Episode lernt. Aber die Lage ist dennoch dramatisch, große Teile des Territoriums wurden von Klingonen besetzt und es gibt nur noch eine funktionierende Raumstation – die allerdings auch im Rahmen der Folge in die Hände des Feindes fällt.

Die Discovery wird von Admiral Cornwell und Michaels Vater Sarek geentert. Cornwell wundert sich wo das Schiff her kommt, schließlich sind 9 Monate vergangen. Eigentlich warte ich in dieser Situation nur auf den Moment, dass das Problem durch eine Zeitreise gelöst wird; doch das scheint nicht der Fall zu sein. Und damit vermute ich endgültig, dass Star Trek Discovery ein neues Universum eröffnet. Es wird zwar Bezug auf Archer und der Enterprise genommen, die Erzählung basiert also noch auf der gleichen Grundlage aller Star Trek Werke, aber einen so vernichtenden Schlag von Klingonen, davon war bisher nie die Rede in Star Trek. Weshalb es wahrscheinlich ist, dass man tatsächlich einen neue Richtung eingeschlagen hat und diese auch nicht mehr Verlassen wird.

Der Knackpunkt der Folge und auch der Serie ist, dass Georgiou aus dem Spiegelunversium der Föderation hilft oder besser gesagt helfen muss den Krieg zu gewinnen. Eine interessante Wendung aber auch eine extreme Abkehr vom klassischen Star Trek, sofern es in der kommenden Folge wirklich durchgezogen wird. Andererseits hat uns die Serie diese Tatsache, dass man anscheinend nur ohne Rücksicht und mit Hilfer der Spiegelwelt gewinnen kann, schon durch Lorca beigebracht. Durch ihn und seinen extremen Charakter an Bord der Discovery konnte man zumindest das Gleichgewicht im Kampf mit den Klingonen halten, erst als er und die Discovery verschwandt, drehte sich das Blatt zu Gunsten der Klingonen.

Das Bild, dass die Föderation einen dunklen Weg einschlägt, wird durch die Übernahme des Commandos der Discovery von Georgiou mehr als deutlich gemacht. Cornwell behauptet, Georgiou wäre nie gestorben und ist nun zurückgekehrt. Ein extrem starker Moment – erst Lorca als Spiegelcaptain und jetzt Georgiou. Was wohl Gene Roddenberry davon gehalten hätte? Eine kurze Exkursion in die Spiegelwelt ist ja in Ordung, aber die gleiche Taktik und am Ende sogar den bösen Imperator der Terraner als letzte Rettung einsetzen? Ich wiederhole mich, aber es ist tatsächlich mutig was hier mit dem Franchise veranstaltet wird. Ob in der letzten Folge der Debutstaffel doch noch zurück in Richtung Gerechtigkeit und Fairness schlägt?

Bilder: Netflix / CBS

 

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