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Review: The Falcon and the Winter Soldier S01E05 – „Wahrheit”

SPOILER !!
Fabio
17.04.21

Falcon and Winter Soldier Episode 5

„The Falcon and the Winter Soldier“ Episode 4 endete mit einem enorm schockierenden Moment, in dem John Walker nach dem Tod seines Partners Lemar Hoskins ausrastet und sein wahres Gesicht zeigt. In der vorletzten Folge können nun Sam und Bucky den außer Kontrolle geratenen neuen Cap in einer verlassenen Lagerhalle stellen. Es kommt zu einem knallharten Kampf an dessen Ende John flieht und der Winter Soldier und Sam mit dem Schild zurückbleiben.

„John, du musst mir jetzt den Schild geben.“ – Sam

Nachdem die 3. und 4. Folge solide Actionkost bot, rückt die mit „Wahrheit“ betitelte Folge wieder die zwischenmenschlichen Beziehungen in den Fokus. Wakandas Kriegerinnen, die Dora Milaje, führen den Verbrecher Baron Zemo ab, um ihn im Hochsicherheitsgefängnis namens Raft unterzubringen. Derweil kehren unsere beiden Helden zurück in die Staaten, wo insbesondere Sam der Frage nachgeht, ob er vielleicht derjenige sein sollte, der den Schild trägt. Interessanterweise bleiben seine im Kampf zerstörten Flügel bei Joaquin Torres zurück, der in den bunten Heften Falcons Nachfolger wird. Warum Sam von Anfang an gezögert hat, das Sternenbanner-Kostüm und den symbolischen Schild zu tragen, verdeutlicht ein bewegendes Gespräch mit dem ehemaligen Super Soldaten Isaiah Bradley.

„Die werden niemals zulassen, dass ein schwarzer Mann Captain America wird. Und selbst wenn, würde kein Schwarzer mit Selbstachtung das jemals sein wollen.“ – Isaiah

Isaiahs Story wurde in dem Comic „Truth: Red, White and Black“ von Robert Morales und dem Künstler Kyle Baker erstmals erzählt. Wie in der Vorlage ist auch Isaiahs Geschichte in der Serie eine Anspielung auf die realen Experimente in Tuskegee in Albama, bei denen Afroamerikaner von den 1930ern bis zu den 1970ern zu Studienzwecken unwissentlich mit Syphilis infiziert wurden. Auch an Isaiah und seinen Kameraden wurden viele Tests durchgeführt. Als er sich gegen einen Befehl widersetzt, um seine Gefährten zu retten, wird er 30 Jahre lang inhaftiert. Die Episode zeigt damit eindrücklich, dass für jeden Beteiligten Wahrheit und Gerechtigkeit etwas anderes sein kann. Das wird auch in jener Szene deutlich, in der John Walker entlassen wird und kurz darauf bei den Hinterbliebenen von Lemar Anerkennung für seinen Racheakt findet. Wenig später schlägt die von Julia Louis-Dreyfus (bekannt aus „Seinfeld“) gespielte Contessa Valentina Allegra de Fontaine auf, um den geächteten John Walker für sich zu Gewinnen. Comic-Fans wissen, dass es sich bei der Contessa um eine ehemalige S.H.I.E.L.D.-Agentin handelt, die als Madame Hydra zur Anführerin der schurkischen Organisation wurde.

Falcon and Winter Soldier Episode 5 Madame Hydra

Zurück zu Sam: Wenn ein Schwarzer das Erbe von Captain America fortführt, dann spielt neben der Freiheitssymbolik auch die Hautfarbe eine nicht zu leugnende Rolle. Dessen ist er sich auch bewusst und fasst vielleicht deshalb den Entschluss diese Bürde zu tragen. Das sei er schließlich seinen Leuten schuldig, wie er im Gespräch mit seiner Schwester betont. Ohnehin bietet die 5. Folge einige tiefsinnige Dialoge, die die Beweggründe der einzelnen Figuren näher beleuchten. So ist Buckys Geständnis, dass der Schild, das Einzige ist, dass ihn an Steve und damit an etwas wie Familie erinnert, gleichzeitig das letzte Argument, um Sam von seinem Schicksal zu überzeugen. In einer gelungenen Trainingsmontage, wie man sie insbesondere aus Sport- und Actionfilmen der 1980er kennt, sehen wir, dass der Umgang mit dem Schild keine Selbstverständlichkeit ist, sondern gelernt sein will. Zum Schluss scheint Sam bereit für ein neues Kapitel zu sein und schlägt einen Koffer aus Wakanda auf, worin sich aller Wahrscheinlichkeit nach ein neues Captain America-Kostüm verbergen dürfte. Auch John schmiedet in der Post-Credit-Scene in bester Tony Stark-Manier im Verborgenen einen neuen Schild.

Falcon and Winter Soldier Episode 5 John

Bislang bot die Serie keine ganz so großen Innovationen, wie es beispielsweise bei „WandaVision“ der Fall war, dennoch kann sich das Gesamtpaket meiner Meinung nach sehen lassen. Die kleinen tragischen Geschichten über Kriegsheimkehrer und Rassismus harmonieren mit packenden Actionszenen, die den Vergleich mit den Kinofilmen kaum scheuen brauchen. Auch der Einsatz in Osteuropa war eine angenehme Abwechslung zu den üblichen Schauplätzen in Amerika. Die Score von Henry Jackman, der schon die Musik zu „The First Avenger: Civil War“ beisteuerte, sorgt für eine vertraute Atmosphäre. Damit ist die Miniserie eine sehenswerten Ergänzung im MCU. Ebenso wie Sam, bin ich nun bereit für das große Finale am kommenden Wochenende, in dem es nicht nur ein Wiedersehen mit John Walker, sondern auch mit Batroc und den Flag Smashers geben wird.

Bilder: Disney

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