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„Fiktion ist die Wahrheit in der Lüge.“ (King)

AWESOME 5: Die besten Stephen-King Serienadaptionen

Spoilerfrei
Chris
20.08.21

Schon seit frühester Kindheit begleiten mich Grusel- und Horrorbücher. Die Vorstellung, was sich hinter verschlossenen Türen abspielt, welche seelischen Abgründe hinter dem 08/15 unscheinbaren Nachbarn lauern, wie sich eine alltägliche Situation in absolutes Grauen verwandeln kann, hat mich schon immer fasziniert. Doch ein Autor sticht auffallend aus der Masse und hat es mir mit seinen Werken besonders angetan: Stephen King. Ich darf mich wohl rühmen (fast) alle seiner Bücher gelesen zu haben, wenn nicht gar zu besitzen. Viele seiner Werke haben es natürlich aufgrund seiner Berühmtheit auch auf die große Leinwand geschafft oder wurden zumindest als TV-Film oder Serie umgesetzt. Über 80 Verfilmungen gibt es, wovon es leider nur wenige schaff(t)en, die Genialität seiner Bücher in die (ab)gefilmte Realität umzusetzen. Ich möchte hier fünf Serien vorstellen, die ich zumindest als „ziemlich gelungen“ bezeichnen möchte.

Geschichten aus der Schattenwelt (1983-1988)

Stephen King lieferte die Vorlage zu wenigstens zwei dieser knapp 30-minütigen Folgen („Die Todesbotschaft/Richtig verbunden?“ und „Der Textcomputer der Götter“).
Damaliger Originaltitel war „Tales From the Darkside“. Ein solides IMDB-Rating von 7.5/10 ziert diese Anthologie, die es auf immerhin 90 Episoden inklusive einer gewaltige Ladung „Flair der 1980er Jahre“ brachte. Falls ihr aktuellere Anthologien wie „Gänsehaut“ oder „Geschichten aus der Gruft“ gut findet, so seid ihr sicherlich gut beraten, mehr als nur einen Blick zu riskieren. Der Fokus hier liegt selbstverständlich nicht auf Blut, Gedärm und Gore. Die Serie nimmt sich nicht allzu ernst und so manche Folge endet demnach auch eher kurios und witzig als brechreizerregend. Allein Folgetitel wie „Stur bis in den Tod“ (A Case of the Stubborns) oder „Der Quälgeist aus der Flasche“ (Djinn, No Chaser) lassen schon vermuten, was da so geboten wird.

Mr. Mercedes (2017 – 2019)

„Mr. Mercedes“ basiert auf den Büchern „Mr. Mercedes“, „Finderlohn“, „Mind Control“ und dürfte wohl, zumindest laut IMDB, die am besten gelungene Serienumsetzung von Stephen King sein, immerhin 7.8/10 Sterne sind hier schon eine Steilvorlage. 30 Episoden, verteilt auf drei Staffeln ranken sich um den kürzlich pensionierten Ermittler Bill Hodges und dessen finsteren Gegenspieler Brady Hartsfield, der u.a. die titelgebende, tonnenschwere Mercedes-Limousine in eine Gruppe von arglosen Bürgern fährt und etliche davon tötet. Das ist aber noch längst nicht alles, was Brady an irren Ideen in petto hat. Leider gibt es bisher noch keine Informationen darüber, ob es jemals eine vierte Staffel geben wird.

Castle Rock (2018 – 2019)

„Castle Rock“, die von Stephen King erfundene Kleinstadt im Nordosten der USA, genauer im Bundesstaat Maine, war des Öfteren Schauplatz für unheimliche Geschehnisse. „Cujo“, der tollwütige Bernhardiner, war hier bereits ebenso zuhause, wie sich hier der Laden namens „Needful Things“ findet, dessen Eigner für jeweils sehr fragwürdige Gegenleistungen den Kunden genau das verkaufte, was diese am dringendsten benötigten. Diese Serie zeigt uns weitere Geschichten aus der gleichnamigen fiktiven Stadt. 20 Episoden, verteilt auf 2 Staffeln (ursprünglich durch VoD-Anbieter HULU veröffentlicht) brachten es auf eine IMDB-Wertung von 7.6/10.

Meine Review zur zweiten Staffel dieser Serie fiel entsprechend gut aus, ich hatte 4 von 5 möglichen Kronen vergeben. Beide Seasons sind in sich quasi abgeschlossen. Staffel 1 dreht sich um den Anwalt Henry Deaver, der in seine alte Heimatstadt zurückkehrt, um einen namenlosen Jungen zu vertreten, den man in einer Art Tierkäfig im tiefsten Keller des Shawshank-Gefängnisses eingesperrt hat, die zweite zeigt Szenen aus dem Leben der aus Stephen Kings „Misery“ bekannten Krankenschwester Annie Wilkes. Auch wenn es sich strenggenommen um Fan-Fiction handelt, da King ja „nur“ die Vorlage geliefert hat: die Serie ist so gut gelungen und so spannend, dass sie ihren Platz in den Top 5 mehr als verdient hat.

The Outsider (2020)

Stephen Kings Roman „Der Outsider“ diente hier als Vorlage. Leider war dieser Serie bislang nur eine Staffel mit 10 Episoden vergönnt (HBO), die immerhin eine IMDB-Wertung von 7.7/10 erzielte. Ich hatte damals eine Review zur Pilotepisode verfasst und war ein klitzekleines bisschen begeistert. Ich darf daher auch meine Review zitieren: Die Zutaten sprechen für sich: Ein passionierter, mit Feuereifer ermittelnder Detective, ein unbescholtener Vorzeige-Kleinstädter, der plötzlich zum Beschuldigten in einem abscheulichen Mordfall wird, es dabei scheinbar schafft, an zwei Orten gleichzeitig zu sein, und der Antagonist, ein „Etwas“, was nicht greifbar ist, etwas Mystisches, Unerklärliches. Nach meinem Geschmack wurde die Buchvorlage sehr gut umgesetzt, mit glaubhaften Charakteren, einem passenden Soundtrack, düsteren Kulissen und wenig Dialoglastigkeit. Wenn ihr die Serie noch nicht kennt, schaltet ein!

Lisey’s Story (2021)

Als Vorlage diente hierfür Stephen Kings Roman „Love“. Bislang gibt es eine Staffel, aufgeteilt auf acht Episoden. Erhältlich ist „Liseys Story“ bislang nur via Apple TV+. Prominent besetzt mit Julian Moore, Clive Owen und Jennifer Jason Leigh hat diese Serie bei imdb.com immerhin 5.9 von 10 möglichen Sternen erreicht. Davon darf man sich natürlich nicht beeinflussen lassen. Ich habe für mich festgestellt, dass meine eigene Wertung durchaus öfter von der „empirischen“ Bewertung abweichen kann. Hier beobachten wir das Leben von Lisey Landon, der Witwe des verstorbenen Schriftstellers Scott Landon. Stephen-King-typisch verläuft dieses Leben nicht unbedingt in geordneten Bahnen, sondern durchaus mit so einigen unüblichen Wendungen, die auch ins Übernatürliche abdriften. Stephen King selbst verarbeitete Medienberichten zufolge mit diesem Roman seine eigene Nahtoderfahrung und weitere sehr persönliche Erinnerungen. Für seine Fans also ein weiterer Grund, sich selbst ein Bild dieser Serie zu machen oder eben auch die Romanvorlage zu lesen.

Bereits neu in der Pipeline ist die Serie „Chapelwaite“, die schon ab dem 22. August per Streaming (Epix) erhältlich ist. Als Vorlage dazu diente die Kurzgeschichte „Briefe aus Jerusalem“. Ich bin gespannt, wie diese Serienumsetzung ausfallen wird. Einen kurzen Ausblick sowie den Trailer zu dieser Serie gibt es hier von Fabio.

„Wir begeben uns in die Dunkelheit eines Kinos, und hoffen darauf, schlecht zu träumen – weil die Welt in unserem normalen Leben stets so viel besser aussieht, wenn der schlechte Traum endet.“
(Stephen King)

Bilder: HBO, HULU ,STARZ

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