Extraordinary but fairly known British TV shows worth seeing!

Serientipp: Life on Mars & Ashes to Ashes

Spoilerfrei
Tobias
28.06.16

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Die Hälfte meines kleinen Projektes hätten wir nun mit der heutigen Ausgabe auch schon wieder geschafft. Und mir macht es immer noch große Freude, jeden Monat einen kleinen britischen Serientipp vom Stapel zu lassen, einen Tipp bzw. eine Serie, die nicht jeder sofort im Focus haben dürfte. Wobei ich mir da bei der heutigen Ausgabe nicht so sicher bin, denn beide Serien liefen bereits vor einiger Zeit auch im deutschen Fernsehen. Richtig, heute gibt es mal wieder einen EBFKBTSWS Doubleheader. Welcome back to the 70ies and 80ies.

Nach eher lustigen, dramatischen und mysteriösen Serientipps haben wir heute mal einen Mix aus Mystery und Crime und den wohl härtesten Cop, den die 70iger und 80iger Jahre gesehen und ausgespuckt haben: DCI Gene Hunt! Gene Hunt vereint the Good, the Bad und the Ugly in einer Person und stellt neben David Bowie die Verbindung zwischen beiden Serien her: „Life on Mars“ und „Ashes to Ashes“. What? Keine Sorge, ich kläre das gleich auf.

Für mich gehören beide Serien zum UK Serienkult und sollte daher jeder gesehen bzw. zumindest mal davon gehört haben. Außerdem ist der Soundtrack zu beiden Serien grandios – Musik aus den 70igern und 80iger Jahren. Splendid!

„Michael, übernehmen Sie!“ (Tobias, Autor dieses Beitrages)

Life on Mars

Steckbrief

Name: Life on Mars
Genre: Krimi, Mystery
Laufzeit: 58 Minuten
Staffeln (Folgen): 2 (16)
Ausstrahlung: 09.01.2006 – 10.04.2007 (BBC One)
Darsteller: John Simm, Philip Glenister, Liz White, Dean Andrews, Marshall Lancaster

Handlung

DI Sam Tyler wird während einer Fahndung nach einem Mörder von einem Auto angefahren und wacht völlig unverletzt wieder auf – im Jahre 1973. Was dem Ganzen noch eine Erdbeere auf die Torte setzt, ist, dass er auf seinem altbekannten Revier erwartet wird als er so verwirrt durch die Straßen läuft und nach Antworten sucht. Er ist nämlich der erst kürzlich nach Manchester versetzte neue Detective Inspector und wird der Einheit von DCI Gene Hunt zugeteilt. Sam ist perplex. Träumt er das Ganze? Hat Sam eine Art Schlupfloch durch das Raum-/Zeitkontinuum gefunden? Ist er durch die Zeit gereist? Liegt er in 2006 im Koma und er erlebt dies nur in seiner Phantasie?

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Auch für den Zuschauer ist lange Zeit nicht klar, worum es hier eigentlich geht. Man rätselt wie Sam Tyler mit ihm zusammen, während man Sam dabei beobachtet, wie er sich im Polizeialltag der 70iger so schlägt. Er, der mit seinen modernen Methoden nicht nur seinem Chef Gene Hunt gehörig „auf die Eier geht“. Anfangs kommt er mit dem bad cop Hunt nicht allzu gut zurecht aber im Laufe der beiden Staffeln und der Fälle, die beide zusammen lösen, nähern sie sich einander an.

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Und nicht nur zu Gene Hunt und den Kollegen Detective Sergeant Ray Carling sowie Detective Constable Chris Skelton baut Sam nach und nach eine freundschaftliche Beziehung auf, nein, auch zu WPC Annie Cartwright werden zarte Bande geknüpft. Annie hat es im Sauhaufen von Hunt als einzige Frau, die „echten Polizeidienst“ schiebt, nicht leicht und ist immer wieder Zielscheibe „männlichen Humors“. Nur Sam behandelt sie als Kollegin und Frau – Gleichberechtigung ist in den 70igern eben ein Fremdwort.

„Meine Fresse. Wär‘ das Kleid ein bisschen kürzer, könnte man die Haarfarbe prüfen.“ (Gene Hunt)

Nach und nach suchen Sam zudem Bilder und Geräusche heim, als stünde jemand an seinem Bett und spräche zu ihm – aber da steht niemand an seinem Bett und in seinem Bett liegt Sam auch gar nicht. Schemenhafte Bilder stören seinen Schlaf, er sieht immer wieder dasselbe Mädchen mit einer Puppe als Testbild im Fernseher. Und dann bekommt er Anrufe von einer Stimme, die ihm sagt, dass er nur zurück in seine Zeit darf, wenn er Gene Hunt als korrupten Polizisten auffliegen lässt.

Ashes to Ashes

Steckbrief

Name: Ashes to Ashes
Genre: Krimi, Mystery
Laufzeit: 60 Minuten
Staffeln (Folgen): 3 (24)
Ausstrahlung: 07.02.2008 – 21.05.2010 (BBC One)
Darsteller: Keeley Hawes, Philip Glenister, Montserrat Lombard, Dean Andrews, Marshall Lancaster

Handlung

Um das Ende von „Life on Mars“ nicht zu spoilern, sage ich mal, dass die Geschichte von Sam Tyler aus dem Jahre 2006 der Polizeipsychologin Alex Drake in 2008 natürlich bekannt ist, sie hat sich mit seinem Fall eingehender beschäftigt und ist trotz dessen nicht weniger überrascht, als sie bei einer Geiselnahme beim Versuch der Schlichtung angeschossen wird und – wie zu erwarten war – völlig unverletzt aufwacht. Dieses Mal aber im Jahre 1981. Interessanterweise befindet sie sich nicht in Manchester sondern in London der 80iger, trifft aber auch hier in London auf alte Bekannte: DCI Gene Hunt, Detective Sergeant Ray Carling sowie Detective Constable Chris Skelton. Weird?

„Ich bin das A-Team!“ (Gene Hunt)

Auch sie wird dem Team von DCI Hunt zugewiesen und es ist eigentlich alles so wie in „Life on Mars“, nur Annie Cartwright fehlt, genauso wie Sam Tyler. Beide seien nach ihrem letzten gemeinsamen Fall (Finale von „Life on Mars“) einfach verschwunden. Aber das verwundert hier eigentlich niemanden. Nur Alex.

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Ähnlich wie Sam Tyler versucht Alex herauszubekommen, was genau passiert ist und wie sie wieder nach Hause kommen kann. Denn Alex kennt aufgrund der Aufnahmen zu den Untersuchungen von Sam Tyler „die gesamte Geschichte“ – nur hätte sie nie geglaubt, dass das alles „real“ war. So hat sie gegenüber Sam natürlich einen riesen Vorteil, da sie weiß, was eigentlich passieren sollte.

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Aber bei ihr ruft niemand an und es erscheint auch kein Mädchen in ihrem Testbild. Alex wird immer panischer, dennoch schafft sie es sich auf ihre Arbeit bei der Polizei zu konzentrieren, immer aber auch bedacht da drauf, herauszubekommen, wie sie nach Hause zu ihrer Tochter kommen kann. Und dann nimmt auch zu ihr eine Person Kontakt auf: ein Clown!

Meinung

Ich kann mich noch sehr gut daran erinnern, wie gebannt ich vor allem „Life on Mars“ geschaut habe und wie toll ich Philip Glenister als Gene Hunt fand. Schlechte Sprüche („Schampus-Schlüpfer“ als Kosenamen für Drake, im Original “Bolly-Knickers“), anzügliche Blicke und immer quietschende Reifen an seinem Ford Cortina bzw. später an seinem Audi quattro. Natürlich ist „Life on Mars“ anfänglich spannender und mysteriöser als „Ashes to Ashes“, dennoch hatte auch die Fortsetzung ihre Berechtigung und Ausstrahlung. Auch wenn ich John Simm als Sam Tyler das Panische und Hilflose mehr abgenommen habe als Keeley Hawes als Alex Drake, wobei sie ja genauso viel wusste wie wir Zuschauer und das schon eine Art Bürde sein dürfte. Allerdings empfand ich ihre Alex Drake der ersten Staffel sehr, sehr nervig und überheblich – eben weil sie dachte, sie wüsste alles. Das hat sich dann aber in den zwei weiteren Staffeln gelegt und auch Alex Drake wurde einem sympathisch.

In beiden Serien spielen auch die persönlichen Bande zur Vergangenheit beider Protagonisten eine Rolle, in beiden Fällen spielt der Vater eine wichtige Rolle.

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Interessanterweise muss man zwangsläufig das Finale von „Ashes to Ashes“ gesehen haben, um wirklich zu erfahren, was mit Sam Tyler und Alex Drake passiert ist. Man kennt zwar das Ende von „Life on Mars“, dies ist aber nicht die ganze Wahrheit, der Hintergrund zur Serie.

Neben den offensichtlichen Protagonisten Tyler, Hunt und Drake stehen vor allem Carling und Skelton im Mittelpunkt der Fansympathien. Carling ist ein alter Haudegen, irgendwann einmal auf der Karriereleiter stecken geblieben, mürrisch, ähnlich kompromisslos wie sein Chef und ein guter Cop. Sein Partner, Skelton, ist dagegen noch recht jung, unerfahren und sehr tollpatschig. Vor allem im Umgang mit Frauen. Die beiden verkörpern neben ihren sehr sympathischen Rollen das klassische good cop / bad cop Phänomen. Vor allem Marshall Lancaster als Chris Skelton sorgt mir seiner Art immer wieder für lustige Szenen und Lacher. In der Serie als auch auf dem heimischen Sofa.

Das Ende selbst ist dann schon überraschend aber folgerichtig. Und es passt auch ganz gut in die „Logik“ beider Serien.

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Schlussendlich sind beide Serien auch eine Hommage an die 70iger und 80iger Jahre. Die Musik , die Kleidung, das ganze Setting ist absolut gut getroffen und man freundet sich ähnlich wie Tyler und Drake dann doch recht schnell mit dieser Zeit an. Hätten beiden einen Diner wie in „11.22.63“ gehabt, beide wären wohl nicht traurig darüber gewesen und immer wieder zurückgekehrt.

Man sollte unbedingt mal einen Blick in „Life on Mars“ riskieren. Wer jetzt denkt, dass es irgendwie ungerecht ist, dass man dann eigentlich auch noch „Ashes to Ashes“ bis zum Ende schauen muss, dem sei gesagt, auch „Life on Mars“ hat ein klar definiertes Ende. Es würde einem nur das übergeordnete „Warum?“ und „Was nun?“ fehlen. Das Wissen um dieses Warum rundet die Serie aber nur ab, für den Gesamtgenuss ist dieses Wissen nicht unbedingt zwingend notwendig. Aber ich empfehle es natürlich.

David Bowie

Neben der Hommage an diese Zeit ist die Serie auch eine Art Hommage an David Bowie, der ja auch irgendwie für diese Zeit steht. Seinen Song „Life on Mars“ hört man in „Life on Mars“ immer mal wieder, vor allem in der letzten Szene kommt der Song aber zum Tragen. Auch „Ashes to Ahes“ ist ein Song von David Bowie und hier hat man sogar den Clown aus seinem Musikvideo in die Serie geholt und eine tragende Rolle zugedacht. Auch die schemenhaften Träume von Sam Tyler könnten so in einem Musikvideo von David Bowie vorkommen.

Und da die Songs von David Bowie in beiden Serien eine gewisse Rolle spielen und man diese eigentlich zu jeder Gelegenheit hören kann, beende ich meinen monatlichen UK Serientipp mit etwas Musik aus der Vergangenheit.

David, du hast das Wort!

Bilder: BBC

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