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Who's that girl?

Rewatch-Review: New Girl S01E01 – „Pilot“

ACHTUNG: SPOILER !!
27. November 2022, 11:03 Uhr
SPOILER !!
Maik
27.11.22

Am 20. September 2011 lief in den USA auf Fox die erste Folge der späteren 146 Episoden umfassenden Erfolgs-Sitcom „New Girl“. Ich kann mich noch blass daran erinnern, die Folge damals recht zeitnah nach Veröffentlichung angeschaut zu haben. Später sollte die Serie eine der wenigen sein, die ich zusammen mit dem Lieblinsmädchen schauen konnte, weil wir sie beide richtig gut fanden. Und das, obwohl sich die Serie nach der sehr starken (und anderen) Pilotfolge in vielen Aspekten verändert hat. So liebevoll die Figuren und Geschichten auch waren, haben mich einige billige Slapstick-Momente und flach anfühlende Storylines in den letzten Staffeln sehr genervt, weshalb ich gespannt war, wie sich die allererste Folge nach über elf Jahren wohl anfühlen würde. Wir hatten zwar bereits die ersten und letzten Zeilen einiger Hauptfiguren hier im Blog, jetzt wird es aber Zeit für ein richtiges Rewatch-Review!

It’s Jess!

Das Cold Opening ist bereits ziemlich fantastisch gelungen – dynamisch und mit einem gutem Humor-Timing, was den Schnitt anbelangt. Regisseur Jake Kasdan hat für die Inszenierung der Folge übrigens eine Emmy-Award-Nominierung erhalten. Nachdem Jess als Stripperin „Tigerboobs“ ihren Freund überrascht, gibt es den ersten unbeholfen spontan getexteten Song (praktisch, wenn Darstellerin Zooey Deschanel auch Sängerin ist!), der im später als Titelmelodie Kult gewordenen „Who’s that girl? It’s Jess!“ gipfelt.

„Da-dap-da da-daaa! I’m doing… sexy things… with the pilloowww!“ (Jess)

Die kurzweilige Vorgeschichte bringt uns ins Jetzt und vor das Sofa der drei Herren des Main Casts: Nick, Schmidt und… Coach! Ja, kein Winston, wie wir wissen. Dafür gibt es aber bereits das Douchebag Jar!

Die durchgeknallten Charaktere werden gut eingeführt. Nick als ein naiv-kindlicher Jemand, der sich die Ohren zuhält, damit nicht mit ihm schlussgemacht werden kann. Schmidt als Frauenproll mit femininer Ader, der von der komplett weiblichen Kollegschaft im Büro niedergemacht wird. Coach als… Coach (STOP!). Und Jess als ständig singende kindliche Nerd-Frau mit Hang zu Unsicherheit und Tolpatschigkeit aber dann doch ihrer ganz eigenen labilen Souveränität.

„Hey, are you gonna murder me cause you’re a stranger I met on the internet?“ – „Yes, I am.“ – „He says no!“ (Jess & Nick)

Viele Aspekte sind bewusst übertrieben dargestellt, was für den Comedy-Schnitt auch gut funktioniert, an ein paar Stellen wirkte es auf mich aber, als habe man den Bogen leicht überspannt. Insgesamt fühlt sich der Edit jetzt nicht State-of-the-Art an und würde YouTube-Zuschauende vielleicht langweilen, insgesamt ist das aber noch erfreulich dynamisch gehalten und respektabel gealtert. Einzig die Tatsache, dass der Ton an einigen Stellen schlecht abgemischt wirkt, stört.

„I’ll be like your guide!“ – „Like Gandalf through Middle Earth?“ – „Probably not like… Okay. First of all, let’s take the ‚Lord of the Rings‘ references – let’s put them in a deep dark cave, where no one will find them. Ever“ – „Except Smeagol! He lives in a cave.“ (Schmidt & Jess)

„Hey! I like your glasses.“ – „They help me see.“ (Anbaggerer & Jess)

Das Gag-Timing ist jedenfalls gut und die Dichte in der ersten Hälfte enorm. Dann merkt man, wie der Fokus langsam wechselt und die Folge einen Bogen zur Moral einleiten möchte, um zu zeigen, dass sie mehr als plumpe Bespaßung ist. Das beginnt mit dem Auftritt von Hannah Simone als Cece, die vor allem bei Schmidt Eindruck hinterlässt.

Einige Minuten weiter wird zwar etwas konstruiert wirkend aber doch glaubhaft zur Wahl gestellt, ob die Jungs bei der Party des Jahres bleiben oder die sitzengelassene Jess aufmuntern gehen. Die Moral von der Geschichte: Freundschaft statt Party, Ex und Sex! Das wirkt in Sachen Charakterentwicklung nicht ganz authentisch, vor allem bei Schmidt, wer die drei Jungs aber „kennt“, weiß, dass da auch viel Schein dabei ist und sie im Inneren schon entsprechend gestrickt sind. Mir hat jedenfalls gefallen, wie man viele Dinge vom Laufe der Folge aufgenommen und mehrfach verwendet hat.

Das war ein schönes Gefühl, mal wieder in der alten WG in Appartment 4D vorbeizuschauen! Die Herzlichkeit der Charaktere war direkt wieder da – wobei man da natürlich nach sieben Staffeln nicht mehr ganz objektiv dabei ist, als wenn diese Folge nun wirklich der erste Kontakt mit „New Girl“ wäre. Insgesamt habe ich mich aber sehr gut unterhalten gefühlt und konnte wieder sehen, weshalb ich die Serie damals zu Beginn so mochte. Das war ein smartes Drehbuch, das einige wunderbar unterhaltsame Momente parat hielt, die vor allem der wunderbar verpeilten Spielart Deschanels zu verdanken ist. Das hatte wirklich einen besonderen Charakter und konnte in der Form „How I Met Your Mother“ das Wasser reichen. Leider sollten nicht alle Folgen danach diese Qualität erreichen.

Für alle, die bislang nicht wussten, was es mit dem Wechsel von Coach zu Winston auf sich hatte: Schauspieler Damon Wayans Jr. war parallel in der Serie „Happy Endings“ aktiv, dachte jedoch, dass diese abgesetzt werden würde, als er bei „New Girl“ einstieg. Dann wurde „Happy Endings“ aber doch überraschend um eine weitere Staffel verlängert, so dass er nicht mehr mitwirken konnte und somit ab Folge Zwei von Lamorne Morris als Winston Bishop im Main Cast ersetzt worden ist. Zum Glück wusste auch dieser Charakter mit vielen tollen Eigenschaften zu punkten.

„Wait – did you just make up a theme song for yourself?!“ (Nick)

Das ist übrigens nicht die einzige Änderung. Ursprünglich war die Pilotfolge unter dem Scriptnamen „Chicks and Dicks“ von Elizabeth Meriwether verfasst und angeboten worden, wobei das Drehbuch ursprünglich anders aussah als das, was letztlich als Pilotfolge der nun als „New Girl“ betitelten Serie im Fernsehen zu sehen war. Unter anderem hat es das Douchebag-Gefäß nicht gegeben – kann man sich kaum vorstellen, ich weiß.

Vergleich: Pilot vs. Finale

YouTuber Dylan Is In Trouble ist sogar ein paar Schritte weiter gegangen und hat nicht nur die Pilotfolge nochmal geschaut, sondern auch die zweite sowie die finalen zwei Episoden der Serie. Falls ihr selbst nochmal eine kleine Serien-Zeitreise unternehmen und eine weitere Einschätzung hören wollt:

Bilder: Fox

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Ein Kommentar

  • Ich hatte mir letztens nochmal die komplette Serie angesehen und war wirklich überrascht wie sehr das ganze Ding, selbst beim dritten Mal, eine konstant hohe Qualität hatte. Auch wenn leider das „will they/won’t they“ zwischen Jess und Nick arg in die Länge gezogen wurde und eigentlich, nachdem es das erste mal scheiterte, am besten gar nicht weiter hätte aufgegriffen werden sollen.

    Eine Sache, die mir ebenfalls auffiel, war wie die Autoren oftmals ein paar Anläufe brauchten, bis man die Charaktere mochte. Schmidt war z.B. Anfangs das „lustige Arschloch“ der Gruppe, aber am Ende der ersten Staffel war er bei weitem der beste Charakter und zum Ende der Serie sogar der vielschichtigste. Winston war Anfangs eindeutig als „voice of reason“ positioniert, was ihn leider etwas langweilig machte, doch auch hier wurde er immer besser, je merkwürdiger er wurde. Cece war in ihren ersten paar Auftritten einfach nur eine unsympathische Zicke, wurde aber bald nicht nur liebenswerter, sondern stahl oftmals allen anderen die Show, wenn sie mit Winston zusammen vor der Kamera war. Obwohl Coach in der Pilotfolge mein Lieblingscharakter war, ging er mir bei seiner Rückkehr mit seiner hypermaskulinen Art unglaublich auf den Senkel, doch als er zwei Staffel später erneut ausstieg, fehlte der Serie für einen kurzen Zeitraum etwas. Und selbst Megan Foxs Reagan, die Anfangs so perfekt und langweilig war, dass ich mich fragte, ob das vielleicht eine gewollte Parodie auf die „Mary Sue“ war, passte schnell so hervorragend ins Ensemble, dass ich mir fast wünschte, sie wäre bis zum Ende bei Nick geblieben.

    Aber ja, die Pilotfolge war absolut ein guter Ausblick auf das, was da kommen würde. So sehr hat sich die Serie im Laufe der Zeit nicht verändert und so ziemlich alle Schwächen von Folge 1 wurden schnell zu Stärken.


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  • I’m not going to die in a hospital where the nurses aren’t even hot. Dean Winchester (Supernatural)
 
 

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