Hochwertige Dramaserie von ABC

Serientipp: American Crime

Mini-Spoiler
Michael
05.05.18

Rassismus, Vergewaltigung, Drogenmissbrauch, Diskriminierung – das volle Programm sozusagen gibt es in der ABC-Serie „American Crime“, die zwar schon seit 3 Jahren und damit 3 Staffeln existiert, jetzt gerade aber von Sky und Amazon noch einmal frisch ins Programm genommen worden ist. Die Serie ist eine absolute Empfehlung für alle, die mal ein etwas anderes Drama präsentiert bekommen wollen – hochwertig, eindrucksvoll, zum Nachdenken anregend. Rassismus, Vergewaltigung, Drogenmissbrauch, Diskriminierung – die Themen werden hier nicht klischeehaft bedient oder überdramatisiert in den Vordergrund gerückt, sondern sie entwickeln sich dramaturgisch exzellent – Oscar-Preisträger John Ridley sei Dank.

Er hat „American Crime“ gemeinsam mit ABC entwickelt. Idee war es, ein zeitgenössisches, kritisches Bild von Amerika zu zeichnen, und zwar aus den Augen der Betroffenen – der Opfer und Täter, der Beschuldigten und der Entkommenen. Nicht zu verwechseln ist die Serie mit „American Crime Story“ – dabei werden echte Kriminalfälle nacherzählt, hier hingegen geht es vor allem um die Dramen rund um einen konkreten Fall.

Konkreter Fall in Staffel 1 ist ein Überfall auf einen Kriegsveteranen und dessen Frau, bei dem er ums Leben kommt. Dessen Eltern kämpfen darum, dass die Wahrheit ans Licht kommt, und durch verschiedene Zufälle, vor allem aber auch durch Vorverurteilungen, Vorurteile und falsche Schlussfolgerungen geraten Menschen ins Blickfeld, die mit dem Fall eigentlich gar nichts zu tun haben. Die Serie zeigt in Staffel 1 wunderbar, wie ein Rädchen ins andere greift, wie Kleinigkeiten große Entwicklungen nach sich ziehen können und wie unwichtig Menschen die Wahrheit wird, wenn sie nur auf irgendeine Art und Weise eine selbstinszenierte Gerechtigkeit oder Genugtuung erfahren.

An Staffel 1 stimmt einfach alles: Die großartigen Darsteller, unter anderem mit Felicity Huffman („Desperate Housewives“), Oscar-Preisträger Timothy Hutton („Ordinary People“), Regina King („The Leftovers“) und Lili Taylor („Six Feet Under“), dann die tollen Dialogen sowie die absolut atmosphärische Kameraführung und Regie. Wir bekommen die Geschichte ganz eng an den Figuren erzählt, durch extreme Close-ups, durch intensive Dialoge oder auch lange Phasen ohne irgendein Wort, wo die Kameras schonungslos Bilder einfängt, die einen mitfühlen und vor allem mitleiden lassen.

In welcher Reihenfolge man die drei Staffeln schaut, ist übrigens egal: Wie bei „True Detective“ handelt es sich um eine Anthologie-Serie, jede Staffel ist für sich abgeschlossen, wobei in allen drei Staffeln die meisten Hauptdarsteller immer wieder auftauchen, allerdings in unterschiedlichen Rollen.

2 Kommentare



Hinweis: Bei Kommentar-Abgabe werden angegebene Daten sowie IP-Adresse gespeichert und ein Cookie gesetzt (öffentlich einsehbar sind - so angegeben - nur Name, Website und Kommentar). Alle Datenschutz-Informationen dieser Website gibt es hier zu sehen.