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Ein Dreierpack vorm Staffelfinale

Downton Abbey S06E05E06E07 – Triple Feature

SPOILER !!
Tobias
06.11.15

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Ihr werdet es bemerkt haben, dass Double Feature zu den Episoden fünf und sechs kam nicht. Ich könnte natürlich schreiben, dass ich eh vorgehabt hatte, mich etwas ausführlicher zum Staffelabschluss der sechsten Staffel und auch zur gesamten Serie zu äußern – mal das finale Ende mit der Weihnachtsfolge ausgenommen – aber ich kam einfach nicht dazu, mir die Folgen anzuschauen. Ich war gewollt und neugierig, wie es upstairs und downstairs weitergeht. Aber manchmal kommen eben Dinge dazwischen, die dazwischen kommen. Daher heute das Triple Feature zu den Episoden fünf, sechs und sieben mit einem kleinen Ausblick zur finalen Episode acht, die am kommenden Sonntag laufen wird. Also Obacht wenn ihr nicht gespoilert werden wollt.

Da die übliche Aufteilung nach upstairs und downstairs mir dann doch zu unübersichtlich scheint, bei drei Episoden, hangeln wir uns heute über die einzelnen Plots bis hin zum Staffelfinale. In aller Ausführlichkeit.

Das blutige Ende der Krankenhausstreitigkeiten

In den letzten Episoden wurden die Streitigkeiten zwar immer direkter aber immer noch im sehr höflichen British-English ausgetragen, kleinere Ausfälle mal abgesehen, aber man konnte nicht umhin zu bemerken, dass dieser Erzählstrang so langsam seinem Ende entgegen schritt, da die gegensätzlichen Meinungen auf beiden Seiten verfestigt schienen. Das Ende dieser Streitigkeiten bedeutet aber auch das Ende eine der schönsten Auseinandersetzungen zwischen wortgewandten Meinungsführern, bei denen offenkundig auch die beiden Schauspielerinnen Maggie Smith als Old Lady Grantham und Penelope Wilton als Cousin Isobel größten Spaß hatten. Für mich jetzt schon ein Höhepunkt der sechsten Staffel. Aber irgendwann ist auch mal gut. Die Drehbuchverantwortlichen hatten sich für das Ende der Diskussion einen bildgewaltigen Ausgang überlegt, mit prominenter Besetzung. Niemand geringes als der spätere Premierminister Neville Chamberlain war zu Gast auf Downton. Eingeladen wurde er von unser aller Lieblingsgroßmutter, mit dem Ziel, sich seine Unterstützung als letzten Ausweg in der leidigen Angelegenheit zu sichern. Und Chamberlain ist als Gesundheitsminister der Insel zu jener Zeit ein Mann vom Fach. Aber der gewiefte Politiker und Stratege roch sehr schnell den heißen Braten und vermied eine klare Aussage pro oder contra der anstehenden Übernahme des privaten Krankenhauses in Downton. Zu einer direkten Aussage konnte ihn Violet nicht mehr bewegen, denn Blut spritzte über das schöne Geschirr, über die Tischdecke, in die Kronen des Lüsters und den Schmuck der Damen. Die Hustenanfälle von Robert und der Verdacht auf ein neues Geschwür kolportierten in einem nicht unbedingt splatterartigen Bluthusten, aber dennoch im Angesicht der sonstigen Inszenierung der Serie war der Anblick sehr gruselig und panikschürend. Große Aufregung innerhalb des Anwesens, unten wie natürlich oben, war das Ergebnis.

Für Cora ist aber mit diesem Vorfall die Diskussion beendet. Aber auch Violet hat nun natürlich andere Prioritäten. Am Ende wird das Krankenhaus übernommen und Cora als Präsidentin eingesetzt. Das eigene Königreich der Violet wird immer kleiner. Poor Violet.

Sehr pathetisch aber auch sehr wunderschön war wie der aus dem Mund blutende Robert, am Boden liegend, seiner Frau Cora seine unmissverständliche und ewigdauernde Liebe nochmals versichert, sollte er diesen Anfall nicht überleben. Dieser Bruch in der gewohnten bildhaften Ästhetik war ungewohnt aber dadurch auch umso effektvoller. Ich hatte zu keiner Zeit Angst um den Lord, dennoch war die Aufregung vor allem auch bei den Bediensteten spürbar. Und ich hatte nicht das Gefühl, dass hier Ängste hinsichtlich des Verlustes der Anstellung vordergründig waren. Ein sehr drastisches Zeugnis, dass die Bewohner von Downton Abbey zusammenhalten. Ein sehr romantisches Bild im Gesamtkontext der langsam an allen Enden zusammenbrechenden bisherigen Gesellschaftsordnung. Ein schönes dazu.

„Golly!They’ve sacked the captain“ (Cora)

Open Day at Downton Abbey

Die Ereignisse beim „red dinner“ haben zur Folge, dass die Leitung über das Anwesen nun komplett bei Mary und Tom liegt und der langsam wieder gesundende Lord Grantham nur noch in allerwichtigsten Fragen mit ins Boot geholt wird. Eine der ersten Entscheidungen der Beiden ist, zugunsten der Krankenhausstiftung den Bewohnern von Downton gegen ein kleines Entgelt Zugang zu den öffentlichen Räumen des Anwesens zu ermöglichen. Die Vorbereitungen dieses Tages sind enorm, alles soll ja so „authentisch“ wie nur möglich sein. Insbesondere die Bediensteten wundern sich, dass die normalen Bürger von Downton Eintritt zahlen wollen, um einmal die Räumlichkeiten des Anwesens betreten zu dürfen. Hier zeigt sich sogar innerhalb der Bediensteten und der normalen Bürger eine Art Klassenunterschied, da für die Bediensteten diese Welt etwas völlig normales ist, für die Bewohner des Ortes aber etwas ganz Besonderes. Dennoch wird die Familie überzeugt, dass man den Bewohnern mehr bieten muss, als nur den Zugang. Sie würden auch eine Art Führung erwarten. Die Damen des Hauses, also Cora und ihre Töchter Mary und Edith übernehmen daraufhin am Tag der offenen Tür jeweils Gruppen zu zehn Besuchern und führen daraufhin diese durch die Räumlichkeiten im Erdgeschoss. Diese kurzen Szenen gehören für mich dann sogar zu den lustigsten der gesamten Staffel, da die Damen keinerlei Ahnung haben und nur Allgemeinplätze von sich geben wie „… and you know, he… built lots of lovely… big buildings.“. Die Damen könnten ab morgen auch eine Politikerkarriere einschlagen.

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In einer Szene wird zudem angedeutet, dass Mr. Molesly noch etliche Ergänzungen beizutragen hätte, er kann diese aber nie äußern. Seine große Stunde soll aber nicht mehr lange auf sich warten lassen.

Die Szenen beim Tag der offenen Tür waren eine willkommene lockere Ablenkung vom „red dinner“ – auch visuell – und den teilweise grauen Wolken rund um das örtliche Krankenhaus. Es hat auch beim Zuschauer bestimmt noch einmal großen Spaß gemacht, sämtliche Räume des Erdgeschosses zu sehen. Wenn auch nur sehr kurz und in Ausschnitten, da hätte man sich ruhig ein wenig mehr Zeit nehmen können, um sich im geeigneten Rahmen vom Gebäude zu verabschieden.

Mary und Henry

Die Romanze zwischen Mary und Henry Talbot spitzt sich zu, man sucht offizielle Anlässe, um sich zu treffen, sich weiter zu beschnuppern. Wobei sich das nur auf Mary bezieht, da Henrys Gefühle für Mary klar zu erkennen sind. Insbesondere Schwager Tom bemerkt die romantischen Spannungen zwischen beiden und versucht Mary in Richtung Henry zu schubsen, da er von der Aufrichtigkeit Henrys überzeugt ist und davon, dass er Mary glücklich machen würde. Mary selbst hadert noch ein wenig, es kommt aber dennoch – ganz cineastisch – während eines Regenschauers in einer Seitengasse zu einem kurzen Kuss. In diesem Augenblick hatte ich in der Tat das Gefühl, dass sich Mary unter Umständen doch eine Zukunft mit Henry vorstellen könnte. Ich persönlich nämlich nicht. Auch wenn man sagt, dass sich Gegensätze anziehen und ergänzen, aber zwischen beiden hatte ich nie das Gefühl einer angenehmen Zweisamkeit. Mary ist nun mal eine Person, die sehr von sich überzeugt ist, in den alten Traditionen lebt und bestrebt ist, die Tradition und das Anwesen in die neue Zeitrechnung zu begleiten. Auf der Basis der Traditionen. Von daher benötigt Mary einen starken Partner an ihrer Seite, jemand, der ihr auch mal die Richtung weisen kann.

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So jemand wie eben Matthew Crawley oder, ich schreibe es einfach mal, so wie Tom einer ist. Auch wenn ich nicht glaube und hoffe, dass die Geschichte in diese Richtung weiterentwickelt wird oder dies am Ende der finalen Folge, der Weihnachtsepisode, angedeutet wird. Nur eins ist für mich klar, Henry ist aus meiner Sicht nicht der richtige Partner für unsere Mary. Auch Anna denkt da ähnlich und äußert dies auch unüberhörbar, wenn auch im höflichen Understatement einer Kammerzofe. Und Mary denkt zum Ende der siebten Folge ähnlich, was zur Trennung zwischen Henry und Mary führt. Allerdings, und das ist eher eine Befürchtung, glaube ich nicht, das hier schon das letzte Wort gesprochen wurde. Die vertrauten Gespräche mit Tom zeugen zumindest von einer letzten Möglichkeit, die die Drehbuchautoren offen lassen.

„But let me tell you this. You will be hurt again, so will I. Because being hurt is part of being alive.“ (Tom Branson)

Edith und Bertie

Ganz anders ist die Situation zwischen Edith und Bertie. Auch einem unromantischen Stein dürfte die prickelnde Chemie zwischen beiden Figuren aufgefallen sein. Und es macht großen Spaß beiden dabei zuzusehen, wie sie sich umgarnen und insbesondere Bertie große Augen bekommt, wenn er Edith anschaut. Endlich, könnte man sagen, endlich kann Edith auch mal wieder die Sonnenseiten des Lebens genießen. Und Bertie erfüllt in meinen Augen genau das, was Henry Mary nie geben wird können. Ein verlässlicher Partner, unterstützend, mit einer eigenen Meinung und das wichtigste, beide respektieren sich für ihre Arbeit – neben den Schmetterlingen im Bauch. Es kommt dann auch nach den Ereignissen rund um das Autorennen zu einer kleinen Kuschelszene. Und es kommt zu einem Heiratsantrag. Denn Edith nicht ablehnt aber auch noch nicht annimmt. Denn wir wissen, da gibt es noch etwas zu klären, was Bertie noch nicht weiß: Marigold. Edith deutet zwar an, dass sie Marigold mit in die Ehe nehmen würde, da sie am besten mit ihr aus der Familie kann, und Bertie ist überhaupt nicht verunsichert. Allerdings verschweigt die zweitälteste Tochter weiterhin das Marigold ihre eigene Tochter ist. Und das könnte und dürfte das große Problem werden, auf was die beiden zusteuern werden. Ich glaube nämlich nicht, das Bertie ein Problem damit hat, dass Edith schon ein Kind hat, sondern, dass sie es so lange verschwiegen hat.

Edith und Mary

Womit wir bei Edith und Mary wären. In einigen Situationen unterstützt Mary immer wieder Positionen von Edith, die dies überrascht zur Kenntnis nimmt. Aber je klarer Mary wird, dass sie demnächst wohl wieder ohne Partner durchs Leben gehen wird, in Verbindung mit Erfolgen der kleineren Schwester, desto aggressiver wird Mary Edith gegenüber. Dazu passt, dass sie langsam die Geschichte rund um Marigold anzweifelt und entsprechende Fragen stellt. Eigentlich wissen alle Bewohner des Hauses, außer Mary, dass Marigold die Tochter von Edith ist. Ob nun wissentlich oder nur als Vermutung. Aber es passt, dass Mary davon noch nichts weiter mitbekommen hat, da sie sich eher weniger um das Leben ihrer Schwester kümmert. Die Lorbeeren, die sich Mary bei Anna verdient, verliert sie wieder, wenn es um ihre Schwester geht. Hier sind die Weichen klar auf Krawall gestellt, ich vermute dass es in der letzten Folge der Staffel zum großen Krach kommen wird, der sich erst wieder in der Weihnachtsfolge auflösen wird. Ich gehe nämlich nicht davon aus, dass es am Ende der Serie irgendeinen offenen unbefriedigenden Handlungsstrang geben wird.

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Mr. Carson und Mrs. Hughes

Das Traumpaar der sechsten Staffel. Ganz klar. Beide wohnen jetzt in einem kleinen Häuschen in Fußweite zum Anwesen. Und sie versuchen, wenn sie spät Abends nach Hause kommen, so etwas wie ein normales Eheleben zu führen. Was in den Augen von Mr. Carson darin besteht, dass seine Frau ihn bekocht und das Haus in Schuss zu halten hat. Also ungefähr so, als wäre er nun der Lord im Haus und Mrs. Carson eine seiner Bediensteten. Wenn auch alles in diesem besonderen Mr. Carson Style. Man weiß, er ist kein Chauvinist, er ist einfach in einer anderen Zeit aufgewachsen und hat seine Vorstellungen in den Haushalten der oberen Gesellschaft erworben und gefestigt, zudem scheint er nie gelernt zu haben, außerhalb eines Anwesens eine eigene Wohnung zu führen. Seine Frau schaut sich das auch eine zeitlang an, tuschelt ein wenig mit Mrs. Pattmore über ihren Mann und seinen etwas veralteten Vorstellungen. Aber immer auch mit einem Augenzwinkern. Als Mr. Carson dann aber die Kochkünste seiner Frau, die wahrlich nicht ausgeprägt sind, bemängelt und darum bittet, dass sie sich bei Mrs. Pattmore ein paar Tipps holen solle, drehen beide Damen den Spieß um und Mr. Carson hat für einen Abend nichts mehr zu lachen. Denn er ist auf einmal für den Haushalt und das Abendessen verantwortlich und er stellt sich dabei wirklich nicht professionell an. Dabei wird er schmunzelnd von seiner Frau beobachtet, die eine Handverletzung vortäuscht, weswegen er überhaupt erst in diese missliche Lage kam.

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Es kommt sogar soweit, dass Mr. Carson beim Essen einschläft. Wo ist denn da die Etikette, Mr. Carson? Eine weitere erwähnenswerte Szene findet während der Abwesenheit der Familie statt, alle sind beim Autorennen, als Mrs. Hughes (wir sind ja im Anwesen) ihren Mann im großen Wohnzimmer auf das Sofa bittet, um einfach mal in Ruhe zusammen zu sitzen. Man sieht den inneren Kampf in ihm toben, da es sich nicht geziemt, sich auf das Sofa seiner Lordschaft zu setzen. Als er sich dann aber doch überreden lässt, bemerken sie beide die andere Sichtweise auf die Räumlichkeiten (und die Welt) und wie bequem das Sofa ist. Mr. Carson ist schon fast kindlich erfreut, die Zweisamkeit wird dann aber durch Mr. Barrow gestört, der mit einem netten Spruch auf den Lippen den Raum betritt. Nichts böse gemeintes, eher small talk in Bezug auf die Situation. Mr. Carson fühlt sich ertappt und schwenkt sofort wieder in den Anti-Barrow Modus. Ein Modus, der ihn mehr als unsympathisch macht und ihm auch überhaupt nicht steht.

„If I withdraw my friendship from everyone who had spoken ill of me my adress book would be empty!“ (Violet)

Der einsame Thomas Barrow

Womit wir bei der tragischsten Person der Staffel und womöglich der ganzen Serie wären. Thomas sagt es selbst, dass er wohl die einsamste Figur auf Downton ist. Natürlich selbst verschuldet aber gerade der Umgang mit Andy und seiner Lese-/Rechtschreibschwäche (ok, er kann weder lesen noch schreiben) zeigt jedem, der es sehen will, das hinter der Fassade des einsamen Thomas eine noch einsamere Person steht. Jemand, der sich nach Anerkennung sehnt, jemand der zwischen den gesellschaftlichen Umbrüchen steht. Thomas ist weder Fisch noch Fleisch. Er ist der Moderne aufgeschlossen gegenüber und wüsste die Vorzüge für sich zu nutzen, allerdings ist er noch voll und ganz der hergebrachten Gesellschaftsordnung verhaftet. Sein Traum ist weiterhin der des Butlers in einem gut geführten Haus, geachtet vom gesamten Hausstab, anerkannt von der Familie. Das sich dieser Traum in der heutigen Zeit erfüllen wird, ist kaum zu erwarten. Seine Bemühungen nach einer neuen Anstellung sind bisher mehr als ernüchternd. Die Situation für Barrow wird sogar noch mieser, da nun ganz offiziell zwischen Mr. Carson und seiner Lordschaft vereinbart wurde, das Personal zu reduzieren und in Barrow den ersten gefunden haben, der so schnell wie möglich an eine andere Familie abgegeben werden soll. Wie ein kleines Hündchen. Sinnbildlich die Szene in der er alleine in der Küche vor sich hin weint. Verlassen von der Welt und mit dem Ausblick, den Ort verlassen zu müssen, an dem er sich doch so wohl und heimatlich fühlt wie sonst noch nirgends. Dazu kommt, dass man Barrow eigentlich kaum noch wirklich arbeiten sieht, auch wenn er seine Hilfe anbietet, sie wird ausgeschlagen. Von daher ist das Gefühl der Nutzlosigkeit in Barrow schon verständlich und nachvollziehbar. Die tragische Prämisse des Mr. Barrow, von der man im Serienfinale weiß, lässt nichts gutes für die weitere Entwicklung erwarten.

Die nervende Daisy und der tapfere Mr. Molesly

Was geht mir Daisy in dieser Staffel auf die Nerven, erst versucht sie alles, dass ihr Schwiegervater bei den Crawleys einen neuen Hof erhält, nachdem er seinen bisherigen Hof verloren hatte. Und es erfüllt sich auch, der Wunsch. Nun hat sie offenbar gefallen daran gefunden, ihren Schwiegervater und sein Bemühungen um Mrs. Pattmore, um nun aus Freundlichkeit oder mehr, zu torpedieren. Aus reinem Egoismus. Die Motivation von Daisy ist für mich nicht ganz klar. Auch ihr ständiges Auf und Ab in ihren Meinungs- und Wutausbrüchen gegenüber den Crawleys und damit der oberen Gesellschaftsschicht passen aus meiner Sicht eigentlich nicht zur Figur der Daisy. Anderseits ist sie genau jene Generation, die weiß, dass der weitere Lebensweg sich gerade in diesen Tagen als derart ungewiss abzeichnet, das man schon mal in Panik geraten kann. Oder aufbegehren. Oder anbiedern. Oder in Vollopposition gehen. Interessanterweise erwarte ich sogar, dass nun, nachdem Mr. Molesly die Prüfungen als Bester abgeschlossen hat und nun eine Anstellung als Lehrer winkt, auch er von den Wutausbrüchen nicht verschont bleibt, da ich denke, dass sie die Prüfung bestimmt nicht so gut bestehen wird, wie sie es erhofft. Wenn überhaupt.

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Für Molesly freut mich die persönliche Perspektive sehr, da er mit am meisten unter den tragischen Ereignissen rund um Matthew gelitten hat, auch innerhalb des Hausstabes. Auch seine Unterstützung bei Mrs. Baxter, die ich persönlich aus reiner Freundlichkeit seines Wesens erlebe, ist passend zu seinem Charakter und man würde ihm mehr Anerkennung innerhalb der Bediensteten wünschen, aber er ist immer noch ein bisschen der Außenseiter, derjenige, den die Familie aus persönlicher Not gerettet hat, nachdem Matthew tödlich verunglückt war und er somit seine Anstellung verlor. Da er sich aber immer einwandfrei verhalten hat, ist ihm der persönliche Aufstieg außerhalb der bisherigen beruflichen Karriere zu gönnen. Das dies nicht ohne weitere Anfangsproblemchen vonstatten geht, scheint klar.

Das Autorennen

Der große Showdown der siebten und vorletzten Episode der regulären Staffel von „Downton Abbey“ zeigt noch einmal, dass die Drehbuchautoren und das gesamte Team rund um Juilian Fellows auch in der Lage sind, eine packende Szene in das ansonsten doch sehr ruhige und gesittete Gesamtbild zu verorten, wilde Kamerafahren, aufblühende Männerherzen und quietschende Reifen für bestimmt 10 Minuten Screentime. Man hätte beim Anblick von Tom und seiner Lordschaft, insbesondere beim Anblick ihrer großen Kinderaugen, herzhaft „mitgrunzen“ können, so männlich kindisch verhielten sich beide Männer in der Loge am Parcours. Das die wilde Jagd nach der Führung nicht ohne Crash ausbleiben wird, war von vornherein klar. Auch das es nicht Henry erwischen wird, meines Erachtens auch. Man wird Mary nicht zweimal in die Situation bringen, dass sie ihre Männer durch einen Autounfall verliert. Auch wenn die Szenen bis zum Unfall und dem Tode von Henrys besten Freund immer wieder die alten Wunden in den Vordergrund gestellt hat.

Mein Ausblick

Julian Fellows hat noch einige heiße Eisen im Feuer für seine letzte Episode. Wobei ich fest davon ausgehe, dass wir am Ende der letzten regulären Episode, die am Sonntag ausgestrahlt wird, noch einige Cliffhanger zu verkraften haben, die erst in der Weihnachtsepisode aufgelöst werden. Die Story der Old Lady Grantham scheint noch lange nicht auserzählt auch wenn sie sich aktuell nicht mehr in England befindet. Ich glaube zudem, dass wir Maggie Smith erst wieder in der Weihnachtsfolge wiedersehen. Unter Umständen passiert aber auch etwas auf der Überfahrt aufs europäische Festland. Hier könnte man sozusagen dramaturgisch den Kreis schließen, den der Untergang der Titanic am Anfang der Serie begonnen hat. Nicht jedes Schiff erreicht das Festland.

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Bei Thomas Barrow bin ich gespannt, welches Ende man für ihn vorsieht. Ich könnte mir vorstellen, dass er aufgrund der persönlich empfundenen Ausweglosigkeit Downton liegend auf einer Bahre verlässt und sich Mr. Carson dadurch mehr als schuldig führt, da er Thomas in den letzten Folgen schon krass spüren ließ, das er nicht mehr benötigt wird. Oder aber, Fellows und Co haben ein heldenhaftes Ende für Barrow vorgesehen. Vielleicht rettet er eines der Kinder, zu denen er ein gutes Verhältnis pflegt und kommt dabei selber um. Die Gerüchte rund um Thomas Barrow und sein Ende sind für mich eindeutig damit verknüpft, dass er die letzte Klappe der Serie nicht mehr erleben wird.

Bei Mary und Edith erwarte ich einen großen, dreckigen Showdown. Ich erwarte, dass Mary die Geschichte mit Marigold erfahren wird, dass sie es ist, die es Bertie mitteilen wird, um sich zu rächen – wir erinnern uns an einen toten Türken – und wir dadurch den großen Krach zwischen den Schwestern miterleben werden, zwischen Edith und Bertie als auch innerhalb der Familie und der Hausbediensteten. Das Team Edith gegen das Team Mary!

Was erwartet Ihr beim Staffelfinale?

Vorherige Folge

Fotos: itv

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