Darüber hat man gesprochen

AWESOME 5: Die größten Serienaufreger

Mini-Spoiler
Jonas
18.05.19

Große und beliebte Serien haben es oft nicht leicht. Je erfolgreicher sie werden, desto größer sind die Erwartungen der Fans und desto seltsamer die Schauspieler. Manchmal bewirken aber auch externe Faktoren, dass eine Serie auf einmal nicht wiederzuerkennen ist. Die heutige Awesome 5 kümmert sich um die größten Serienaufreger.

Dallas

Fangen wir historisch an und schauen zurück in die 80er. Damals war „Dallas“ so groß wie Game of Thrones und die Fußballweltmeisterschaft zusammen. Kaum einer, der nicht in der Mittagspause mitreden konnte, wenn es um die Serie ging und die Namen der Charaktere kannte. Einer der Stars war Patrick Duffy, für mich der ewige Mann aus Atlantis, aber das ist eine andere Geschichte. Patrick wollte eines Tages nicht mehr mitmachen und er wurde dementsprechend aus der Serie geschrieben. Die Autoren wählten den endgültigen Ausstieg, er starb durch einen Unfall. Die Fans der Serie fanden das alles andere als gut und infolgedessen litt die Staffel ohne ihn an deutlich geringeren Quoten. Die Lösung des Problems war für Kollege Larry Hagman klar, Duffy muss zurück. Und wie dreht man einen eigentlich unumkehrbaren Tod? Indem man einfach behauptet, er wäre nie geschehen und alles in der Zwischenzeit war nur ein Traum. Genau das war der „Twist“ und Patrick stand auf einmal unter der Dusche und die Staffel, in der er nicht dabei war, wurde angeblich nur geträumt.

Seinfeld

„Seinfeld“ soll ein Aufreger sein? Obwohl es hier nicht um Mord oder Totschlag geht, hat die Serie über seine 9 Staffeln eine riesengroße Fanbase angesammelt. Dementsprechend war klar, dass man sich für das große Finale etwas Besonderes einfallen lassen muss. Das Ergebnis fand bei den Fans aber keinen Anklang und auch objektiv gesehen war das Ende sehr seltsam. Was passierte in der letzten Folge? Anstatt eine weitere Aneinanderreihung von obskuren Ereignissen zu zeigen, so wie üblich in der Serie, wurden die vier Charaktere für ihre Gemeinheiten in den vergangenen Jahren angeklagt und verurteilt. Ein neues Gesetz in einem Bundesstaat machte dies in der Geschichte möglich. Aber nicht nur der Aufhänger war komisch, auch das Recyceln von früheren Charakteren, die gegen die Protagonisten im Finale aussagten. Ein verstörender und wenig passender Abschluss zu so einer glorreichen Serie.

Sopranos

Und noch ein Finale, welches in die Historie der Aufreger eingeht. Die Autoren der „Sopranos“ dachten sich vielleicht: „Bevor wir es jemanden mit dem Ende nicht recht machen, machen wir einfach gar kein Ende!“. Dazu muss man wissen, dass in der Serie alles auf den eventuellen Tod des Mafiaboss Tony Soprano, gespielt von James Gandolfini, hinauslief. In der letzten Staffel verabschiedeten sich Weggefährten, entweder weil Tony sie selbst umbrachte oder sie sich selbst in die Bredouille brachten. In der alles entscheidenden Folge traf sich Tony mit seiner Familie in einem Restaurant. Die Kamera machte Andeutungen, die Musik untermalte dies und man rechnete mit einem Anschlag, einem Ereignis, auf jeden Fall irgendetwas. Was passierte? Gar nichts! Der Bildschirm wurde schwarz und die Serie war beendet. Vielleicht das frustrierendste Ende überhaupt, da man sich nicht mal über etwas aufregen konnte.

House of Cards

Das Politdrama unserer Generation: „House of Cards“. Ein genialer Kevin Spacey machte die Serie groß. Seine Genialität konnte letztendlich seine dunkle Seite nicht ausblenden, insbesondere die Autoren und Produzenten konnten dies nicht. Obwohl man bereits mit der Produktion der letzten Staffel begonnen hatte, musste man einen Rückzieher machen. Kevin wurden schwere Vergehen angelastet, er nutzte offenbar seinen Status als Star aus und belästigte Kollegen sexuell und das über Jahre hinweg. Also musste er gehen, und das zu dem ungünstigsten Zeitpunkt überhaupt. Das war der erste Aufreger, der zweite war die Qualität der letzten Staffel. Ohne das dunkle Genie, war die finale Staffel nur noch ein Schatten der vorangegangenen. Trotz einer großartigen Claire Underwood, gespielt von Robin Wright, gelang es den Autoren nicht, die Serie in der gleichen Qualität zu beenden.

Game of Thrones

Es ist aktuell der Aufreger schlechthin, „Game of Thrones“. Dass die Mega Serie irgendwann beendet werden musste, war klar, aber die Frage lautete wie. Zwei Jahre mussten die Fans auf die finale Staffel warten. Jetzt vor einigen Wochen war es endlich soweit – doch statt Freude herrscht nur Frust und Hass. Game of Thrones hat zwei Probleme, es ist erstens zu groß geworden und zweitens fehlt der Serie inzwischen die Basis. Game of Thrones basiert eigentlich auf Büchern von George R R Martin. Doch der gute George hat seine Geschichte nicht rechtzeitig beendet, weshalb sich die Autoren selbst ein Ende ausdenken musste. Die Entscheidung der Verantwortlichen war schon vorab seltsam, dass man nur 6 statt 10 Folgen in der letzten Staffel benötige, um ein Ende zu finden. Zumal diese 6 Folgen alle längere Laufzeiten haben sollten als normal, im Prinzip ein Spielfilm nach dem anderen. Trotz dieser längeren Laufzeit, welche die geringere Episodenanzahl etwas ausgleicht, waren die Fans mit den Ereignissen nicht zufrieden und fordern sogar, dass man die angeblich unfähigen Autoren entlassen solle und mit einem neuen Team und neuer Geschichte die Staffel kurzerhand noch einmal drehen solle. Die Petition hat zum Erscheinungspunkt dieses Artikels wahrscheinlich schon die Millionen Marke durchbrochen. Ein Ereignis, welches seines gleichen sucht. Noch nie haben sich so viele Fans versammelt und ihren Unmut kundgetan. Wir können gespannt sein, wie viele ab Montag, wenn die letzte Folge gelaufen sein wird, noch ihre Unterschrift leisten.

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