Sherlock und Hobbit, Breeders und A Confession

In weiteren Rollen: In welchen Serien hat Martin Freeman mitgespielt?

Spoilerfrei
Michael
13.09.20

Wenn Martin Freeman auf das vergangene Jahrzehnt zurückschaut, wird er sich sagen – joa, war nicht ganz so schlecht. Das Jahrzehnt hat für ihn auf jeden Fall den Durchbruch bedeutet. Mehr noch: Mit seinen Hauptrollen als Watson in „Sherlock“ und als Bilbo Beutlin in der Trilogie „The Hobbit“ spielte er sich in die erste Reihe der britischen Schauspieler. Das ermöglichte es ihm, auch kleinere Stoffe und eigene Ideen umzusetzen. Auch wenn „Sherlock“-Fans nicht glücklich darüber sind, da aufgrund der vielen anderen Projekte von Martin Freeman und Benedict Cumberbatch aktuell an neue „Sherlock“-Folgen nicht zu denken ist – die kleinen Projekte sind es definitiv wert, beachtet zu werden. Schauen wir zunächst auf die großen Projekte zur Einordnung.

Steckbrief: Martin Freeman

Geboren: 8. September 1971 in Aldershot, Hampshire, England
Filmografie: IMDb-Seite
Deutsche Synchronstimme: Bislang hat sich noch kein Synchronsprecher etabliert – oft dabei waren Manuel Straube, Philipp Brammer, Oliver Rohrbeck und Sebastian Schulz.

Martin Freeman ist Dr. Watson in „Sherlock“

Zur Serie ist alles gesagt, auch bei uns im Team lieben sie alle irgendwie (siehe Hommage zum Geburtstag). Mit einem genialen Benedict Cumberbatch als Sherlock Holmes und einem nicht weniger exzellenten Martin Freeman als Dr. John Watson. Er bwundert Holmes‘ Genialität, holt ihn aber auch mit seinem medizinischen und wissenschaftlichen Wissen oft zurück auf den Boden. Freeman gelang es, neben dem exzentrischen Cumberbatch mit Ruhe und Gelassenheit zu glänzen. Im Laufe der Serie wurde allerdings auch für seine Figur eine extreme Fallhöhe inszeniert, die Freeman großartig spielte. Das ist mit ein Grund, warum man bei „Sherlock“ heute nicht an Benedict Cumberbatch denkt, sondern an Cumberbatch UND Martin Freeman. Der Brite, am 8. September 1971 in Aldershot, Hampshire, geboren, erhielt für seine Watson-Darstellung diverse Preise, unter anderem 2011 und 2012 den BAFTA TV Award und 2014 den Emmy.

Martin Freeman als Bilbo Beutlin in „The Hobbit“-Trilogie“

Ist es eine Serie? Vermutlich nicht. Tun wir’s in unserem Sinne als Filmreihe ab, so dass wir hier ein bisschen darüber sprechen können. Die Übernahme der Hauptrolle in den drei Filmen war übrigens mit ein Grund dafür, warum die „Sherlock“-Folgen in den Jahren der „Hobbit“-Produktion so selten wurden. Denn immerhin war Benedict Cumberbatch auch mit am Set involviert, beide trafen sich witzigerweise als Kontrahenten wieder. Das Unberechenbare von Sherlock rettete Cumberbatch als Smaug in die Filmreihe, doch auch hier wurde Freeman mit ihm fertig.

Martin Freeman als Lester Nygaard in „Fargo“

Als hätte er 2013 und 2014 mit den oben genannten Projekten nicht schon genug zu tun, schnappte sich Freeman auch noch die Hauptrolle in der Serien-Adaption von „Fargo“ – natürlich die Hauptrolle Lester Nygaard. Seine bloße Präsenz in dem Netflix-Original war für mich genau so überraschend wie sein absolut hochklassiger Schlagabtausch in der Serie mit Billy Bob Thornton als Lorne Malvo. Mit der Darstellung überzeugte Freeman mal wieder auf ganzer Linie – was unter anderem eine Golden Globe und Emmy-Nominierung brachte.

Martin Freeman als Stephen Fulcher in „A Confession“

Magenta TV hat diese britische Serie letztens exklusiv ins Programm genommen. Ist eine Miniserie mit 6 Folgen, die auf einer wahren Begebenheit beruht. Freeman spielt (ja, in der Hauptrolle) den Ermittler Stephen Fulcher, der einem Mörder auf der Spur ist und mit allen Mitteln versucht, den potenziellen Täter zu einem Geständnis zu bewegen. Der gibt auch dann bereitwillig alles zu, allerdings hätte Stephen Fulcher das Verhör in Beisein eines Anwaltes durchführen müssen – und auf der Wache. Das hat er nicht getan, und so droht der Täter aus einem Verfahrensfehler Kapital schlagen zu können. Der Krimi entwickelt sich zu einem hochpolitischen Fall um die Rechte von Verdächtigen – und erhält eine spannende Wendung Jahre später. Der echte Stephen Fulcher beriet Martin Freeman im Vorfeld und während der Serie, so dass Freemans Darstellung extrem authentisch und tief recherchiert daher kommt – definitiv eine Einschaltempfehlung!

Martin Freeman als Paul Worsley in „Breeders“

„Breeders“ ist die aktuellste Produktion von Martin Freeman. Und hier hat er fast überall die Hände im Spiel, von Hauptdarsteller über Produktion und Serienidee bis zum Drehbuch. Dabei dreht’s sich um ein Paar mittleren Alters, das in London mit seinen zwei Kindern lebt. Und sie erleben täglich den ganz normalen Eltern-Wahnsinn. Ich bin mit der ersten Staffel fast durch – es ist ein großes Vergnügen, Martin Freeman mal ganz anders zu sehen. Zum Serienauftakt hatte ich ja schon ein Review verfasst – und bislang halten die weiteren Folgen das hohe Niveau. Also auch hier: Einschaltempfehlung, aktuell auf Sky.

Kommentiere


Abo ohne Kommentar

Hinweis: Bei Kommentar-Abgabe werden angegebene Daten sowie IP-Adresse gespeichert und ein Cookie gesetzt (öffentlich einsehbar sind - so angegeben - nur Name, Website und Kommentar). Alle Datenschutz-Informationen dieser Website gibt es hier zu sehen.