Gilmore Girls, Private Practice, Mistresses, Cracked

In weiteren Rollen: In welchen Serien hat David Sutcliffe mitgespielt?

Spoilerfrei
Leonie
21.06.20

David Sutcliffe

© Amazon Prime | Netflix

Wenn ich mich nicht vertan habe, ist das Geschlechterverhältnis in unserer „In weiteren Rollen“-Reihe komplett ausgeglichen, wir haben ebenso viele weibliche wie männliche Schauspieler und Schauspielerinnen portraitiert – und das bei über 50 Beiträgen! Ein schöner Zufall! Meine eigene Statistik sieht da anders aus, die letzten sechs Auserwählten waren Frauen, es ist Zeit, hier ein bisschen Ausgleich zu schaffen. David Sutcliffe hatte ich schon länger im Visier, kannte ihn jedoch nur aus zwei Rollen, doch dann hat mir Amazon „Mistresses“ in die Watchlist gespült und mir damit nun doch endlich genug Stoff für das Porträt geliefert.

Der 51jährige Kanadier (geboren in Saskatoon, Saskatchewan, man möchte „Gesundheit“ wünschen, aber wie süß ist das bitte?) wäre um ein Haar überhaupt kein Schauspieler geworden, sondern Sportler. Doch eine Verletzung beim Basketball ließ ihn seine Liebe für die Schauspielerei entdecken. Wie man im Titelbild erkennen kann, hat Sutcliffe sich über die Jahre kaum verändert, die Frisur sitzt ebenso wie das Lächeln – und um es vorweg zu nehmen, seine Rollen bewegen sich zum Großteil um das Thema „Schwiegermutters Liebling“ (aber immer ein bisschen zu perfekt) und sexy Verbrecherjäger. Schauen wir aber einfach mal ein bisschen genauer hin!

1995 – 2000: Die Anfänge

David Sutcliffe Friends

© Screenshot Amazon

Nach einem ersten Gastauftritt in „Nick Knight – Der Vampircop“ (bestimmt echtes Comedy-Gold), in der Serie „Ein Zwilling kommt selten allein“ sowie bei „Will & Grace“ spielte Sutcliffe in der Folge „The One with the Engagement Picture“ bei den „Friends“ mit. Ja, gefühlt hatten alle Schauspieler und Schauspielerinnen im Laufe der Zeit einmal einen Auftritt in der Serie.

Phoebe hat ein Date mit Sutcliffe aka „Summt beim Pinkeln“, wie ihn die Herren der Clique getauft haben, der (Überraschung?) in Scheidung lebt. Das soll Sutcliffe nun nicht zum letzten Mal passieren, allerdings geht die Story am Ende zumindest für ihn und seine Ex gut aus. Während Phoebe und Ross die Probleme der beiden fleißig auf sich projizieren, finden die Getrennten wieder zusammen. Und à propos finden – findet ihr auch, dass Julia Campbell (oben auf dem Bild zu sehen) eine gewisse Ähnlichkeit mit Lauren Graham in den frühen „Gilmore Girls“ Jahren hat? Oder sind das nur die Haare?

2001 – 2007: Die größte Nebenrolle – Christopher Hayden

David Sutcliffe Gilmore Girls

© Screenshot Netflix

Ab 2001 spielt Sutcliffe noch Nebenrollen in zwei „CSI“ Serien (und entdeckt dabei vielleicht, dass ihm auch dieses Genre gut zu Gesicht steht) und bei „Providence“, bevor er in Folge 14 der ersten Staffel der „Gilmore Girls“ seine wohl bekannteste Rolle startet: Die als Rorys Vater Christopher Hayden.

Sein erster Auftritt ist wohl allen „Gilmore Girls“-Fans im Gedächtnis geblieben: Taylor empört sich über das laute Geräusch eines nahenden Motorrads, Lorelai steigt zur eigenen Belustigung darauf ein, erklärt Rory dann aber, dass sie auch so ein Motorrad haben möchte. Als das Motorrad kurz darauf direkt bei den beiden zum Stehen kommt, sagt der Fahrer durch den Helm zu Lorelai:

„Hey, nettes T-Shirt! Zieh` es aus!“

Natürlich sagt dieser Einstand viel darüber aus, wie die Rolle von Christopher anfangs angelegt ist – er ist ein Sunnyboy! Lederjacke, Motorrad, überzogenes Kreditkartenkonto, kein Sinn für Verantwortung und Stabilität, aber charmant, und diese Haare! Am Ende ist Christopher bekanntermaßen zwar erwachsen geworden, und reich, und ziemlich perfekt, das Herz von Lorelai kann er damit jedoch trotzdem nicht nachhaltig gewinnen. Schon irgendwie auch ein bisschen traurig. Es gibt aber noch ein Wiedersehen, dazu unten mehr.

2007 – 2009: „Private Practice“

Nach dem „ersten“ Ende der „Gilmore Girls“ steigt Sutcliffe erst für eine, dann für zwölf weitere Folgen bei „Private Practice“ ein und startet als SWAT-Polizist Kevin eine Liaison mit Addison Montgomery.

Sutcliffe ist hier einmal wieder der sexy Polizist, strahlt Souveränität und Stärke aus, ist dabei jedoch fast zu perfekt, ausgeglichen, ehrlich, ernsthaft. Addison kann das natürlich nicht glauben und platzt auf der Suche nach einem Makel sogar in eine verdeckte Ermittlung. Es könnte danach alles eitel Sonnenschein sein, doch Kevin wird im Dienst verwundet und ist danach längere Zeit auf die Pflege von Addison angewiesen. Das bringt das Gleichgewicht der beiden so empfindlich durcheinander, dass die Beziehung schließlich zerbricht.

Ob Sutcliffe in einer anderen Rolle die Richtige findet?

2013: Hauptrolle in „Cracked“

Ganz ehrlich: „Cracked“? Noch nie gehört. Aber hätte ich raten müssen – klar spielt Sutcliffe auch hier einmal mehr den (sexy) Polizist, sicher ein bisschen ernster und ein bisschen tiefer, schon allein, weil er als Aidan Black hier die Hauptrolle übernimmt. Black und sein Team sind die neue Abteilung für Gewaltverbrechen, sie müssen emotional gestörte Täter verstehen und ihre Taten aufklären.

An Blacks Seite: Die Psychiaterin Dr. Danielle Ridley, die natürlich nicht zufällig eine Frau ist, und nach ihrem Weggang (lag es etwa wieder an Sutcliffe?) durch eine weitere Frau ersetzt wird. Ich wollte ehrlicherweise weder mich noch euch jetzt komplett spoilern, vielleicht ist die Serie ja mal etwas für ein langweiliges Wochenende, aber die Vermutung liegt natürlich nahe, dass Sutcliffe als Black einmal mehr die Frauenherzen höher schlagen lässt. Er kann ja auch nichts dafür, die Uniform, und diese Haare!

Cracked ist für relativ kleines Geld (unter 8 Euro) zu erstehen.

„Cracked“ gibt’s bei:

Hier habe ich außerdem ein Interview gefunden, in dem zum Beispiel die zu diesem Format passende Frage gestellt wird, ob Sutcliffe in die Rolle des Aidan Black seine vergangenen Rollen hat einfließen lassen. Die Antwort seht ihr hier:

2016: „Mistresses“ und noch einmal „Gilmore Girls“

David Sutcliffe Mistresses

© Screenshot Netflix

Um ein Haar hätte es diesmal ein Happy End für Sutcliffe geben können, auch wenn der Start der Beziehung mit seiner „Mistress“ Karen eher holprig war. Karens Nanny erstellt für heimlich für Karen ein Profil in einer Partnerbörse und durch mehrere Zufälle bahnt sich zwischen dem Interessenten Adam und Karen tatsächlich eine Beziehung im „Real Life“ an. Ich wiederhole mich, aber auch diesmal ist nach den Anfängen alles ein bisschen zu perfekt, ach, es ist aber auch schwierig mit diesem Mann.

Das Ganze nimmt also auch hier wieder kein gutes Ende, wenn auch ein anderes als wir es aus Sutcliffes anderen Rollen mehr oder weniger gewohnt sind. Und wo wir von „kein gutes Ende sprechen“: Die vierte Staffel „Mistresses“ endet mit einem dieser Cliffhanger aus der Hölle, die Serie wurde nämlich nicht weitergeführt. Danke ABC. Für nichts.

„Mistresses“ gibt’s bei:

David Sutcliffe Gilmore Girls Ein neues Jahr

© Screenshot Netflix

Natürlich geht eine Fortsetzung der „Gilmore Girls“ nicht ohne Sutcliffe, und so taucht Christopher Hayden in der „Fall“-Folge dann auch noch einmal kurz auf. Christopher ist mittlerweile das, was er nie werden wollte – er führt das Familienunternehmen, immer noch mit einem Augenzwinkern und einer Spur Ironie, Lederjacke und Motorrad sind jedoch wirklich nur noch Erinnerungen an längst vergangene Tage. Er wirkt abgeklärt und hat sich wohl in sein Leben gefunden, Glück sieht für mich jedoch anders aus. Ich hätte mir ein schöneres Ende für ihn gewünscht, vielleicht ist aber auch die Aussage, dass Geld allein eben wirklich nicht glücklich macht. Wer weiß.

Und sonst so?

Sutcliffe hat auch in einigen Filmen mitgespielt – „Twisters – Die Nacht der Wirbelstürme“ und „Unter der Sonne der Toskana“ dürften die bekanntesten sein, aber auch „Wedding Bells“ und „Before You Say „I Do““ lassen keinen größeren Zweifel am groben Inhalt und zeigen, dass sich das Profil der Rollen von Sutcliffe auch im Film nicht groß geändert haben dürfte. Es geht um Action oder um Liebe oder um beides, vielleicht hat Sutcliffe ja in einer dieser Rollen seine große Liebe auch behalten dürfen.

Seit einigen Jahren ist Sutcliffe jedoch nicht mehr als Schauspieler, sondern hauptsächlich als Coach unterwegs. Nach privaten und beruflichen Rückschlägen Mitte der 2000er Jahre begab er sich selbst in Therapie, bildete sich über Jahre hinweg in Psychologie, Selbstoptimierung und vielen weiteren Themen die Psyche betreffend fort und startete dann eine ganz neue Karriere als Lifecoach. Er bietet Transformational Workshops and Coaching an.

Ob er privat seine große Liebe gefunden hat, konnte ich nicht herausfinden.

Steckbrief: David Sutcliffe

Geboren: 08. Juni 1969 in Saskatoon, Saskatchewan, Kanada
Filmografie: IMDb-Seite
Twitter: David Sutcliffe bei Twitter
Homepage: David Sutcliffe Coaching

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