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Aber das habe ich doch schon gesehen...

Kennt mich mein Algorithmus mittlerweile ZU gut?

Spoilerfrei
Nicola
20.10.21

Eine neue Serie zu finden und sich vollends auf diese einzulassen, ist definitiv nicht immer einfach. Vor allem nicht, wenn von allen Seiten her Vorschläge von Freund:innen und Kolleg:innen auf einen einprasseln. Am schlimmsten ist hierbei der soziale Druck, ja unbedingt diese eine Serie gesehen zu haben! Und Gott bewahre, man hat die Kassenschlager eben nicht gesehen. Diesen sozialen Druck kenne ich nur zu gut, da ich ein komplettes Gewohnheitstier bin und kein Problem damit habe, anstatt einer neuen Serie, mir zum zehnten Mal eine alte anzusehen.

Aber anscheinend bin ich ja nicht die Einzige, die sich die Frage stellt, ob der Hype um Serien wie „Squid Game“ überhaupt gerechtfertigt ist. Denn Maik geht dem Mainstream-Hype auch auf den Grund und stellt sich in diesem Beitrag die gleiche Frage. Schauen wirklich alle Leute die Serie, weil sie der festen Überzeugung sind, sie ist wirklich gut und weil das Thema der Serie für sie ansprechend ist oder aber schauen sie die Serie nur, weil es eben die Mehrheit der Nutzer:innen zurzeit tut und sie nicht ausgeschlossen werden wollen? Egal welcher Fall auch immer zutrifft, irgendwie sehe ich mich keiner dieser Gruppen zugehörig. Wenn mich eine Serie und ihr Trailer nicht mitreißen, wieso sollte ich dann meine wertvolle Zeit mit einer nur halbwegs zufriedenstellenden Serie verschwenden? (Ja ich weiß, viele von euch würden mir jetzt bestimmt versichern, dass die Zeit nicht verschwendet ist, da es sich um super Serien handelt.) Aber ich möchte mich partout nicht diesem sozialen Druck beugen, weswegen ich bis heute auch noch keine einzige Folge von „Game of Thrones“ gesehen habe. Ich weiß, Asche auf mein Haupt. Damit trete ich bestimmt auch wieder eine ganze Debatte für sich los. Aber wie bereits gesagt, irgendwie sind dies nicht meine Genres und abholen tun sie mich aus Erzählungen bisher auch nicht.

Nichts geht über Comfort-Serien

Ach ja, die guten alten Comfort-Serien. Jede:r hat bestimmt mindestens eine: Serien die man rauf und runter schauen kann, ohne dabei auch nur den Hauch von Langeweile zu verspüren. Ich bin bei sowas ja sehr schlimm. Ich schaue mir nicht nur eine Serie zweimal an, bei mir ist es bestimmt ein dutzend Serien, die ich mir mittlerweile mindestens dreimal komplett angesehen habe. Ich kann Leonie komplett verstehen, wenn sie vom Zauber des Rewatchs spricht. (Und nebenbei bemerkt auch bei der Pizzabestellung; bei mir gibt es auch immer den gleichen Belag.) Das Blöde jedoch an der Sache, ich habe anscheinend den Algorithmus von Disney+ und Netflix mittlerweile kaputt gemacht. Eine andere Bezeichnung fällt mir nicht mehr ein. Und nein, ich habe nicht das Internet gelöscht, keine Sorge. Denn anscheinend werden euch nach zu häufigem Rewatchen von Serien immer nur noch die gleichen Serien auf Basis der gesehenen angezeigt. Ich habe Serie X geschaut? Dann werden mir Serie Y und Z vorgeschlagen. Habe ich dann Serie Y durchgeschaut, oh Wunder werden mir Serie X und Z vorgeschlagen. Und da liegt der Hase im Pfeffer. Aufgrund der von mir gesehenen Serien und deren Genre, werden mir immer wieder die gleichen Serien angezeigt und ich bekomme einfach keine weiteren Serien mehr vorgeschlagen. Und ich möchte mal behaupten, dass es im Genre der Crime-Serien doch keinen Mangel gibt. Doch wie es mir vorkommt, habe ich bereits das ganze Repertoire von Netflix und Disney+ durchgesehen. Beinahe so, als hätten die Streamingdienste nur diese vier Serien im Angebot.

Doch je weniger verschiedene Serien mir vorgeschlagen werden, umso fauler werde ich zu suchen. Also heißt es entweder warten auf die neuen Episoden oder Staffeln meiner Lieblingsserien oder ich schaue umso öfter tatsächlich immer wieder die gleichen Serien an. Bis ich dann irgendwann zu frustriert bin, um sie je wieder zu schauen, ich sehe es schon kommen. Zwar habe ich bei „Bones“ und „Castle“ diesen Punkt auch nach dem gefühlt zehnten Mal gucken noch nicht erreicht, trotzdem verlässt mich dieses ungute Gefühl nicht, dass ich mir die Serien doch tatsächlich zu oft ansehen könnte. Denn ich bin der festen Meinung, dass selbst der Zauber des Rewatches nicht ewig anhalten wird.

Wahrscheinlich sollte ich mich also wirklich einfach mal aufraffen, die ganzen Kassenschlager wie „Game of Thrones“ oder aber von mir aus auch „Squid Game“ zu schauen, nur um mal etwas Abwechselung zu haben. Vielleicht bekomme ich so auch meinen Algorithmus so langsam mal wieder in den Griff. Oder ich bekomme zumindest mal ein paar neue Vorschläge angezeigt. Ob die mir dann gefallen, ist wieder eine andere Frage. Aber wer das eine will, muss das andere schließlich mögen.

2 Kommentare

  • Patrick

    Da können wir uns vermutlich die Hände reichen. Ich schaue Serien (und Filme) weil ICH es will und nicht etwa, weil es die Gesellschaft um mich herum möchte. Und im Rahmen dessen kann ich so manche Veröffentlichung tatsächlich ewig vor mir herschieben. Bei Game of Thrones war dies beispielsweise der Fall. Lediglich auf Tips von Freunden gehe ich manchmal sehr spontan ein.

    Und mir passiert es auch gerne mal, daß ich statt etwas Neuem mir einfach einen Film oder eine Serie anschaue, die ich bereits gesehen habe. :-)


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