Perlen aus der Vergangenheit - Ausgabe #51

Klassiker der Woche: Remington Steele

Spoilerfrei
Tobias
14.08.16

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Bei der, nennen wir es mal, Recherche zu diesem Klassikerbeitrag habe ich wieder große Lust auf jene Serie bekommen, einfach, weil viele Kindheitserinnerungen mit dieser Serie verbunden sind. Und sie mir absolut positiv in Erinnerung geblieben ist, wobei ich das Finale der Serie noch nie gesehen habe. Ich weiß zwar, was ungefähr passiert und es kam wohl zu genau dem Ende, welches sich jeder Serienfan heimlich und weniger heimlich gewünscht hatte – zumindest soll es wohl angedeutet werden – aber eine Frage wurde nie genau beantwortet: Wer ist eigentlich dieser Remington Steele wirklich?

Aber lassen wir als Einstimmung kurz Laura Holt zu Wort kommen, die erklärt eigentlich alles, was man wissen muss:

Seriensteckbrief

Name: Remington Steele
Genre: Drama, Krimi
Laufzeit: 45 Min.
Staffeln (Folgen): 5 (94)
Ausstrahlung: 01.10 1982 – 17.04.1987
Darsteller: Pierce Brosnan, Stephanie Zimbalist, Doris Roberts

Inhalt

Im Grunde genommen hat Laura Holt im Intro bzw. imTrailer alles gesagt, was man wissen muss zum Serienhit bei NBC aus der guten alten Zeit. Stephanie Zimbalist (welch toller Name) spielt die Privatdetektivin Laura Holt, die eine eigene Detektei führt und sehr viel Zeit hat. Denn kaum ein Klient verirrt sich in ihr Büro. Eine Frau als Privatdetektivin? Das kann doch nicht klappen. Bis sie eines Tages auf die Idee kommt, ihre Detektei umzubenennen und von einem gewissen Remington Steele führen zu lassen. Einen Mann, den es nicht gibt, aber auf einmal füllen sich die Auftragsbücher. Alles könnte nun in geregelten Bahnen ablaufen. Bis eines Tages ein gut gekleideter Mann in ihre Detektei reingeschneit kommt – hat Pierce Brosnan eigentlich auch schon mal Alltagskleidung im TV getragen? – und von einem Klienten gleich als Remington Steele angesehen wird, ein Klient, der an der Existenz Steeles gezweifelt hatte. Und Laura Holt muss dieser Maskerade zustimmen, denn dieser unbekannte Mann spielt aus unerfindlichen Gründen auch mit und nimmt die Rolle nur allzu gerne an. Remington Steele hat ab diesem Zeitpunkt nicht nur eine Postadresse sondern auch ein Gesicht. Und welch ein Schönes – oder meine Damen?

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Beide gehen nun fünf Staffeln lang auf Verbrecherjagd und kommen sich dabei natürlich immer näher, aber nie so nah, wie man es sich als Fan der Serie wünschen würde. Ein Telefonanruf etc. kommt immer wieder dazwischen. Die Serie arbeitet 94 Episoden lang nach dem „Fall-der-Woche-Prinzip“, verbunden mit der offensichtlichen Frage „bekommen sie sich oder nicht?“, und all das wird eingefärbt mit der gewissen übergreifenden Metafrage: Wer ist dieser Remington Steele eigentlich wirklich? Das interessiert Laura Holt im Laufe der Serie aber immer weniger denn beide sind ein gutes Duo.

Ab der zweiten Staffel wird das Duo zum Trio: Mildred Krebs wird ihre Sektretärin und Bürodame. Und Mildred hält beide ganz schön auf Trab und erfüllt eine ähnliche Rolle wie Max bei „Hart aber Herzlich„.

Insbesondere nach der Hinzunahme von Doris Roberts als Mildred Krebs in den Cast war die Serie komplett und fand ihren ganz eigenen Stil, der neben der Aufklärung von Verbrechen auch immer wieder einen Spritzer Humor mit in die Handlung vereinnahmen konnte. Selbstironie, leichter britischer Situationshumor und die Tatsache, dass Remington Steele die Fälle immer mal wieder mit Filmklassikern vergleicht, die Laura Holt dann nicht immer gleich versteht (daher das Buch über US amerikanische Filmklassiger im Intro) machten die Serie zu etwas besonderen in meiner kindlichen Fernsehwoche. Ja, hier kann man es mal sagen, die Gnade der frühen Geburt. Solche Serien werden ja nicht mehr gedreht. Oder?

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Reboot-Alarm?

Seit 2013 gibt es immer mal wieder Gerüchte eines Reboots bei NBC. Im Mittelpunkt des Reboots, einer Comedyserie, soll Olivia Holt stehen, die Tochter von Remington Steele und Laura Holt. Sie haucht der Detektei ihrer Eltern neues Leben ein und hat mit denselben Vorurteilen zu kämpfen wie einst ihre Mutter. Viel mehr als Ideen, losen Ankündigungen und Gerüchten ist da aber noch nicht passiert. Und wenn ich mir so den Plot anschaue, ist das auch ganz gut so.

Wobei zumindest Stephanie Zimbalist bestimmt Zeit für den ein oder anderen Gastauftritt hätte, nach der als Karrieresprung angedachten Rolle als Laura Holt war Zimbalist zwar in mehreren Fernsehfilmen und auf den Bühnen der USA gern gesehener Gast, eine Filmkarriere wie Pierce Brosnan konnte Zimbalist aber nicht erreichen. Wie man hört, scheint Mr. Brosnan ja ganz gut rumgekommen zu sein im Filmuniversum. Doris Roberts stünde leider nicht mehr zur Verfügung, die resolute Empfangsdame starb im April diesen Jahres. Nach ihrer Rolle als Mildred hatte Roberts noch einige bekannte Fernsehrollen, eine möchte ich mal hervorheben: „Alle lieben Raymond“. Eine Comedyserie, die in meinen Augen bei vielen Serienfreaks nicht den Stand hat, der ihr gebührt. Ein Stand, der viel mit Doris Roberts und ihrer Rolle als Mutter zu tun hat. Glorious!

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Theme

Zum Schluss noch einmal das in meinem Augen wunderbare und unter 1.000 Themes immer und jederzeit heraushörbare Intro zur Serie – schön eingebettet in einige Szenen der Serie. Komponiert wurde das jazzige Theme von niemand geringerem als Henry Mancini, einem der renommiertesten und erfolgreichsten Komponisten der USA. Zu den bekanntesten Stücken aus seiner Feder gehören – neben dem von Remington Steele natürlich – die Titelmelodie von „Der rosarote Panther“ sowie „Moon River“ zum Film „Frühstück bei Tiffany“.

Keine allzu schlechte Gesellschaft. Oder?

Bilder: NBC

2 Kommentare

  • Stephanie Zimbalists Name wird nur noch durch den ihres Vater überboten: Efrem Zimbalist Jr, der, wenn ich mich nicht falsch erinnere, in ein paar Folgen Remingtons Vater spielte.
    Ein Karrieresprung ihrerseits wäre möglich gewesen, als man ihr die weibliche Hauptrolle in „Robocop“ angeboten hatte. Leider hat ihr Drehplan für „Remington Steele“ das verhindert.

    Interessant ist auch die Geschichte, wie die Serie sowohl Brosnans Besetzung als James Bond ermöglicht, als auch verhindert hat. Ursprünglich sollte er schon Roger Moore ersetzen und es hätte auch geklappt, weil die Serie zu dem Zeitpunkt ein ziemlich sicherer Absetzungskandidat war. Durch die „Remington Steele wird James Bond“ Gerüchteküche, hatten sich die Einschaltquoten aber wieder gesteigert, was den Sender dazu veranlasste, noch eine Staffel zu ordern, wodurch Brosnan widerum keine Zeit mehr hatte und Timothy Dalton vorerst zu Bond wurde. 007 Produzent Albert Broccoli soll übrigens ohnehin kein Fan von ihm gewesen sein und nach Daltons Besetzung in einem Interview die Worte „Remington Steele wird nie James Bond sein!“ gesagt haben.

    • … dein Hinweis ist vollkommen korrekt, der Gedanke bzw. deine Anmerkungen waren auch schon kurz skizziert. Habe sie dann aber wieder rausgekommen. Auch wenn es natürlich zur Geschichte der Serie gehört. Genauso dass sich am Ende Steph und Pierce nicht mehr ganz so riechen konnten. Aber ich wollte mich mal fokussieren. 😉



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