Perlen aus der Vergangenheit - Ausgabe #61

Klassiker der Woche: Simon & Simon

SPOILER !!
Michael
23.10.16

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Ausstrahlung neuer Folgen zeitgleich zur US-Ausstrahlung? Deutsche Synchronisation nur 24 Stunden nach der US-Premiere? Davon konnte man vor 30 Jahren nur träumen. Nicht selten vergingen 4 bis 5 Jahre, ehe es US-Serien über den großen Teich nach Deutschland schafften. Für „Simon & Simon“ gilt das zum Beispiel auch – eine Krimiserie von 1981, die erst 1986 in der ARD lief.

Die Serie, erschaffen von Philip DeGuere (Serienfans bringen den Namen mit „The Twilight Zone“ und „Max Headroom“ in Verbindung, heutige Seriengucker kennen ihn von „Navy CIS“), entspricht dem typischen Stil der Krimi- und Detektiv-Serien aus der damaligen Zeit, vergleichbar mit „Ein Colt für alle Fälle“, „Remington Steele“ oder „Trio mit vier Fäusten“. Hier betreiben zwei Brüder eine Detektei: Der smarte A.J. Simon und der Haudegen Rick Simon, ein alter Kriegsveteran. Wie so oft wurde hier auf ein möglichst gegensätzliches Protagonistenpaar gesetzt, die aber die Fähigkeiten und Eigenarten des anderen brauchen, um ihre Fälle zu lösen. Rick Simon wurde von Gerald McRaney, den heutige Serienfans aus „House of Cards“ kennen. Jameson Parker als A.J. Simon war später weniger erfolgreich im Geschäft, war nochmal in „JAG“ zu sehen.

Die Fälle der Detektei sind nicht wirklich anspruchsvoll, aber mitunter etwas knifflig und die Lösungswege der Brüder durchaus unterhaltsam. Dazu gibt’s immer ein paar flotte Sprüche und jede Menge Action – bei der damals begrenzten Auswahl an Serien gehörte „Simon & Simon“ sicher zu den besseren Serien. Man konnte sie gut „weggucken“ und hier und da ein bisschen mitraten – das bekannte Erfolgsmodell der 80er Jahre-Krimiserien – passte schon.

Nach der ersten Staffel wäre die Serie fast schon eingestellt worden, weil die Quoten eher schlecht waren – doch ein Verschieben auf den Sendeplatz im Anschluss an die Erfolgsserie „Magnum“ rettete „Simon & Simon“. 156 Folgen gab’s insgesamt, 135 davon wurden in Deutschland bislang gezeigt. Auch ein Fernsehfilm entstand, rund sieben Jahre nach Ende der Serie.

Seriensteckbrief

Name: Simon & Simon
Genre: Krimi
Laufzeit: 45 Minuten
Folgen (Staffeln): 8 (156) + 1 TV-Film
Erstausstrahlung: 24. November 1981 auf CBS, 6. Januar 1986 auf ARD
Darsteller: Gerald McRaney, Jameson Parker, Mary Carver

Ein echter Trendsetter war „Simon & Simon“ in Sachen Crossover: In der dritten Folge der 3. Staffel von „Magnum“ tauchten die beiden Detektive auf, um einen Fall zu lösen, und in der ersten „Simon & Simon“-Folge der 2. Staffel wurde dieser Fall fortgesetzt – in den USA lief die Folge direkt nach der „Magnum“-Folge. Ansonsten hatte die Serie relativ viel Prominenz hinter der Kamera zu bieten: Bei den Pilotfolgen führte Corey Allen Regie, damals ein etablierter Regisseur im TV-Seriengeschäft und unter anderem aktiv für „Quincy“, „Dallas“, „Mord ist ihr Hobby“, „Hawaii Fünf-Null“ und „Der Chef“, später dann für die beiden Star Trek-Serien „The Next Generation“ und „Deep Space Nine“. Die ersten Drehbücher zur Serie kamen von Michael Piller, damals ein angesagter CBS-Autor, der auch für „Miami Vice“ und „Cagney & Lacey“ schrieb. Star Trek-Fans horchen auch hier auf – ja, es ist der Michael Piller, der Produzent von „The Next Generation“, „Deep Space Nine“ und „Voyager“ wurde und das Drehbuch zum Star Trek-Film „Der Aufstand“ schrieb.

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