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"Ich will SciFi! Und Western! Und Romance! Und Drama! Und Horror!" - "Fünf Dinge auf einmal? Das geht nun wirklich nicht.... Oder doch?"

AWESOME 5: Welcome to Whedonverse

Mini-Spoiler
Susanne
05.03.21

Auch kreative Köpfe können am Arsch sein. Das ist keine neue Erkenntnis. Als Außenstehender kann man schlecht unterscheiden, ob die Schlagzeilen in der Regenbogenpresse der Publicity oder der Aufarbeitung eines tiefsitzenden Traumas dienen. Dieser AWESOME 5-Artikel wirft einen Blick auf die seriellen Arbeiten von Joss Whedon. Denn selbst wenn er nicht der Feminist sein sollte, für den man ihn bislang gehalten hat, so war er doch auf kreativer Ebene sehr fleißig. Egal, ob als Writer, Regisseur oder Produzent hat er Charaktere und Welten geschaffen, die einen zum Bingewatching verpflichten. Da ich mich nicht auf eine Rangfolge festlegen konnte, gehe ich chronologisch vor.

Buffy – Im Bann der Dämonen

„“In every generation there is a chosen one… she alone will stand against the vampires, the demons and the forces of darkness. She is the slayer.““

Am Anfang war der Film. Doch „Buffy the Vampire Slayer“ aus dem Jahr 1992 hat nicht viel mit der „Buffy“ gemein, die wir kennen und lieben. Das liegt daran, dass Whedon zwar das Script geschrieben hat, es aber so oft von anderen umgeschrieben wurde, dass er es selbst nicht wiedererkannt hat.

Erst 1996 bekam er dann die Chance seine „Buffy“ dem Publikum vorzustellen. Düsterer, humorvoller und mehrdimensionaler konnten Buffy Anne Summers (Sarah Michelle Gellar) und ihre „Scooby Gang“ in sieben Staffeln finsteren Mächten die Stirn bieten. Und das tun sie triumphal, denn das „Buffyverse“ besitzt Kultstatus. Vor allem, da sie keinem konkreten Genre zugeordnet werden kann und so wirklich für jeden was dabei ist. Da die Charaktere nicht ewig jugendlich bleiben, können die Teenager-Zuschauer gemeinsam mit ihren Helden erwachsen werden. Mit allen Ängsten, Problemen und Fehlentscheidungen, die wirklich jeder mal auszustehen hat.

Doch was passiert eigentlich?

In jeder Generation gibt es eine Auserwählte. Eine Jägerin. Eine Kämpferin des Guten gegen das Böse. Sie hat die schwere Aufgabe uns alle vor Dämonen, Vampiren und anderen Fieslingen zu beschützen. In unserem Jahrgang ist das also die damals 16jährige Buffy Summers, die in Sunnydale mit ihrer Mutter ein neues Zuhause findet. Und ihren Wächter Giles. Wächter sind die Ausbilder der Jägerinnen und wir sehen anhand der immer grauer werdenden Haare von Giles, dass das keine leichte Aufgabe sein kann. Buffy hat als Jägerin besonders viel Kraft, schnelle Reflexe und ihr Körper heilt recht schnell. Das ist auch nötig, denn Sunnydale wurde auf dem Höllenschlund gebaut. Da gibt es immer was für sie zu tun. Zum Glück findet sie gute Freunde und sogar einige ihrer Feinde werden zu Verbündeten.

„Buffy“ ist nicht die typische Horrorgeschichte, wo das Blondchen kopflos schreiend auf den Dachboden rennt, sondern hier sind es die Vampire, die wegrennen und dann schnell den Kopf verlieren. Im wahrsten Sinne des Wortes. Doch das ist es nicht, was „Buffy“ so spannend macht. Denn an der Serie ist nichts gewöhnlich. Man kann niemanden in irgendwelche Schubladen stecken. Niemand ist fehlerlos und gemachte Patzer werden nicht einfach vergessen, sondern holen einen auch Staffeln später noch wieder ein.

Die Folge „Hush“ wurde im Jahr 2000 für einen Emmy Award nominiert. Denn eine Episode, in der 28 Minuten lang nicht gesprochen wird und trotzdem höllisch spannend ist, ist schon was außergewöhnliches. Ich bekomme schon Gänsehaut, wenn ich an das Ende nur denke.

Und die Musicalfolge „Once more with Feeling“ zeigt uns, dass Musik in Serien nicht nur bonbonsüß oder zutiefst tragisch sein muss, sondern auch eine spannende Mischung aus…eigentlich allem sein kann.

Natürlich dürfen Romanzen und Liebeleien in allen Farben des Regenbogens nicht fehlen. Doch auch diese sind nicht platt und hingeklatscht, sondern vermischen erfolgreich paranormales mit echten Erfahrungen.

Ursprünglich sprach übrigens Charisma Carpenter für die Rolle der “Buffy” vor, bekam letztendlich die Rolle der “Cordelia”, der Rivalin aus Highschoolzeiten.

„Cordelia Chase : You’re really campagning for Bitch Of The Year, aren’t you?
Buffy Summers : As defending champion, you nervous? „

„Buffy Summers: Cordelia. Your mouth is open, sound is coming from it. This is never good. „

„Buffy“ fand mit Staffel Sieben ein befriedigendes Ende in der Fernsehwelt, aber nur um mit einer Comicversion aus dem Hause Whedon wiederzukehren.

Angel – Jäger der Finsternis

Kommen wir zum „Angelverse“, einem Spin-Off der Serie „Buffy – im Bann der Dämonen“. Schon während der dritten Staffel von „Buffy“ begann 1999 „Angel“ (David Boreanaz) in Los Angeles als Vampir-Detektiv zu ermitteln. Vor allem den paranormalen und übernatürlichen Wesen steht er zur Seite. Wer “Buffy” gesehen hat, weiß natürlich sehr viel über den grüblerischen Vampir. Man kennt ihn sowohl mit Seele, als auch ohne. Mit Hemd und auch ohne.

Whedon beschreibt die Figur “Angel” als aus der Serie “Buffy” herausgewachsen. Nicht nur im Sinne, dass er ein Ableger ist, sondern dass der Vampir als Charakter so groß geworden ist, dass er mehr werden musste. Auch dem Highschool-Drama ist er entwachsen und so kann er als eigenständiger Superheld den Hilfslosen helfen. Da er weiß, wie fragil so eine Seele ist, will er so viele wie möglich retten. Gleichzeitig will er wieder gut machen, was er als seelenloser Angelus an Leid und Elend über die Welt der Lebenden gebracht hat. Durch den Umzug in die Großstadt ist das Feeling der Serie weltmännischer und überhaupt viel düsterer, wenn auch nicht ohne Humor.

„Charles Gunn: What are you doing out here?
Angel: Skulking. Professionally. „

David Greenwalt, einer der Verantwortlichen der Serie, berichtete in einem Interview, dass selbst ihnen, den Machern, die ganze Düsternis zu langweilig war. Deshalb haben sie Angels Büro am Ende des ersten Jahres in die Luft gesprengt.

„Our notion was this will be a really dark, gritty urban show, and then we got really bored with that, because the sets were ugly and brown and stuff. That’s why we had to blow that office up the first year.““

Natürlich arbeitet auch unser finsterer Ritter der Nacht nicht alleine. Wir lernen neue Charaktere, wie Doyle und Winifred kennen und treffen geliebte Figuren aus dem “Buffyverse” wieder. Cordelia, Spike, Harmony und Wesley Wyndam-Pryce gehören zur regelmäßigen Besetzung.

„Wesley Wyndam-Pryce: It’s the bodily excretion of an Ethros demon.
Cordelia Chase: No one could have said „demon poo“ before I touched it? „

Die Serie “Angel” ist eher für ältere Jugendliche und Erwachsene ausgelegt. Aber das macht nichts.
Nach dem Ende der 5. Staffel im TV-Format, fand auch „Angel“ eine Fortsetzung als Comic unter dem Namen „Angel After The Fall“.

Firefly – Der Aufbruch der Serenity

Kommen wir zu unser aller Lieblings-Glühwürmchen. Viel zu früh fand diese Ausnahmeserie ihr Ende. Von den 2002 geplanten SIEBEN Staffeln, war uns nur eine vergönnt.

Auch diese Serie lebt von der spannenden Mischung der Genres. Was dank der Raumschiffe ja nun eher SciFi ist, wird von den vielen Westernaspekten aufgelockert. So hat die amazonenhafte 1. Offizierin Zoë eine Winchester 1892 im Halfter. Dieselbe Waffe, die Steve McQueen 1958 in „Wanted: Dead or Alive“ nutzte.

„Take my love, take my land / Take me where I cannot stand / I don’t care, I’m still free / You can’t take the sky from me / Take me out to the black / Tell ‚em I ain’t comin‘ back / Burn the land and boil the sea / You can’t take the sky from me / There’s no place I can be / Since I found serenity / But you can’t take the sky from me“

Doch was passiert eigentlich?

Auf dem antiquierten Raumtransporter der Firefly-Klasse „Serenity“ lebt die Mannschaft von Captain Malcolm Reynolds. Sie transportieren alles, was auf den Planeten gebraucht wird. Diese erinnern oft an die frühen Siedlungsgebiete in Amerika. Das ist auch nicht ganz falsch, denn die Erde ist zu Beginn des 26. Jahrhunderts ausgelaugt und die Menschen mussten sich in das Weltall verteilen, um zu überleben. Nun werden fremde Planeten terraformed und besiedelt.
Das ist die eine Seite der Welt von „Firefly“. Die andere ist die Allianz der alliierten Planeten. Diese hat sechs Jahre vor Beginn der Geschichte einen Vereinigungskrieg gewonnen. Die Browncoats, zu denen auch Malcolm Reynolds und Zoë gehörten, waren die Krieger der unabhängigen Welten, die bei der „Schlacht von Serenity Valley“ endgültig geschlagen wurden.

„Harken: „Seems odd you’d name your ship after a battle you were on the wrong side of.“
Mal: „May have been the losing side. Still not convinced it was the wrong one.“ „

Seitdem arbeiten Mal und Zoë außerhalb des Radars der Allianz. Gerne schmuggelnd und gaunernd. Aber stets nach einem moralischen Ehrenkodex.

„Badger: „What were you in the war? That big war you failed to win? You were a sergeant, yeah? Sergeant Malcolm Reynolds … balls and bayonets brigade. Big, tough veteran. Now you got yourself a ship and you’re a captain. Only I think, you’re still a sergeant, see? Still a soldier. A man of honor in a den of thieves. Well, this is my gorramn den, and I don’t like the way you look down on me. I’m above you, better than! Businessman, see? Roots in the community. You’re just a scavenger.“
Mal: „Well, maybe I’m not a fancy gentleman like you, with your … very fine hat. But I do business. We’re here for business.“ „

Doch nicht nur durch krumme Touren finanzieren sie sich, sondern sie vermieten auch die Shuttle als Wohnräume. Zum Beispiel an die ehrbare Kurtisane Inara. Aber sie nehmen auch immer mal wieder Fahrgäste auf. Was sich manchmal mit dem Transport von Schmuggelgut zeitlich überschneidet. Zoë findet dafür klare Worte:

„“Captain, I think you have a problem with your brain being missing.” „

Sie sollte sehr Recht behalten, denn gleich zu Anfang der Serie, nimmt die „Serenity“ ein Geschwisterpaar als Fahrgäste auf, das weit oben auf der Most-Wanted-Liste der Allianz steht.

Und dann sind da auch noch die Reaver. Kannibalen, die planetenübergreifend Schrecken verbreiten. Sie waren ursprünglich menschlich, aber das sieht man ihnen durch die radikalen Verstümmelungen nicht mehr an. Wo viele Menschen sie für einen Mythos halten, wissen viele Raumfahrer es besser.

„Zoe: „If they take the ship, they’ll rape us to death, eat our flesh, and sew our skin into their clothes … and if we’re very, very lucky, they’ll do it in that order.“ „

Das sind alles nur die obersten Spitzen des Eisberges „Firefly“. Die Figuren sind vielschichtig, haben spannende Beziehungen zu- und gegeneinander und die Welt ist dicht und nachvollziehbar. Was will man also mehr? Im Ernst! Was will man mehr? Vielleicht die restlichen sechs Staffeln, die wir hätten haben können! Da hilft auch der 2005 in die Kinos gekommene Film „Serenity – Flucht in neue Welten“ nicht weiter. Leider…

Letztendlich

Viele der Darsteller aus „Firefly“ bekamen nach des Absetzens der Serie, Rollen in den anderen Projekten von Joss Whedon, obwohl er davon erst gar nicht begeistert war. 2005 sagte er dazu:

„“No, you know, I was against it at first. I thought, it’ll seem incestuous and weird. But then, they’re, like, Joss, nobody saw Firefly (2002). No one will know.““

Tja, das war zum Glück ein Irrtum.

Man findet in den Episoden Anspielungen auf „Alien“, „Star Wars“, das echte Spaceshuttle, „Raumschiff Enterprise“, „Windows“, „Space 2063“, „Starship Troopers“, „Battlestar Galactica“ und andersherum gibt es jede Menge Fingerzeige, wie z.B in „Castle“, „The Big Bang Theory“, „Ready Player One“, aber auch in Google, uvm auf „Firefly“. Der Mythos bleibt am Leben.

Auch diese Serie findet letztendlich ihren Weg in die Comicwelt und die Literatur.

Und bei all meiner Recherche habe ich immer wieder eine unglaublich wichtige Information bekommen: Immer wenn Mal ein Pferd reiten musste, egal wo, war es immer das selbe Pferd. Es heißt Fred. So, das wollte ich euch nicht vorenthalten.

Wenn ihr noch mehr Lust auf ein paar schöne Zitate mitten aus dem Leben eurer Lieblingshelden habt, dann schaut mal HIER.

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