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Keks?

Mama liebt Serien: Ein Lied für all die Vergessenen

20.09.17 18:58
Serien
Spoilerfrei
Susanne
20.09.17

Dieser Gruß geht raus an alle Mitglieder der Untergrundbewegung genannt Eltern. An alle, die sich untereinander mit geheimen Zeichen grüßen. Das “triefende Auge” bedeutet “Achtung, Bindehautentzündung geht im Kindergarten um”. Den Mund weit aufreißen und tief einatmen heißt “drei Nächte am Stück nicht geschlafen”. Und natürlich der Klassiker, das entschuldigende Schulterzucken (“Ja, mein Kind hat mich gerade angekotzt”). Dieser wird höflicherweise mit einem mitfühlenden Mundverziehen gekontert.

An dieses Bündnis Gebeutelter geht diesmal mein Gruß. Vor allem an die Serienfans a. D., die Veteranen des Binge-watching. Könnt Ihr euch noch an die drei Tage erinnern, an denen Ihr die ersten zwei Staffeln „The Big Bang Theory“ durchgezogen habt?

Erst mit frischer Pizza, dann mit kalter Pizza und dann mit Leberwurst auf Butterkeksen, weil ihr vergessen habt, einzukaufen? Erinnert ihr euch noch? Nein? Ich auch nicht. Es kommt mir Lebzeiten lang her vor. Und das ist es auch. In meinem Fall zwei kleine Leben. Noch in der ersten Schwangerschaft habe ich neben pränatalem Yoga und dem VHS-Kurs “Babybrei kochen leicht gemacht” eine Serie durchgezogen. Und es wundert mich doch sehr, dass die ersten Worte meines Kindes nicht “Vier Acht Fünfzehn Sechzehn Dreiundzwanzig Zweiundvierzig” gewesen sind.

Freunde von mir hatten ihren Laptop mit im Kreißsaal und haben sich dort ähnlich die Zeit vertrieben. Das nenne ich Commitment! Jetzt freue ich mich schon königlich, wenn ich Drachen und Wölfe mit nur einer einzigen Unterbrechung rangeln sehen kann. Übermüdeten Eltern sagt man gerne: Schlaf, wenn das Baby schläft. Das mag im eingeschränkten Sinne auch funktionieren, aber spüle ich dann auch, wenn das Baby spült? Hänge ich die Wäsche auf, wenn das Baby das tut? Oder sehe ich mir die FSK-18-Version von „Gods of the Arena“ an, wenn das das Baby da auch Lust zu hat? K2 hat zwar einen Hang zu halsbrecherischen Stunts, aber noch macht er die lieber selber. Auch sonst ist das großartige Prequel von „Spartacus“ zum Einstieg ins Serienfandasein eher nicht geeignet.

Letztendlich bleibt uns nur eins übrig: Die Zeit mit unseren Kindern zu genießen solange wir können. Und uns wie Bolle auf Klassenfahrten, Zeltlager und lange Besuche bei (vielen Kilometern) entfernten Verwandten zu freuen.

Aber ich gehe auf jeden Fall vorher einkaufen. Ich glaube, Leberwurst und Butterkekse sind alle.

4 Kommentare

  • Wirklich spitze geschrieben ;)

  • Susanne

    Hallo Doreen!
    Mein Mann hält mich nun für total bekloppt, denn ich habe versucht möglichst lautlos (Kinder schlafen endlich) ein Tänzchen aufzuführen! 😊 Danke, ich habe mich sehr über deinen Kommentar gefreut!

  • Christian

    Ein süßer Artikel!

    Aber noch die kleine Korrektur, dass es 42 und nicht 48 ist ;)

  • Susanne

    OH NEIN! Dabei ist 42 doch die Antwort auf ALLES! Danke Christian!


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