Anansi wird eingeführt

Review: American Gods S01E02 – The Secret of Spoons

13.05.17 11:55
ReviewSerien
SPOILER !!
Michael
13.05.17

Nach dem fulminanten Einstieg in die Serie „American Gods“ letzte Woche, bekommen wir diese Woche einen zumindest am Anfang ähnlich gelagerten Start. Nach dem Prolog wird’s dann aber ruhiger und die Serienschöpfer nehmen sich Zeit, die bisher bekannten Charaktere zu entwickeln.

Da ist vor allem Shadow, dem Zeit gelassen wird, anzukommen und gleichzeitig Abschied zu nehmen vom alten Leben, vom alten Zuhause, von seiner Frau. Die Wechsel zwischen Realität und Einbildung sind schön konstruiert, pass auch optisch prima – gefällt mir. Man spürt Shadows Konflikt, ob er den letzten Karton mit Lauras Sachen unbeachtet stehen lassen oder einen Blick riskieren soll. Er entscheidet sich für letzteres, was durchaus schmerzhaft vonstatten geht. Dann steht aber der Auszug fest und Shadow geht mit Wednesday. Dann hat die neue Göttin Media endlich ihren ersten Auftritt, gespielt von Gillian Anderson. Sie ist zurecht gemacht wie eine der ersten Serienheldinnen überhaupt – Lucy (die wir witzigerweise vor kurzem noch in unserer Klassiker-Reihe vorgestellt haben). Regisseur David Slade treibt ein schönes Spiel mit den Displays im Einkaufszentrum, das ein bisschen Verwirrung in die Köpfe von Shadow und uns Zuschauern bringt.

Daran schließt sich eine eher ruhige, dialoglastige Passage an, die deutlich Tempo aus der Folge nimmt. Für meinen Geschmack ist es schon einen Tick zu langgestreckt, als sich in Chicago die nächste Herausforderung auftut – ein mitunter ungewöhnliches Duell zwischen Shadow und Czernobog. Wie spannend ein Dame-Spiel sein kann… :-)

Ach, ich möchte aber nochmal auf den Prolog der Folge eingehen, wo wir die afrikanische Gottheit Anansi kennenlernen. Es ist 1697, ein Sklavenschiff ist unterwegs, und die Gefangenen hoffen auf Anansis Hilfe. Der erscheint auch und motiviert die Sklaven, sich zu befreien. Zwischendurch wird er relativ dicht an der Originaldarstellung abgebildet: Anasi taucht mal als eine Art Trickser oder Gaukler auf, dann als Spinne – so wie es die mythischen Geschichten um ihn erzählen. Auch seine besondere Beziehung zu Feuer und Wasser wird hier aufgenommen. Mir gefällt sehr gut, wie er mittendrin die Sklaven anspricht:

„Meine schwarzen Freunde – ach, Ihr wisst ja noch gar nicht, dass Ihr schwarz sein. Das sagen Euch erst die da oben.“

Ganz am Ende überlebt nur einer den Schiffsuntergang: Anansi, als Spinne. Er krabbelt am Ufer entlang, ist offensichtlich in der Karibik angekommen – wo Anansi heute noch verehrt wird. Die Verquickung von Geschichte und Erzählung gefällt mir hier sehr gut.

Ansonsten nicht so stark wie der Anfang, aber man bleibt gespannt, wie es weitergeht.

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