Aus dem Takt

Review: iZombie S05E03 – Five, Six, Seven, Ate!

17.05.19 15:59
iZombieReview
SPOILER !!
Maik
17.05.19

Taktvolle Unterhaltung gab es diese Woche bei „iZombie“ zu sehen. Nicht etwa, weil das Niveau einen gewaltigen Höhenflug genommen hätte, keine Angst, es bleibt weiter eher locker-selbstironisch, sondern aufgrund des Haupt-Themas: Tanz. Das wird uns direkt mit dem „Fall der Woche“ klar gemacht, der ein in einer beinahe choreografierten Pose endet, die einem klassischen Gemälde gleicht. Doch was schön aussieht war natürlich kruder Mord, ein vergifteter Protein-Shake als Tatwaffe hat direkt beide vielversprechenden Tanzende niedergestreckt, die im Begriff waren, eine Tanz-Show zu gewinnen.

„So, which brain do I eat?“ (Liv)

Mir suggerierte der Einstieg sehr stark, dass jemand das Hirn des homosexuellen und aufgedrehten Tänzers konsumieren würde. Aber nein, ein kleines Spielchen später fiel die Wahl mehr oder weniger zufällig auf das Menü der Woche: Tänzerin mit Jugendsprech und ebenso erhöhtem Aufgedrehtheits-Pegel. Immerhin bekommen wir wieder etwas Foodporn-Zubereitung zu sehen, auch wenn es sich leider nur um einen doch auch visuell recht leichten Tomaten-Hirn-Salat handelt. Aber Tänzer essen ja auch bewusst. Als dann die beeindruckenden ersten Tanz-Moves zu sehen sind, die Liv-Darstellerin Rose McIver sich antrainiert hat, war eigentlich noch alles gut soweit.

Doch dann trat ein seltsames Szenario auf, das mir die Folge etwas kaputt gemacht hat. Als Tanzpaar wolle man undercover gehen, Clive fällt raus, bleibt aber noch Ravi. Soweit, so sinnvoll. Aber wieso isst Ravi nicht einfach das Hirn des verstorbenen Tänzers? Er hätte nicht nur die notwendigen Fähigkeiten, sondern auch weitere potenzielle Visions-Einblicke. Einzige Erklärung: Es war nicht „seine Zeit des Monats“, in der er Hirn isst (wobei ich mir gerade gar nicht sicher bin, ob er das überhaupt noch so hat?). Aber auch in dem Fall hätte ich mir (neben der fehlenden weißen Strähne, die aber ja auch gefärbt sein könnte) eine entsprechend gezeigte Erklärung vorgestellt, ein einfaches „willst du nicht?“ – „Ne, kann grad nicht“ hätte doch gereicht.

„Are you thinking what I am thinking?!“ – „Are you thinking about severe groin burning…?“ (Liv & Ravi)

Doch so beginnt eine offenkundig inszenierte Leidensgeschichte, die auf Grimassen, Verzweiflung und Fremdschämen aufbaut. Natürlich ist es etwas amüsant, dass Ravi die Grundgeschichte von „Billy Elliot“ nacherzählt und an sich war ja auch diese Trainings-Montage ganz nett und unterhaltsam anzusehen, aber dass all das auf einer recht simplen Story-Zurechtbiegung basiert, nervt mich. Mal ganz vom abstrusen Ende und der Tanz-Veranstaltung abgesehen. Liv will erst auf die Toilette gehen, um dann unmittelbar danach direkt mit Ravi an der Reihe zu sein? Und dann sollen die allen Ernstes gewonnen haben?! Trotz des am Ende improvisierenden Tanz-Ravis? Wobei, vielleicht ja gerade deshalb, denn ich muss ja gestehen, dass mir die Szene doch ein Schmunzeln abverlangt hat.

„That might sound weird, but I think, Clive just got me pregnant.“ (Ravi)

Neben der recht flachen Tanz-Show gab es auch noch zwei weitere Stränge, die deutlicher auf die übergeordnete Serien-Handlung einspielen konnten. Zum einen wäre da Clive, der sehr engagiert beim Geburtsvorbereitungskurs mitwirkt, aber weniger professionell beim Aufeinandertreffen mit seiner Ex Michelle agiert, die rein zufällig ähnlich doll schwanger ist wie Dale. Und so herrscht nicht nur Ungewissheit, wie man in diesem komischen Beziehungs-Dreieck miteinander umgehen soll, sondern auch, ob Clive nicht ggf. Doppe-Vater wird.

Relevanter für das große Ganze ist eine Situation in einer Schule, die Kinder vor dem Vorwand, nach Läusen zu suchen, in Menschen und Zombies unterteilt und letztere wegsperrt. Auch wenn die grundlegende Inszenierung aufgebrachter Bevölkerungsgruppen und der Interpretation von Bewegtbildmaterial durchaus legitim und aktuelle Zeiten spiegelnd ist, hat mir weniger gefallen, wie platt die Sache orchestriert war. Kaum jemand hinterfragt was, kaum richtige Verfahren werden eingeleitet, kaum Zeugen vernünftig befragt. Alles beruht auf dem Handy-Video eines kleinen Jungens.

Besser war da schon das Ende, das einen Jungen zeigt, der in den „Full Zombie Mode“ übergeht, was in Gang setzt, dass er und sein Bruder – die beide passenderweise Geschwister von der verstorbenen Fillmore Graves-Soldatin Jordan waren, bei Liv/Renegade landen, die so langsam einen Zombie-Kindergarten aufmachen könnte.

„I wanna start killing humans now!“ (Z-Kid)

Nein, Clive, so richtig kann ich mich deiner Meinung nicht anschließen. Das war mir alles in allem doch zu leichte Kost, die vor allem größtenteils auf einer unnötigen Story-Weiche basierte. Hätte Ravi das andere Hirn genommen, hätte man viel mehr Möglichkeit gehabt, dem Fall mehr Tiefe zu geben. So blieb die Komplexität auf der Strecke, weil massenhaft Zeit für Feel Good-Content geschaffen worden. Versteht mich nicht falsch, ich liebe die Figur des Ravi über alles und seine auflockernden Momente machen den Charme der Serie aus. Aber diese Woche wurde er gemolken, was das Zeug und die verdrehten Gesichtsmuskeln hergeben. Das war mir zu viel und zu drüber und zu unnötig. Keine Wendungen im Fall, das erste andere Tanzpaar, auf das wir treffen, ist einfach nur das, klebt direkt an Liv und Ravi? Ne, da war mehr drin. Da fällt mir ein: Wo ist und was macht eigentlich Blaine?

Bilder: The CW

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