Eine alte, neue Waffe taucht auf

Review: Star Wars The Mandalorian S01E08 – Chapter 8: Redemption (Staffelfinale)

SPOILER !!
Michael
29.12.19

Da sind wir schon am Ende von Staffel 1 von „Star Wars The Mandalorian“ – Showrunner Jon Favreau hatte letzte Woche inhaltlich ja auch schon entsprechend darauf hingearbeitet. Dort setzt Folge 8 auch unmittelbar an – hätte man natürlich auch gut einfach als Doppelfolge zeigen können.

Egal, die Folge startet auf jeden Fall ungemein unterhaltsam, nämlich mit einem Dialog zwischen den beiden Scout Troopers, die sich das Kind von Kuiil geschnappt haben. Die beiden quatschen einfach ganz normal miteinander, über das Kind, über Moff Gideon und die anderen Stormtrooper. Zwischendurch bekommen wir ganz witzige Durchsagen zu hören, was in der Stadt gerade so vor sich geht – komplett witziger Einstieg, zudem noch vollkommen unerwartet für eine „Star Wars“-Geschichte. Aber wie schon bei anderen Reviews erwähnt: Ich mag bei dieser Serie dieses „Normalisieren“ der ganzen Akteure – schön, dass Jon Favreau den Mut dazu hatte und das auch durchgehalten hat.

Nach dem guten Einstieg wird’s auf der Handlungsebene dann aber doch etwas dünn. Zunächst rettet IG-11 das Kind, weil der Droide darauf programmiert ist, das Kind zu beschützen, wie er sagt. Dann wagt er sich aber trotzdem in die Stadt und setzt das Kind einer ziemlichen Gefahr aus. Dadurch kommt natürlich Action in die Szene und Bewegung in die Stadt – was meiner Meinung nach sich aber auch nicht hätte ergeben müssen. Nachdem Moff Gideons Truppen einfach mal so das Gebäude durchlöchert hatten, warten sie jetzt viel zu lange darauf, den letzten Schritt zu gehen. Moff Gideon will verhandeln – aber warum? Drei Akteure gegen einen ganzen Trupp von Stormtroopers und Death Troopers – da muss nichts verhandelt werden, selbst wenn Moff Gideon so zunächst nicht an das Kind kommt.

Dem Mandalorianer wird dann die Aufgabe zuteil, die mangelnde Logik zu retten, indem er sagt, dass der Moff die Drei wohl bräuchte, um an das Kind heranzukommen – wie gesagt, etwas dünn, zumal der Moff das Gebäude dann wenig später doch ausräuchern lässt – was übrigens ziemlich beeindruckend inszeniert ist. Im Gebäude ist IG-11 auf einmal darauf programmiert, zu pflegen und zu beschützen, weswegen er das Kind abgibt und beim Mandalorianer bleibt, der dann auch recht schnell geheilt wird – passte für mich auch nicht so ganz. Immerhin bekommen wir wenigstens einmal das Gesicht von Mando zu sehen – und erfahren, dass Mando gar nicht Mando heißt – siehe den erläuternden Beitrag dazu hier. Mando Dyn Jarren hat offensichtlich eine gemeinsame Vergangenheit mit Moff Gideon, da dieser wohl für den Angriff auf den Planeten von Dyn Jarren mitverantwortlich war und so den Namen des Mandalorianers kennt.

Hier bekommen wir nochmal eine ausführliche Rückblende präsentiert, die uns auch zeigt, wie der Dyn Jarren zum Mandalorianer wurde. Er wurde von Mandalorianern als Findelkind gerettet, so wie er jetzt das Kind selbst gerettet hat. In einer etwas dünnen Erläuterung der Waffenschmiedin erfährt der Mandalorianer jetzt, dass er das Kind wie ein Vater beaufsichtigen muss, bis dieses erwachsen oder zurück auf dem Heimatplaneten ist – ein erster Hinweis auf die Handlung von Staffel 2, vermute ich mal.

Auch die endgültige Flucht über den Lavafluss ist dann nicht so richtig überzeugend – die Stormtrooper werden dann doch recht simpel ausgeschaltet. Dafür ist das Duell zwischen Dyn Jarren und Moff Gideon dann wieder ganz nett gemacht und entschädigt ein wenig für die Minuten davor. Und zum Schluss liefert die Folge dann nochmal daas, was sie die ganzen Folgen zuvor ausgezeichnet hat – Fanservice und ein ausgezeichnetes Wissen um alle Feinheiten des gesamten „Star Wars“-Universum. Dass Moff Gideon überlebt, war natürlich klar, aber dass er sich mit einer alten mandalorianischen Waffe befreit, war dann doch sehr nice umgesetzt. Es ist das (oder zumindest ein) Dunkelschwert, wie es Tarre Vizsla, der erste mandalorianische Jedi, geführt hat. Obi-Wan Kenobi kämpfte einst gegen Tarres Nachfahren Pre Vizsla und das Dunkelschwert. Später gelangte es unter anderem in Besitz von Darth Maul. Wirklich eine klasse Idee, diese Waffe nochmal einzuführen, die wir aus den Animationsserien „Star Wars: The Clone Wars“ und „Star Wars: Rebels“ kennen. Das zeigt wie gesagt, wie tief man sich bei dieser Serie mit den Hintergründen der Mandalorianer beschäftigt hat. Und das sorgt für Vorfreude auf Staffel 2 – da dürfte es dann auch um den Konflikt zwischen den Mandalorianern und jener Rasse gehen, zu der das Kind gehört. Wir werden also wohl auch mehr zu den Hintergründen des Kindes erfahren – und vielleicht auch zu der Rasse an sich, zu der auch Yoda gehört. Damit führten die Macher der Serie zwei spannende Gebiete abseits der eigentlichen „Star Wars“-Hauptthematik zusammen – ein toller Ansatz für die erste „Star Wars“-Realserie, deren erste Staffel man als (vielleicht sogar etwas überraschend) absolut gelungen und überzeugend bezeichnen darf.

Meinung? 1 Krone2 Kronen3 Kronen4 Kronen5 Kronen Ø 4,33 (3)

6 Kommentare

  • Die Scout Trooper habe ich so gefeiert – vor allem die Szene mit den missglückten Schießübungen, grandios! :)

  • Ja, wirklich grandios. Vor allem, man erwartet nach der Folge letzte Woche jetzt eigentlich quasi durchgehende Kampfszenen, und dann kommt zuerst mal sowas. :-D

  • Beste Folge der ganzen Staffel. Diese Folge hat sich nicht wie eine Serienepisode angefühlt, eher wie ein Film. Freu mich auf nächstes Jahr und die zweite Staffel

  • Erdbeerfeldbewohner

    Bis jetzt bin ich mit den Reviews der Folgen hier immer gut klar gekommen weil es auch meine Ansichten widergespiegelt hat.
    Aber hier kann ich mal überhaupt nicht zustimmen. In meinen Augen war das die mit Abstand schwächste Folge der ganzen Staffel.
    Die Erklärung warum Der Moff Mandos Namen kennt ist auch mau.
    Schön und gut das er Mandos Heimat ausgeräuchert hat, aber Mando wurde ja direkt als Kind mitgenommen. Hat der Moff etwa die Leichen & Überlebenden alle mit dem Melderegister abgeglichen und es hat nur 1 Person gefehlt?

    • Joa, hatte im Review ja geschrieben, dass es an ein paar Stellen etwas dünn wird – deswegen vermutlich die „Behelfskonstruktionen“, um das logisch einigermaßen hinzubekommen. Ggf. hatte Moff Gideon damals auch explizit nach Mando gesucht, so dass er deswegen den Namen so genau kennt – vermutlich werden wir auch dazu mehr erfahren in Staffel 2. :-)

    • Das ist der Weg :D


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