Es geht wieder rund im Weltraum.

Review: The Expanse S02E01-03 – Safe / Doors & Corners / Static

SPOILER !!
Tobias
15.09.17

Seit einer Woche können auch die deutschsprachigen Fans von „The Expanse“ in die 2. Staffel der Serie eintauchen. Und genau das habe ich die Tage auch gemacht. Zusammen mit Peter, einer Pizza und weiteren leckeren Dingen habe ich mir vor kurzem die drei ersten Folgen der 2. Staffel am Stück angesehen und bin weiterhin von der Serie begeistert. Weil sie einfach einfach ist. Hier wird nichts übertrieben, es gibt keine Superpower oder Laserschwerter. Alles ist irgendwie durch eine logische Entwicklung der Technik zu erklären.

Da ist es dann schon eher lustig, dass man wie bei YouTube oder Twitch auf der Erde einen Übertragungsdelay hat wenn sie Nachrichten aus dem Outer Space bekommen. Aber im Grunde auch erklärbar.

Handlung

Wir befinden uns kurz nach dem Ende der Ereignisse aus Staffel 1. Die Eskalationsspirale zwischen der Erde und dem Mars scheint sich wieder in ungefährlichere Gefilde zu entwickeln, da auf beiden Seiten durchaus Personen den Ernst der Lage erkannt haben, und wissen, dass ein Krieg sehr wahrscheinlich beide Zivilisationen vernichten würde. Mittendrin in diesem geointergalaktischen Spiel befindet sich auf der einen Seite die OPA und auf der anderen Seite die Crew der Rocinante, die ihre Entdeckungen aus dem Ende der ersten Staffel (Experimente auf Eros mit einem tödlichen Protomolekül, Initiator Jules Pierre Mao, Vater von Julie, die das ganze aufdecken bzw. verhindern wollte) noch nicht großartig streuen konnte, da sie nicht wissen, wem sie sich anvertrauen können. Denn eines ist klar, das ganz große Spiel wird von mächtigen Personen gesteuert, die sich auf allen Seiten eingenistet haben.

So kommt es dazu, dass sich die Crew der Rocinante Fred Johnson von der OPA anvertraut. Gemeinsam beschließen sie eine Raumforschungsstation zu überfallen, von der aus die Experimente und die grds. Forschung gesteuert werden. Zwar verliert die OPA die Hälfte ihres Enterkommandos (~ 25 Leute) und die Rocinante wird durch und durch durchlöchert, aber sie schaffen es, die Forschungsstation unter ihre Gewalt zu bekommen. Sie finden auch den wissenschaftlichen Leiter des Projektes, der sich zwar anbietet mitzuarbeiten bei der Aufklärung des ganzen Dramas, aber Miller hat etwas dagegen: er erschießt ihn instant aufgrund der Experimente auf Eros und wird dadurch so etwas wie ein Held für die Gürtler. Allerdings auch von seinen Freunden vom weiteren Spiel ausgeschlossen. Zumindest für kurze Zeit. Einen der Wissenschaftlicher können sie aber lebendig mitnehmen und dieser, so stellt sich heraus, kann einiges über die weiteren Hintergründe der Experimente und vor allem zum Protomolekül berichten.

Auf der anderen Seite führt ein Zwischenfall, der durch Jules Pierre Mao´s Mann Errinwright bei der UN, dem Vorgesetzten von Avasarala, maßgeblich beeinflusst und gepushed wird, dazu, dass die Eskalationsspirale zwischen der Erde und dem Mars sich wieder in die rote Zone bewegt und dazu führt, dass es zu Vergeltungsschlägen kommt. Noch allerdings scheinen die gemäßigten Personen auf beiden Seiten das Sagen zu haben. Wobei UN-Admiral Souther sich von seinem Amt als Flottenchef verabschiedet, da er der grds. aggressiven Linie, die Errinwright versucht innerhalb der UN durchzusetzen, nicht anschließen kann. Souther ist es dann aber, der Avasarala von den wahren Hintergründen der Ereignisse rund um Fred Johnson berichtet (Massaker auf der Anderson Station), die damals dazu geführt haben, dass er die UN verließ und sich der OPA angeschlossen hat.

Daraufhin nimmt Avasarala Kontakt zu Johnson auf um ihn um Hilfe zu bitten, den drohenden Krieg zwischen der Erde und dem Mars gemeinsam mit ihr zu verhindern. Sie geht damit ein großes Risiko ein, denn dies ist nichts anderes als Hochverrat.

Auf der Seite der Marsianer haben wir mit Marine Sergeant Bobbie Draper übrigens eine neue und interessante Figur. Denn für Draper gibt es nur ein Ziel: die Vernichtung der Erde und Vergeltung für die Zerstörung der Donnager. Und ihr Team an Elitesoldaten steht ihr im Wunsch nach Vergeltung um Nichts nach, wenngleich sie noch von ihrem Kommandanten zurückgehalten werden können.

Die Frage ist nur, wie lange können sich die gemäßigten Personen auf beiden Seiten durchsetzen?

Meinung

Die Serie „The Expanse“ würde mir momentan als Erstes einfallen, wenn ich die Frage nach einer Binge-fähigen Serie beantworten müsste. Der Auftakt der 2. Staffel ist zwar noch recht gemächlich, gestreut von einigen okayen Actionszenen, aber die Richtung in der sich die Geschichte entwickelt macht Spaß und hält einem am Ball. Und, ich erwähne es gerne noch einmal, das erfrischende an dieser Serie ist für mich der Umstand, dass wir hier ein technisches Szenario vorgesetzt bekommen, welches sich durch die uns bekannten Regeln und Maßstäben im Bereich der Technik und Wissenschaft erklären lässt.

Die schauspielerische Leistung der Crew ist okay, die Serie dürfte im Rückblick in einigen Jahren ihren Kultstatus – wenn sie so weiter macht wird sie den in meinen Augen erreichen – dadurch zurückführen können, dass sie eine gut durchdachte und smarte Geschichte zu erzählen hatte, nicht, dass die beteiligten Schauspieler der Serie durch ihre Performance einen besonderen Stempel aufgedrückt konnten. Shohreh Aghdashloo als Chrisjen Avasarala und Thomas Jane als „Joe“ Miller wird man hier wahrscheinlich etwas ausnehmen können.

Wenn man etwas kritisieren möchte, dann die bislang größte Actionszene, das Entern der Raumforschungsstation durch die OPA und die Crew der Rocinante. Wir sehen stunden- und tagelang wie sich die Crew in einer Simulation auf den Angriff vorbereitet. Denn nicht nur die Verteidigungseinrichtungen der Station müssen überwunden werden, auch das unbekannte Kampfschiff aus der ersten Staffel, das für die Zerstörung der Donnager verantwortlich ist, wird dort (richtigerweise) vermutet. Und in keiner der Simulationen kommt die Rocinante auch nur annähernd an die Raumstation heran. Es ist natürlich nicht verwunderlich, dass sie es im Livebetrieb schaffen, mir kam es aber viel zu einfach vor. Ja, es wurde zwischendurch etwas brenzlig und die Rocinante und die gesamte Operation wurde auch nur durch einen McGyvermäßigen Einsatz von Amos gerettet. Aber mir kam alles dann doch etwas zu simple vor. Und das Wachpersonal der Raumstation hatte auch nur Farbkugeln in ihren Waffen. Wer konnte schon mit sowas rechnen.

Der Auftakt verspricht aber dennoch eine spannende 2. Staffel bei wir wieder mehrere Handlungsfäden haben werden. Wir haben den Metafaden rund um die Erde und den Mars sowie die Spannungen zwischen diesen beiden Mächten. Zum Anderen haben wir die Crew der Rocinante und das tödliche Protomolekül aber sowas von mittendrin sowie Jules Pierre Mao als großen Puppenspieler im Hintergrund.

Bilder: Netflix

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Ein Kommentar

  • Für mich ist „The Expanse“ die mit Abstand beste Sci-Fi Serie seit langem, ich bin mit der zweiten Staffel fast durch und wieder mal restlos begeistert. Zumal es eine exzellente Buchvorlage für die Serie gibt die noch für mindestens 3-4 weitere Staffeln Material hergeben dürfte und noch nicht mal abgeschlossen ist.


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