Der Ofen ist aus!

Review: The Walking Dead S08E16 – Wrath

SPOILER !!
Falko
17.04.18

Die finale Folge des „All out War“ ist gelaufen und ich freue mich über den Abschluss einer zähen, unspektakulären Geschichte.

Im Intro begegnet uns der kleine Carl mit seinem Dad, ein netter Callback auf den Abschiedsbrief aus der vorigen Episode. Im Hilltop bereitet man sich für den finalen Kampf vor. Daryl erklärt den von Gregory zugestellten Plan und natürlich hat keiner Zweifel an dieser Geschichte.. Maggie macht derweil ihre besorgte Miene, heißt Augen und Mund so fest es geht zusammenpressen. Naja, ist wohl auch eine Art Schauspiel. Nachdem Morgan öffentlich einen Anfall bekommt, bittet ihn Rick zurückzubleiben. Morgan aber nutzt die Gelegenheit um auf Ricks moralischen Verfall hinzuweisen.

Im Sanctuary liefert Eugene die bestellte Munition ab, außerdem verlässt sich Negan auf seinen Rat was den Kampf gegen Rick & Co angeht. An der Stelle war es wohl dem Letzten klar, dass Eugene ein doppeltes Spiel treibt, oder? Der Fokus auf ihn in der letzten Folge, die manipulierte Munition. Subtilität sieht anders aus. Aber als wäre das nicht genug, gibt es beim Fluchtversuch Gabriels nochmals einen Wink.

Als Ricks Gruppe nun ohne Deckung auf einer Anhöhe steht, wird uns wohl ein Ausblick auf Staffel 9 gewährt: die Pfähle und die riesige Walker-Herde kennen Comic-Kenner bereits von einem anderen „Big Bad“. Aber ich will hier niemanden verpfeifen ;)
Kurz danach kommt es zum großen Showdown, Ricks Gruppe befindet sich mal wieder auf dem Präsentierteller und wird von den Saviors eingekreist. Als der Befehl zum Schießen kommt, explodieren die Kugeln direkt im Gewehr und verletzen/töten die Saviors. Negan, der Gabriel erschießen wollte, wird ebenfalls verletzt. Wow, Eugene hat die ganze Zeit darauf hin gearbeitet. Wirklich heftiger Twist. Rick muss sich dann natürlich einen Kampf mit Negan liefern. Ist wohl ein ungeschriebenes Gesetz, kennen wir ja schon vom Governeur. Mit einer Scherbe schlitzt Rick Negan den Hals auf, hält seine Ansprache („Negan lebt / ihr seid frei“) und keiner kümmert sich um den verblutenden Negan. Das hätte man anders lösen müssen. Hab ich was vergessen? Ach ja, um die Story abzurunden, retten die Oceanside-Damen mit Aaron den verbliebenen Hilltoppern den Hintern.

Für den Abspann nimmt sich das Finale besonders viel Zeit: das Sanctuary wird wieder aufgebaut, Daryl entlässt Dwight, Morgan macht sich auf in Richtung Fear the Walking Dead, dabei schaut er bei Jardis (Ann!) auf dem Schrottplatz vorbei. Maggie prophezeit eine rosige Zukunft. Und Negan hat den Kampf überlebt und soll als lebendes (aber eingesperrtes) Vorbild für einen Wechsel stehen. Und die Serie entlässt uns ohne Cliffhanger.

(Staffel)-Fazit:

Das Staffel-Finale bleibt der mittelmäßigen Qualität der achten Staffel treu. Die Story in der Folge wirkt teilweise sehr abgehetzt, der Showdown mit dem Twist bot absolut keine Hightlights und wirkte für mich halbgar. Traurig ist auch, dass Ricks Gruppe scheinbar nicht dazu lernt. Da wird blind einem Plan vertraut und auf offenem Feld ins Verderben gerannt. Da muss aus meiner Sicht mehr Tiefe rein, die Dialoge müssen generell besser werden. Hat jemand mitgezählt, wie viele bedeutungsvolle Ansprachen es in dieser Staffel gab? Nun denn, es ist vorbei. Die Zuschauerzahlen geben auch mein Bauchgefühl wieder, TWD ist keine gute Serie mehr, man bleibt aus Gewohnheit dabei aber eigentlich ärgert man sich nur dass man wieder eingeschaltet hat. Ich hoffe dass es mit dem Wechsel des Showrunners auch endlich wieder bergauf geht. Aber jetzt wende ich mich erstmal dem Staffelauftakt von Fear the Walking Dead zu.

Vorherige Folge

Bilder: AMC

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2 Kommentare

  • Ich fand das Finale in Gänze sogar noch ganz okay, hat sich doch endlich mal was konkret tun müssen. Aber ja, das Abschluss-Geschwafel war viel zu lang, der eigentliche Highlight-Kamp unnötig verkürzt, aber die ganz großen Logikfehler gab es nicht. Mir gefällt die Färbung gen Ende mit Maggie und Daryl nicht so ganz, ebenso, dass Rick urplötzlich so einen kompletten Wandel hinlegt, das hätte im Laufe der Staffel deutlich besser ausgearbeitet werden können. Jetzt bin ich gespannt, ob und wie comic-analog sie fortfahren werden.

  • Ich freu mich etwas, dass Eugene doch noch die Kurve gekriegt hat – auch wenn, wie schon angedeutet, die Art und Weise der Inszenierung sehr offensichtlich war.
    Irgendwie hätte ich es glaube ich besser gefunden, wenn Rick Negan umgebracht hätte. Das hätte gezeigt, dass Rick eigentlich auch nicht mehr so richtig zu retten ist. Die von ihm gehaltene Rede wäre dann anders gewesen. Dass jetzt Maggie und Daryl das neue Gegenlager zu Rick bilden sollen, finde ich spannend (also hat Potenzial für Spannung), aber irgendwie auch merkwürdig. Weiß nicht, ob das so passt und funktionieren wird. Mal abwarten.


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