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Kleine Serienprojekte im Netflix-Style - das wär's!

Kommentar: Wir brauchen ein Portal für Webserien!

19.05.21 20:09
KommentarTV
Spoilerfrei
Michael
19.05.21

Ich bin gerade auf dem Webserien-Trip – mal wieder! Es gibt immer wieder Phasen, in denen ich über richtig, richtig gute Webserien stolpere, wie zuletzt „Lu von Loser“ zum Beispiel, oder davor schonmal „FETT und FETT“ oder „Familie Braun“. Aber ganz ehrlich: Genau das ist das Problem – das Stolpern. Es ist nämlich leider immer nur Zufall, dass ich auf so etwas stoße. Das kann damit zusammenhängen, dass ich mehr so ein Konsument bin, der vor dem Fernseher sitzt und die üblichen Streamingdienste abfrühstückt – und dabei keine Lust hat, auf YouTube oder Vimeo zu suchen. Das kann aber auch einfach daran liegen, dass es kein passendes Portal gibt, dass die Webserien zusammenbringt an einem Ort – so wie vor zehn Jahren 3min der Telekom. Dabei wäre das aus meiner Sicht bitter nötig – damit die Webserienperlen entdeckt werden können und neue Projekte gefördert werden können.

Apropos Förderung: Das wäre natürlich ein gutes Werkzeug, um die Webserien zu unterstützen. Jan Böhmermann, hat ja letztens im „ZDF Magazin Royale“ die deutsche Filmförderung auseinandergenommen. Rund 400 Millionen Euro wandern jedes Jahr von den Filmförderanstalten in deutsche Filmprojekte – mit mäßigem Output und ebenso mäßigem Erfolg. Ein Bruchteil davon würde schon reichen, um ein Webserien-Portal zu finanzieren und zu betreiben. Und ein bisschen mehr Geld noch würde ermöglichen, neue Webserien-Projekte Realität werden zu lassen – gleichzeitig übrigens auch ein gutes Mittel, um die gerade in der Pandemie-Phase so gebeutelten Kreativen in ihrem Schaffen unter die Arme zu greifen.

Ich wünsche mir ein Portal, in dem Webserien-Projekte gut sortiert zu finden sind, gerne nach Genre, oder gerne auch zusammengestellt nach dem Netflix-Prinzip, bei dem angezeigt wird, was einen auch interessieren könnte, wenn man bestimmte Titel schon gesehen hat. Hat man eine Serie gestreamt, wird der Produzent der Webserie finanziell beteiligt, wie bei dem Spotify-Modell. Der WebserienBlog aus Kiel von Markus Kuhn leistet hier natürlich schon hervorragende Arbeit – wer ernsthaftes Interesse an Webserien hat, wird hier bestens informiert – übrigens auch samt Links, wo man die Serien tendenziell finden kann. Aber – mir ist das für einen gemütlichen Serien-Fernsehabend auf der Couch nicht attraktiv genug. Ich muss viel lesen, scrollen, klicken – letztlich würde ich doch lieber ganz gerne durch einen visuellen Katalog surfen und direkt abrufen wollen, was mir da angeboten wird. Der WebserienBlog Netflix-like, das wäre schon ein Traum. Also, bitte gerne ein bisschen Geld von der Filmförderung abzwacken und in ein Webserien-Portal investieren – auf einen Film mehr oder weniger à la „Arschloch mit Herz aus Gold findet die große Liebe, junge Leute kriegen tragische Diagnose und machen eine Reise, und – unser deutsches Oscar-Rezept – Nazi, Weltkrieg, DDR.“, wie Jan Böhmermann es formuliert hat, kommt es ganz sicher nicht an – auf eine attraktive Plattform für Webserien allerdings schon.

Ein Kommentar

  • Patrick

    Im Audio-Bereich gibt es mit der Software „Roon“ bereits eine entsprechende Lösung. Diese Software versammelt die lokale Musiksammlung und die externen Streaming-Dienste unter einem Dach, so daß man auf die gesammelten Inhalte zentralen Zugriff hat.

    Ergänzt werden diese Inhalte dann noch durch redaktionelle Inhalte.


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