Dallas

Review: Umbrella Academy – Staffel 2

SPOILER !!
Fabio
07.08.20

Umbrella Academy

Die abgefahrene Superhelden-Familie aus „The Umbrella Academy“ ist zurück. Das letzte mal, als wir sie gesehen haben, gerieten Vanyas frisch entdeckte Kräfte komplett außer Kontrolle und lösten letztlich die Apokalypse aus. Um seine Geschwister aus der dramatischen Situation zu retten, transportierte Nummer Fünf sie kurzerhand in die 1960er. Allerdings landeten die Mitglieder der Academy in ganz unterschiedlichen Jahren des historischen Jahrzehnts. Wieder liegt es in den Händen von Nummer Fünf das Team zusammenzubringen und eine weitere Katastrophe abzuwenden.

„Als du ein Baby warst, wurdest du von einem reichen, alten Mann gekauft. Er hat dich aufgezogen. Dich und deine sechs Geschwister, die auch so außergewöhnliche Kräfte haben. Aber 2019 sind wir, um der Apokalypse zu entkommen, in einen Zeitstrudel gesprungen. Wurden aber leider hier in Dallas, Texas über die Zeitlinie verstreut. Sonst noch Frage?“ – Fünf

Nach einem rasanten Auftakt der neuen Staffel, erlebt der Zuschauer, wie die Geschwister in unterschiedlichen Zeiten gelandet sind. Der drogenabhängige Klaus gründet im Jahr 1960 eine Sekte. An seiner Seite ist weiterhin sein verstorbener Bruder Ben. Klaus‘ geistlicher und moralischer Begleiter wird diesmal eine weitaus größere und wichtigere Rolle zuteil. Abgesehen von einigen schrägen und witzigen Momenten mit Klaus, ist er zum Ende hin der einzige, der sprichwörtlichen Zugang zu seiner Schwester Vanya findet. Um eine erneute Apokalypse abzuwenden, ist er auch bereit Opfer zu bringen. Die Afroamerikanerin Allison landet im Jahr 1961, wo sie sich einer Bürgerrechtsbewegung anschließt, während sich ihr muskulöser Bruder Luther im Jahr 1962 als Straßenkämpfer durchschlägt. Die Trainingsszene, in der er im grauen Jogginganzug die Straße entlang läuft, ist offensichtlich eine witzige Anspielung auf den Boxfilm-Klassiker „Rocky“.

Umbrella Academy Season 2 Luther

Der Messerwerfer Diego gerät, nur wenige Wochen vor dem Anschlag auf Präsident Kennedy, ins Jahr 1963. Zeitlich nicht weit entfernt erwacht Vanya mit Gedächtnisverlust. Jedes Teammitglied macht für sich herausfordernde Erfahrungen. Aber die spannendste Entwicklung durchlebt Vanya. Sie wird von einer Frau namens Sissy auf ihrer Farm aufgenommen, wo sie gemeinsam mit ihrem Ehemann und ihrem Sohn lebt. Bald wird klar, dass Vanya und Sissy Gefühle füreinander hegen. Auch Vanyas Fähigkeiten verändern sich. So scheint das Ausmaß ihrer Kräfter noch nicht vollends bekannt zu sein. So erleben wir, wie sie während eines Verhörs durch das FBI, es schafft sich mit Sissys Sohn mental zu verbinden.

Umbrella Academy Season 2 Vanya

Und dann ist da noch Fünf, der am 25. November 1963 zeuge einer erneuten Apokalypse wird. Ich bin nach wie vor sehr beeindruckt von Aidan Gallaghers Schauspielleistung. Er trägt die Last der Hauptgeschichte auf seinen Schultern und macht dabei sogar eine bessere Figur als in der letzten Staffel.In einigen Punkten weicht die Story wieder von der Comicvorlage ab und integriert aktuelle Themen wie Rassismus und Homophobie. Das macht nicht nur die Story relevant, sondern fördert auch die Charakterentwicklungen. Freunde des Schimpansen Pogo dürfen sich ebenfalls auf ein Wiedersehen freuen. In einer Episode werden seine Vergangenheit und seine Beteiligung am Mercury Project als Astronaut beleuchtet. Der Zuschauer erfährt dabei, dass er nach einer Bruchlandung von Reginald Hargreeve mittels eines Serums gerettet wird, dem er auch seinen besonderen Intellekt verdankt. Reginald und seine Frau Grace ziehen Pogo wie ihren eigenen Sohn auf. Diese Tatsache rückt nun Pogos Verhalten und der Versuch seine Mutter in der ersten Staffel zu retten in ein neues Licht. Aber auch ein paar neue Gesichter schlagen in der Fortsetzung auf. Da ist zunächst die mysteriöse Lila, die in einer Irrenanstalt auf Diego trifft.

Umbrella Academy Season 2 Diego Lila

Elliot, der als Spinner abgetan wird, weil er an eine außerirdische Invasion glaubt oder Allisons Ehemann und Bürgerrechtler Raymond. Mein Favorit ist aber Carmichael – halb Goldfisch, halb Roboter. Das Design orientiert sich am Vorbild aus dem Comic. Allerdings wurde hier meines Erachtens das Potenzial einer coolen Figur als Kopf der kriminellen Kommission verspielt. An seiner statt rückt nämlich die garstig, overactende Handler nach. Auch die neuen Auftragskiller der Kommission, die einfach nur „Schweden“ genannt werden, wirken blass. Sind sie doch nur ein müder Abklatsch von Hazel und Chacha aus Staffel 1. Inszenatorisch gibt es kaum etwas zu meckern. Das 60s-Setting versprüht jede Menge Retro-Charme. Die Musikauswahl intensiviert das Ganze dann noch. Wie schon in der Season zuvor wartet auch die Fortsetzung mit einer erstaunlichen Auswahl an Popsongs auf. Nachdem die Mitglieder der Umbrella Academy in Staffel 1 zu „I Think We Are Alone Now“ getanzt haben, schwingen Klaus, Allison und Vanya diesmal zu „Twistin‘ The Night Away“ die Hüften. Selbst die auf den ersten Ton unpassend mit „Everybody“ von den Backstreet Boys untermalte Kampfszene, funktioniert bemerkenswert gut. Weitere Songs wie „Bad Guy“ von The Interrupters oder „Dancing Myself“ von Generation X runden das Gesehene noch ab. Aber trotz der neuen Kulisse, Outfits und Figuren, erzählt die zweite Staffel im Grunde dieselbe Geschichte wie zuvor. Wieder ist es Vanya, die die bevorstehende Apokalypse verursacht und wieder ist es Fünf, der versucht seine Geschwister zusammenzuführen. Und natürlich gelingt es der Academy am Ende das Schlimmste abzuwenden. In einer großen Schlacht gegen Handler und zahlreichen Handlangern der Kommission, erfährt der Zuschauer, dass auch Lila am selben Tag, wie die anderen Mitglieder der Umbrella Academy, am 1. Oktober 1989, geboren ist. Dass auch sie dazu zählt kam überraschend, vorhersehbar dagegen war, dass ausgerechnet Diego, ihr Geliebter, Lila rettet. Ihnen gelingt die Rückkehr ins Jahr 2019, doch der Eingriff in die Vergangenheit hat dazu geführt, dass Reginald ein anderes Team gegründet hat – die Sparrow Academy, die von einem düsteren Ben angeführt wird. Welche weiteren Auswirkungen die Zeitreisen haben, dürften Fans dann in Staffel 3 erfahren.

Umbrella Academy Season 2

„Das war erfrischend.“

Fazit

Die zweite Staffel fällt actionreicher und emotionaler aus als bislang und besticht mit einigen Überraschungen, sowie einem nostalgischen 60s-Flair. Allerdings wiederholt sich die übergeordnete Geschichte und mindert damit ein wenig das Sehvergnügen.

„Umbrella Academy“, Staffel 2 ist auf Netflix verfügbar.

Bilder: Netflix

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