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Niemand wollte ihn rausvoten...

Russe war wochenlang in chinesischer Casting-Show „gefangen“

04.05.21 13:37
MusikTV
Spoilerfrei
Maik
04.05.21

Die Gunst der Zuschauer:innen zu ergattern ist für manche der größte Traum und das wertvollste Gut. Aber manchmal können die Leute vor den Fernsehern auch brutal sein, indem sie für einen Anrufen. Das wissen bereits der eine oder die andere Kandidat:in von „Ich bin ein Star, holt mich hier raus!“ oder anderen Reality-TV-Formaten, bei denen man nur noch mitmacht, um nicht auf die Gage verzichten oder gar Strafe zahlen zu müssen. Letzteres ist Vladislav Ivanov passiert.

Wie der Guardian zusammenfassend berichtet, hat der gebürtige Russe an der im chinesischen Fernsehen ausgestrahlten Casting-Show „Produce Camp 2021“ (im Original „CHUANG 2021“) mitgemacht. Ein Gesangsformat, das eine neue Boyband zusammenstellen sollte. Natürlich wie so oft auf Geheiß des Publikums, das durch Votings Leute in die nächste Runde befördern konnte. Der aus Vladivostok stammende Ivanov hatte eigentlich als Übersetzer für die Produktion gearbeitet, aufgrund des guten Aussehens des auch als Model tätigen Angestellten bot man ihm an, ob er nicht auch vor die Kamera wolle. Nach mehrmaliger Anfrage hat er aus Langeweile akzeptiert, unterschrieb einen Vertrag und startete das TV-Erlebnis.

Unter dem Namen „Lelush“ trat er in den Wettstreit – unter fragwürdigen Bootcamp-Bedingungen, die ihm keinen Spaß machten. Früh fing er an, bei den Zuschauer:innen darum zu flehen, doch bitte NICHT für ihn anzurufen. Ein gefährliches Spiel mit dem kindischen Trotz-Zwang so mancher Leute, die ihre Macht auszunutzen wissen. Über die Dauer von drei Monaten wurde Vladislav Ivanov durch zehn Shows der Sendung mitgeschleppt – bis ins Finale.

„I hope the judges won’t support me. While the others want to get an A, I want to get an F as it stands for freedom“ (South China Morning Post)

Im Finale wurde sein Fehlen dann erhört. Vielleicht auch, weil er vor laufender Kamera eine Zitrone gegessen hat und immer wieder meinte, es sei kein Scherz, er möchte gerne, dass es endlich vorbei ist. Nach der Show hat ihm wohl unter anderem die russische Botschaft „gratuliert“ und gewünscht, er möge sich von diesem Ereignis gut erholen.

Theoretisch könnte das natürlich ein ganz großes strategisches Spiel gewesen sein. Vielleicht einfach nur ein Grumpy-Character, der mit umgedrehter Psychologie arbeitet. „Ruft bitte nicht für mich an!“ damit alle genau das machen. Aber das wäre schon krass inszeniert. So hat er aber letztlich ziemlich viel Aufmerksamkeit bekommen. Das dürfte zukünftiger Model- oder TV-Karrieren nicht unbedingt schaden.

via: b3ta

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