Der Älteste kommt zum Schluss

sAWEntskalender 2017 – Tür 24: William Shatner

Mini-Spoiler
Michael
24.12.17

Das letzte Türchen – meistens verbirgt sich etwas ganz besonderes dahinter. Das gilt auch für unseren sAWEntskalender (wobei sich auch hinter den anderen 23 Türchen tolle Überraschungen verbargen). Jetzt kommt der älteste Schauspieler unserer Reihe: William Shatner. Und gleichzeitig ein ganz spezielles Exemplar der Spezies „Serienschauspieler“.

Der 86-Jährige hat es nämlich geschafft, gleich in mehreren Serien die Hauptrolle zu spielen und dabei geradezu ikonische Figuren zu erschaffen. Da ist natürlich zunächst James Tiberius Kirk, der Captain des Raumschiffs Enterprise, dann der Police Officer T.J. Hooker und schließlich der Anwalt Denny Crane. Dazu spielte er in vielen Spielfilmen mit, betätigte sich als Autor und brachte mehrere Musikalben heraus. Ein Multitalent, das sein leben gut mit kreativem Output gefüllt hat. Und ein Ende ist nicht abzusehen: Aktuell macht er als fleißiger Twitterer mit durchaus unterhaltsamen Tweets von sich reden. Seine Tweet-Duelle mit Mark Hamill zum Beispiel sind ein großes Vergnügen.

Im Rahmen unseres sAWEntskalenders haben wir jeden Tag eine Hommage auf einen erwähnenswerten Seriendarsteller präsentiert – und immer wieder versteckte Buchstaben. Heute ist die letzte Chance: Wer als erstes das gesuchte Serien-Zitat aus ihnen bildet, kann sich einen Preis aussuchen. Alle vier Tage gab es einen Tipp von uns – heute die Buchstabenwand, die wir unten abgebildet haben. Viel Spaß beim Durchschauen und Rätseln!

James T. Kirk

Wer an Shatner denkt, denkt direkt an Captain Kirk. Star Trek hat Shatner geprägt, und umgekehrt hat der Charakter des James T. Kirk das Star Trek-Universum geprägt. 1966 flimmerte die erste Folge über die Bildschirme, bis 1969 wurden 79 Folgen produziert. Die Serie machte Science Fiction salonfähig, viele Nachahmer folgten. Trotzdem wurde Star Trek nach 3 Staffeln abgesetzt. Kirk war damit allerdings noch nicht tot: Fans hielten Gene Roddenberrys Idee am Leben, die so genannten Star Trek Conventions wurden Kult. Shatner ließ sich dort häufiger sehen, und irgendwann entdeckte Paramount, dass sich mit Star Trek doch noch Geld verdienen lässt. „Star Trek: Phase II“ war in Planung, doch nachdem der erste Star Wars-Film ein Riesenerfolg wurde, entschloss man sich, auch die Enterprise auf die Leinwand zu bringen – mit Kirk an der Spitze. In sieben Filmen von 1979 bis 1994 spielte er die Hauptrolle, bei Film Nr. 5 wurde er sogar als Regisseur und Autor verpflichtet. Auch an vielen anderen Stellen ließ Shatner Kirk aufleben: In der Star Trek-Animationsserie zum Beispiel als Sprecher, oder auch bei Sketchen oder Romane zu Star Trek, bei denen einige ebenfalls aus seiner Feder stammen. Shatner gibt übrigens an, bis auf den selbstinszenierten Film keine Star Trek-Folgen jemals angesehen zu haben. Das weichte er erst spät auf, als er an seinen Memoiren schrieb.

T. J. Hooker und Tek War

Nach Star Trek war es für William Shatner zunächst nicht so leicht, neue Rollen zu finden. Er schien zu festgelegt auf die Figur des Star Trek Captains. Doch nach einigen mittel-erfolgreichen Kinofilmen (darunter eine geniale Performance in Airplane II als Buck Murdock) Fernsehfilmen und Gastrollen wurde ihm mit T. J. Hooker eine neue Hauptrolle in einer Serie angeboten. Er spielte einen Police Officer, der je Folge bestimmte Fälle mit seinem Team zu lösen hatte.Der Pilot hieß noch „The Protectors“, dann entschied man sich jedoch, sich auf Shatners Rolle zu fokussieren und die Serie nach seiner Rolle zu benennen. Von 1982 bis 1985 produzierte ABC, danach übernahm CBS und führte die Serie zu Ende. 91 Folgen wurden insgesamt produziert, also sogar einige mehr als bei Star Trek. Die Verbundenheit zum Polizeithema blieb bei einem Dokutainment namens „Rescue 911“ erhalten. Shatner präsentierte das Format in 186 Folgen und 2 Specials.

Ab 1989 betätigte sich Shatner verstärkt als Autor. Er schurf zehn Star Trek-Romane und eine eigene Crime-Romanserie, Tek War. Der Stoff der neun Romane kam so gut an, dass er auch als Serie verwirklicht wurde.

Denny Crane

2004 holte ihn David E. Kelley in eine seiner Anwaltsserien, „The Practice“. Obwohl er nur in der letzten Staffel auftauchte, und auch nur für 5 Episoden, war der Erfolg riesig. Shatner spielte einen völlig verkorksten Rechtsanwalt, der eine Anwaltskanzlei leitet und sich von nichts und niemandem etwas vorschreiben lässt. Dass er ständig in Fettnäpfchen tritt und von seinen eigenen Anwälten desöfteren vor Gericht vertreten werden muss, störte ihn gar nicht, im Gegenteil: Auch daraus machte er stets eine Denny Crane-Show.

William Shatner hatte sichtlich Spaß an der Rolle, und auch das Publikum war begeistert. David E. Kelley nahm den Charakter mit in seine neue Anwaltsserie „Boston Legal“ und gab Shatner die Hauptrolle, gemeinsam mit James Spader, mit dem er ein kongeniales Anwaltspaar bildete. 101 Episoden wurden uns mit Denny Crane geschenkt, bis zum Ende der Serie 2008 blieb Shatner als Hauptdarsteller an Bord. Shatner ließ hier gelegentlich Referenzen an sein bisheriges Schaffen einfließen. So sagte er einmal vor dem Gerichtssaal, um sich aus einer unangenehmen Situation zu befreien:

„Ich war einmal der Kapitän eines großen Raumschiffs!“

Shatner erhielt für die Rolle einen Golden Globe und einen Emmy in 2005, außerdem wurde er 2006, 2007, 2008 und 2009 erneut nominiert. Nach seiner Auszeichnung ist Shatner einer der ganz wenigen Darsteller, die für ein und dieselbe Rolle in zwei Serien jeweils einen Emmy bekam. Sein Partner James Spader übrigens auch.

2008 war leider Schluss mit der Serie. Sie war wirklich ein großer Spaß und ich habe jede Folge genossen. Shatner hat hier nochmal eine ganz andere Facette gezeigt, und ich glaube, keine andere Rolle war näher an ihm als Person als die des Denny Crane. Aus Produktionskreisen gab es auch Statements wie „Wir zeigen William Shatner, wie er Denny Crane spielt, der eigentlich William Shatner imitiert.“ Darin steckte wohl viel Wahrheit.

Heute verfolge ich William Shatner regelmäßig auf Twitter. Auch hier ist er fleißig dabei, kommuniziert auch gerne mit Fans oder anderen Schauspielern. Wie schon erwähnt, sind seine Auseinandersetzungen mit Luke Skywalker-Darsteller Mark Hamill schon legendär. Hoffentlich bekommen wir noch eine Menge davon geboten – William Shatner ist ja auch erst 86 Jahre alt.

sAWEntskalender – letzter Tipp

So, jetzt muss aber jedem klar sein, welches Zitat wir in diesem Jahr suchen. Als letzte Hilfestellung kommt hier nochmal ein ziemlich eindeutiger Tipp. Na, wer weiß es?

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