"Love is the one emotion actors allow themselves to believe."

sAWEntskalender 2017 – Tür 2: James Spader

Spoilerfrei
Tobias
02.12.17

Es gibt da eine Handvoll Schauspielernamen, wenn die in einer Vorankündigung mit einem Film oder einer Serie genannt werden, dann schaue ich da ohne große Überlegung rein. Das muss nicht immer heißen, dass ich dann auch bei einer Serie am Ball bleibe oder den Film mehrmals schauen kann, aber meistens dann doch. Einer dieser Schauspieler hört auf den Namen James Spader. Und um den geht es heute im 2. Türchen. Auf geht´s.

Im Rahmen unseres sAWEntskalenders gibt es jeden Tag eine Hommage auf einen erwähnenswerten Seriendarsteller – und immer wieder versteckte Buchstaben. Wer als erstes das gesuchte Serien-Zitat aus ihnen bildet, kann sich einen Preis aussuchen. Alle vier Tage gibt es einen Tipp von uns. Viel Spaß beim Durchschauen und Rätseln!

James Spaders Weg in die Schauspielerei begann recht früh auch wenn er – natürlich – nicht von Anfang an der große James Spader war sondern seinen Lebensunterhalt auch mit Dingen abseits der Schauspielerei verdienen musste. Darunter waren auch Berufe wie Kellner (klar!), LKW Fahrer (aha) oder als Eisenbahnwagenbelader (whaat?). Was mir bis kurzem gar nicht bewusst war, ist die Tatsache, dass Spader in Boston geboren wurde. In der in meinen Augen tollsten Stadt der USA. Allein deswegen muss man Spader und sein filmisches Werk mögen. Punkt.

Aber ich mache dennoch weiter.

Die anfänglichen Rollen waren eher kleinere und größere Nebenrollen, vorrangig in den sogenannten Cliquen- und Coming-of-Age Filmen der 80iger Jahre. Auch wenn Spader nicht von Anfang an zum „Brat Pack“ gehörte, zählte er nach einigen Jahren dennoch dazu. Viel macht eben dann doch viel. Den ersten größeren und erwähnenswerten Film in der Filmografie James Spader ist „Pretty in Pink“ .

Spader spielt hier einen arroganten Playboy namens Steff und ist so etwas wie der Gegenspieler der Hauptdarsteller Molly Ringwald, Jon Cryer und Andrew McCarthy – dem Kern des „Brat Pack“. Ein wunderbarer kleiner Film den man sich heute noch gut anschauen kann. Und sollte, nicht nur, weil Molly Ringwald als Andie in einem Plattenladen spielt. Wer Serien wie „Beverly Hills, 90210“ mag, dem wird dieser kleine Film ebenfalls gefallen.

Und Spader? Spader kann hier schon sehr gut sein schauspielerisches Potenzial unter Beweis stellen, vor allem, was Mimik und Gestik angeht. Auch seine ganz eigene Lautsprache kann man hier schon sehr gut erkennen.

Nach „Pretty in Pink“ kamen noch einige kleinere Filme um dann mit „Sex, Lügen und Video“ und seiner ersten Hauptrolle den Durchbruch zu schaffen. James Spader wurde für seine Rolle des Graham Dalton bei den Internationalen Filmfestspielen in Cannes sogar mit dem Preis des besten Schauspielers ausgezeichnet. Spader spielt in diesem mitreißenden Drama einen schüchternen Herumtreiber mit einem mysteriösen Hobby bzw. Filmprojekt.

Graham hat sich nämlich zur Angewohnheit gemacht, Frauen vor seiner Kamera von ihren sexuellen Erfahrungen und Erlebnissen berichten zu lassen um sich im Anschluss daran beim ansehen des Videos selbst zu befriedigen. Und wenn man sich heute diesen Film anschaut, muss man erkennen, dass man bereits in 1989 den großen James Spader erleben darf. Die Auszeichnung erhielt Spader demnach vollkommen zurecht. Ich habe den Film jetzt vielleicht drei, viermal angesehen und bin jedesmal beeindruckt und mitgerissen von Spaders Graham. Wer James Spader mag sollte sich unbedingt diesen Film besorgen und anschauen. Und die wunderbare Andie MacDowell macht auch mit. Ist doch was.

James Spaders Talent exzentrische und in vielen Fällen auch erotisch aufgeladene Charaktere spielen zu können dürfte für viele Filmfans 2002 in einem Meisterwerk gemündet haben: „Secretary“ . Ohne diesen Film wäre dieser Beitrag zu James Spader niemals im Leben komplett. Ich weiß gar nicht, wie oft ich mir diesen Film schon angesehen habe. Natürlich liegt dies auch an einer grandiosen und zuckersüßen Maggie Gyllenhaal, aber James Spader ist so exzentrisch und mitreißend wie nur in ganz wenigen anderen Filmen oder auch Serien. Für mich ist und wird James Spader immer dieser eigenartige E. Edward Grey bleiben. Da kann kommen was will. Und danach kam noch eine ganze Menge.

Vor allem Serien. Denn nach „Secretary“ schlug Spader den Weg mehr in Richtung Serien ein. Klar, er war vorher auch schon in „Frasier“ zu sehen und in einer Folge „Seinfeld“. Aber das hake ich mal ab unter „die paar Dolle nehme ich auch mit“. Spätestens seit den Jahren 2003 bis 2008 dürfte James Spader so etwas wie der landesweit bekannteste Anwalt sein. Vorrangig natürlich durch seine Rolle in „Boston Legal“. Aber zunächst begann Spader seine zweite Karriere – also die in Fernsehserien – in der finalen Staffel von „Practice – Die Anwälte“ .

Ich gebe zu, die Serie habe ich, wenn überhaupt, nur nebenbei gesehen. Auch die finale Staffel mit James Spader habe ich kaum in Erinnerung. Müsste ich eigentlich mal nachholen. Aber seine Rolle als Alan Shore in „Boston Legal“ überstrahlt alles. Alles. Durch diese wunderbare Serie und das unschlagbare Doppel mit William Shatner bin ich auch eigentlich erst auf James Spader aufmerksam geworden. Wie oft habe ich mir vorstellt, dass anstatt William Shatner ich mit Alan Shore auf dem Balkon sitze, einen guten Whiskey in der Hand halte, wir über den Weltfrieden diskutieren und uns das nächtliche Boston anschauen.

Ach, ich liebe einfach diese Serie. Und James Spader in seiner zweiten Paraderolle, neben die des E. Edward Grey – ebenfalls einem Anwalt. Die Rolle des Anwalts scheint unserem James Spader also zu liegen.

In der Zeit nach „Boston Legal“ gab es mit Robert California in der US-amerikanischen Variante von „The Office“ einen viel beachteten Nebencharakter, der allerdings bei den Fans der Serie recht hoch im Kurs steht. Auch hier konnte Spader seine typische Art und Weise des Sprechens und mit dem Kopf nachwippens – verallgemeinern wir es einfach mit Mimik und Gestik – etablieren und sein besonderes schauspielerisches Talent einsetzen. Auch wenn ich bisher nur eine Handvoll Folgen der Serie gesehen habe, weiß ich, dass ich mir die Serie unbedingt mal am Stück geben muss. Und dies auch tun werde. Auch wegen James Spader. Aber ihr wisst ja, wie das mit den offenen Listen so ist.

Kommen wir zur Gegenwart: „The Blacklist„. Ich bin zwar schon länger nicht mehr auf dem Stand der Serie aber das liegt nicht an James Spader sondern irgendwie an der Entwicklung der Serie. In meinen Augen hatte die Serie in der ersten Staffel viel Potenzial angedeutet, dann hat man in meinen Augen aber ein paar zu einfache Antworten und Wege beschritten so dass ich ein wenig die Lust verloren habe. Aber auch hier denke ich, dass ich mir die noch offenen Folgen irgendwann mal anschauen werde.

Denn James Spader als Raymond „Red“ Reddington ist eine schauspielerische Wucht. All das, was man an James Spader liebt, legt er in diese Figur. Es ist nur schade, dass man es nicht geschafft hat, Spader schauspielerisch ebenbürtige Kollegen an die Hand zu geben. Wenn ich Diego Klattenhoff und Megan Boone durch die Gegend stolpern sehe, wird mir jedes Mal schlecht.

Aber hier geht´s ja um James Spader. Und da kann es in meinen Augen keine zwei Meinungen geben. James Spader gehört zu den Top Schauspielern unserer Zeit, nicht alles, was er anfässt, glänzt golden in der Sonne. Aber worauf man sich verlassen kann ist die schauspielerische Leistung Spaders. Mir würden keine drei Schauspieler einfallen, die exzentrische Figuren ähnlich mitreißend spielen können wir James Spader. Und ich mag diesen Typus. Ich mag James Spader. Denn er schafft es in meinen Augen jedem dieser Figuren durch eine eigene Nuance etwas besonderes mitzugeben.

Zudem eint mich mit James Spader die Unfähigkeit Kontaktlinsen zu tragen. Das verbindet uns. Denn mir ging es auf dem Tanzparkett ähnlich wie James Spader bei seinen Rollen wenn er keine Brille tragen kann: er sieht seine Schauspielkollegen unscharf und verschwommen. Aber geteiltes Leid ist halbes Leid, James!

Wenn ihr diesen Beitrag entweder mit Brille oder Kontaktlinsen aufmerksam gelesen habt – sofern ihr eine Lesehilfe benötigt – dann könnte Euch hier und da etwas aufgefallen sein was Euch in unserem sAWEntskalender weiterhelfen dürfte. Oder habe ich am Ende gar keinen Buchstaben versteckt?

Ihr solltet auf jeden Fall auch morgen wieder vorbeischauen – mit oder ohne Lesehilfe. Das müsst ihr dabei selber entscheiden. Aber so schwer sind unsere Buchstabenverstecke dann ja auch nicht. Oder?

Kommentiere



    Hinweis: Bei Kommentar-Abgabe werden angegebene Daten sowie IP-Adresse gespeichert und ein Cookie gesetzt (öffentlich einsehbar sind - so angegeben - nur Name, Website und Kommentar). Alle Datenschutz-Informationen dieser Website gibt es hier zu sehen.