Extraordinary but fairly known British TV shows worth seeing?

Serientest: The Forsyte Saga

Mini-Spoiler
Tobias
26.03.17

Der Monat neigt sich schon wieder dem Ende entgegen und gerade eben habe ich die letzte Folge einer wirklich schönen Miniserie gesehen, die ich anlässlich meiner monatlichen Rubrik über UK Serien auf dem Zettel hatte. Also noch gerade rechtzeitig. In diesem Monat war es mal wieder eine Dramaserie, dieses Mal eine Miniserie auf der Basis eines Literaturklassikers: Die Forsyte Saga vom britischen Literaturnobelpreisträger John Galsworthy. Denn die wurde im Jahre 2002 neu in Form und mit tollen Schauspielern erneut auf die britischen Fernsehschirme gebracht.

Für Freunde sogenannter Kostümserien, Klassikerverfilmungen und schöner Erzählungen sollte „The Forsyte Saga“ wirklich etwas sein, was man mal gesehen habe sollte. Und Fans von Damian Lewis auch.

Seriensteckbrief

Name: The Forsyte Saga
Genre: Drama
Laufzeit: 70 Minuten
Folgen: 6
Ausstrahlung: 7.April 2002 – 25.Mai 2003 (itv)
Darsteller: Damian Lewis, Gina McKee, Rupert Graves, Ben Miles u.v.m.

Handlung

Die sechs Folgen behandeln die Ereignisse der Familie Forsyte, die der oberen Mittelschicht Englands Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts angehört. Im Mittelpunkt steht Soames Forsyte (Damian Lewis), der als Abziehbild der durch eigenes Handeln erstarkten bürgerlichen Klasse die hohen Familienideale und sein Vermögen zu wahren versucht.

Die Serienhandlung beginnt aber mit seinem Cousin Jolyon, der zu jener Zeit mit seiner ersten Frau verheiratet ist und ein freundschaftliches Verhältnis zum Kindermädchen Hélène hat. Da dies der Ehefrau und der gesamten Familie nicht sonderlich gut gefällt – es gibt schon entsprechende Gerüchte – wird Jolyon aufgefordert, das Arbeitsverhältnis mit Hélène zu beenden. Was ihm außerordentlich schwer fällt. Während dieses Gespräches kommt es zur allerersten Annäherung zwischen beiden, dass die Funken sprühen – also viktorianische Funken – konnte man als Zuschauer bereits ab der ersten Einstellung wahrnehmen. Und es geschieht das Unvorstellbare! Denn Jolyon erkennt, dass er nie wirklich in seine Frau verliebt war und ihn mit Hélèn mehr verbindet als nur ein kurzweiliges Gefühl.

Jolyon wird daraufhin aus der Familie ausgestoßen und auch der Umgang mit seiner Tochter wird ihm verboten. Er lebt sodann als erfolgloser Maler aber sehr glücklich mit seiner Hélèn und ihren gemeinsamen Kindern. Er führt also etwas, wonach sich Soames mehr als sehnt auch wenn er dies nie so formulieren würde. Das weibliche Geschlecht hat für ihn bisher keine allzu große Anziehungskraft. Das Geschäft (die familiäre Anwaltskanzlei) ist deutlich wichtiger für Soames.

Eines Tages trifft Soames allerdings auf die schöne Irene, der er ab sofort den Hof macht. Und Soames muss sich ganz schön anstrengen, denn Irene ist nicht gewillt aus rein wirtschaftlichen Gründen zu heiraten. Allerdings hat ihr ihr vor kurzem verstorbene Vater nicht allzu viel Vermögen hinterlassen, so dass sie nach einer gewissen Zeit doch nachgibt und Soames heiratet.

Die Ehe ist aber nie wirklich glücklich was aber zunächst ohne Auswirkungen bleibt. Dann erfolgt der erste größere Zeitsprung.

Soames und Irene sind weiterhin unglücklich verheiratet aber so langsam bauen sich auch Spannungen auf. Als jedoch June, die Tochter von Jolyon mit dessen ersten Ehefrau, die Handlung als junge Erwachsene betritt, wird es stürmisch. Denn sie hat einen gut aussehenden Architekten im Schlepptau und ist gewillt, ihren Philip zu heiraten. Auch wenn dieser über nur ein sehr geringes Einkommen verfügt.

Die Einkommenssituation dürfte sich mittelfristig aber deutlich verbessern, denn Soames plant seine Frau mit einem Landsitz zu überraschen. Und Philip wird der ausführende Architekt. Ob Saomes mit der Überraschung allerdings seine Ehe retten kann, ist fraglich. Denn nicht nur Philip macht Irene schöne Augen. Auch Irene scheint sich für den Verlobten von June zu interessieren…

Einordnung

Man muss nicht allzu firm in der Geschichte der grundlegenden Romanserie sein, um sich ungefähr vorstellen zu können, wie die Geschichte weiter geht. Und es stimmt auch. Allerdings kommt ihr mit euren Vorstellungen nur etwa bis zur Mitte der zweiten Folge. Denn die weitere Geschichte hält noch viele weitere Veränderungen für die zahlreichen Charaktere der weitverzweigten Forsyte-Familie bereit. Denn anhand der Familie und deren Veränderungen wird – neben der eigentlichen Geschichte – etwas Größeres transportiert: der Kampf zwischen Tradition und Moderne, zwischen engen gesellschaftlichen Zwängen und dem Ausbrechen aus den Fesseln dieser Zeitenwende. Und wenn man so will, stehen die Einzelpersonen mit all ihren Widersprüchen für jeweils einen Aspekt am Ende dieser Epoche.

Und es macht großen Spaß, den Personen dabei zuzuschauen.

Ich möchte aber auch gleich zugeben, dass ich an einen solchen Stoff gewöhnt bin und mir das gerne anschaue. Für den „ungeübten“ Serienzuschauer könnte es an der ein oder anderen Stelle auch zu einer gewissen Langatmigkeit kommen. Das Tempo der Veränderungen ist nicht durchweg gleich und auch die Geschichte tritt mal einige Sequenzen auf der Stelle. Dafür hat man dann schöne Kleider, prächtige Häuser und tolle Außenaufnahmen die einem dafür unter Umständen entschädigen.

Schauspielerisch wandelt die Serie auf einem hohem Niveau und nicht nur Lewis und McKee (Irene) überzeugen absolut in ihren Rollen. Auch die Nebenfiguren, die es hier eigentlich nicht gibt, haben ihre Highlights. Und Ben Miles als Ehemann von Winifred, der Schwester von Soames, macht jedes Mal einen großen Spaß.

Ich schrob es bereits in der Einführung, für Fans dieser Art von Gesellschaftsromanen, der viktorianischen Zeit und insbesondere von Serien, die einen hohen Ausput an Kostümen und prächtigen Kulissen haben, für alle jene ist „The Forsyte Saga“ definitiv ein Blick wert.

weitere Verfilmungen

Wie schon angedeutet, wurde die Romanvorlage in 2002 nicht zum ersten Mal verfilmt. Die erste Verfilmung fand bereits 1949 statt und der Hollywood Film mit Errol Flynn als Soames Forsyte war auch nicht unerfolgreich. Wenn er auch keinen Oscar absahnen konnte. Aber zumindest wurde er nominiert.

Die erste Serienadaption kam wurde dann im Jahre 1967 in der BBC ausgestrahlt und man erzählte die Geschichte der Familie Forsyte in 26 Episoden. Die alle auch bei YouTube einzusehen wären. Wenn man denn möchte.

Bilder: itv

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