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Wenn zwei sich streiten, freut sich der Leser

seriesly PERSÖNLICH: Kien & Michael

Spoilerfrei
Kien
14.09.17

Und noch ein Tag mit einem hoch-persönlichen Einblick in unser Team mit seriellem Vorstellungscharakter. Nicht nur geht es um Serien sowie das Leben derer, die sich ihnen verschrieben haben, sondern ihr befindet euch auch mitten in einer Serie. Die heißt „seriesly PERSÖNLICH“ und hat euch bereits Jessie & Tobias sowie Fabio & Kira und Matthias & Maik näher gebracht.

Heute sind Kien und Michael dabei. Beide gehören seit zweieinhalb Jahren zum Redaktionsteam, und von den beiden gibt es auch einige gemeinsame Beiträge, wo sie sich über „Stranger Things“ oder „Falling Skies“ ’streiten‘ (im positiven Sinne). Natürlich spielt „Falling Skies“ auch in dieser Vorstellungsrunde eine Rolle, wie Ihr sehen werdet.

Michael fragt Kien

Michael: Welche Serie bedeutet Dir persönlich am meisten?
Kien: Die Frage ist tougher als ich dachte. Sagen wir’s mal so: Auf einer einsamen Insel und mit einem solarbetriebenen Blu-ray-Player würde ich mich doch recht schnell für „Banshee“ entscheiden. Gute visuelle Darbietung, umkompliziert, tolle Charaktere.

Michael: In welcher Serie hättest Du gerne einmal mitgespielt?
Kien: Entweder „13 Reasons Why“ oder „Scream“. Jedenfalls ein Setting, was mich meine Schulzeit aufarbeiten lässt, denn paradoxerweise machte ich in dieser Phase definitiv zu viel für die Schule und verpasste dementsprechend viel vom dem, was drumherum geschah.

Michael: Was war bisher für Dich die größte Serienenttäuschung/der größte Fehler in einer Serie?
Kien: Es gab drei Serien, die mir in den letzten Jahren negativ aufgefallen waren und alle drei hatten eines gemeinsam: erstens sich zu krass selbst zelebriert und zweitens zu früh damit angefangen. Dem nach war die Erwartungshaltung (meinerseits) sehr hoch, die aber in keinem der Fälle auch nur annähernd erfüllt wurde. Platz 3 geht an „Stranger Things“, Silber gibt es für „Marco Polo“ und Gold für „Riverdale“ (was ein Schrott).

Michael: Was muss eine Serie mitbringen, damit sie Dich überzeugt, dabeizubleiben?
Kien: Charaktere, Charaktere, Charaktere. Diese müssen an sich in der Lage sein, selbstständig eine Geschichte erzählen zu können, sie sollen einen eigenen Spannungsbogen haben – einfach unabhängig vom Grundgebilde der Serie interessant genug sein. Ein Indiz dafür wäre für mich z.B. die Frage, ob man mit einer bestimmten Figur ein Spinn-off vorstellen könnte. Natürlich sollte das Format ihr auch den Raum bzw. die Zeit dazu geben, sich mit dem Zuschauer zu verbinden.

Special Kien-Zusatzfrage von Michael: Würdest Du Dich über eine Fortsetzung von „Falling Skies“ freuen? (Ihr wisst schon …)
Kiens Antwort: Nein. Was ich aber richtig gutheißen würde, wäre eine Ärzte-Alien-Serie mit Noah Wyle. Man stelle sich vor: „Schwester, den Defibrillator!“ – „Aber Doc, welche der drei Herzen von diesem Wesen sollen wir zuerst retten?“

Kien fragt Michael

Kien: Was muss eine Serie haben, damit sie dich fesselt?
Michael: Eine Serie muss einen Identifikationspunkt haben: Einen interessanten Charakter, eine tiefgründige Geschichte oder einen Bezugspunkt zu meinem Alltag. „Rectify“ zum Beispiel ist eine sehr langsame Serie, aber sie versteht es wunderbar, eine nahegehende Geschichte zu erzählen, anhand eines absolut spannenden Hauptcharakters. Da stimmt einfach alles von Story über Optik und Atmosphäre bis Darsteller. Ich fühle mich aber auch gut unterhalten, wenn es actionreicher und humorvoller zugeht. „Marvel’s Agents of S.H.I.E.L.D.“ mag ich zum Beispiel deswegen so gerne, weil die Story sich immer wieder dreht, die Autoren den Witz dabei nicht vergessen und sich bei Actionszenen vor allem auf die Optik fokussieren.

Kien: Was darf eine Serie auf keinen Fall haben?/Was langweilt dich bei einer Serie?
Michael: Eine Serie wird langweilig, wenn sie immer nach dem gleichen Muster abläuft. So nach dem Motto „Hier liegt ein Fall vor, ist schwierig zu lösen, schaffen wir aber am Ende“. Daran kranken meiner Meinung nach viele der langweiligen US-Serien, die auf RTL oder ProSieben rauf- und runterlaufen. „Person of Interest“ ist ein gutes Beispiel, dass es auch anders geht. Hier wurden zunächst auch in jeder Folge bestimmte Fälle gelöst, doch nach einigen Folgen entwickelte sich eine tolle übergeordnete Handlung, so dass das Weiterschauen trotzdem Spaß gemacht hat.

Kien: Welche Serie hat auf dein Leben bisher am meisten Einfluss genommen?
Michael: Das ist sicher „Twin Peaks“. Ich habe damals die Erstausstrahlung gesehen und muss so 15 Jahre alt gewesen sein oder so. Und die Sache hat mich wirklich geprägt. Die Art und Weise, wie David Lynch die Story erzählt hat, und wie er sich zeit genommen hat, die Charaktere zu entwickeln und ihnen trotz der wichtigen Hauptstory ausreichend Raum zu geben, war echt klasse. Man hat sich mit den menschen identifiziert, wurde gefühlt Teil der Serie – das hatte ich bis dahin noch nicht erlebt. Dazu kam natürlich die wirklich mystische Hintergrundgeschichte, die viele Schicksale der Charaktere beeinflusste – und letztlich auch mich.

Kien: Wenn du eine Serie kreieren würdest, worum würde sie handeln?
Michael: Das ist schwer zu sagen. Es gibt einfach so viele gute Serien, die einen beeinflussen und mit denen sich vermutlich messen würde. Ich denke, es würde eher in Richtung Comedy oder Dokutainment gehen. Ich habe seit einiger Zeit die Reportage-Reihe „37 Grad“ im ZDF für mich entdeckt und bekomme beim Zuschauen richtig Lust, auch in dieser Richtung einmal eine Geschichte zu erzählen. Ist natürlich keine Serie im klassischen Sinne – das würde mich aktuell aber am meisten interessieren.

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