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Selbstexperiment von Joseph DeChangeman

Was passiert, wenn man eine Woche nur noch Filme statt Serien schaut?

Spoilerfrei
4. Mai 2021, 08:56 Uhr
Spoilerfrei
Maik
04.05.21

Serien sind in. Das wissen wir alle. Mit dem Aufkommen von qualitativ hochwertigen Narrativen und ästhetischen Produktionen wie „LOST“ haben die seriellen Erzählungen nicht nur den Mainstream erreicht, man hat das Gefühl, es werden auch nur noch Serien geschaut. Zumindest ist das bei mir der Fall. Schließlich wird die persönliche Watchlist länger und länger und es bleibt kaum Zeit, mal eben einen Film zwischen zu schieben, hat man doch noch etliche Episoden vor sich. Dabei kam mir aber schon mehrfach der Gedanke, dass Filme eigentlich ganz praktisch sind. Statt X Staffeln á X Folgen á X Minuten schauen zu „müssen“, ist man nach anderthalb bis zweieinhalb Stunden mit der Sache durch. Das ist zwar länger als eine Episode, aber eben kürzer als eine Serie(nstaffel). Und man kann sich etwas komplett Neuem widmen. Dafür haben Filmemacher:innen aber natürlich weniger Zeit, Figuren und Handlungen auszuschmücken. Es könnte weniger komplex, pointierter und eben nicht so lang begleitend werden. Dafür aber wieder konzentrierter und frischer wirken?! Ihr merkt, theoretisch gibt es etliche Vor- und Nachteile für beide Seiten.

Joseph DeChangeman ist das Ganze praktisch angegangen. Der Filmemacher und YouTuber unterzieht sich regelmäßig Selbstexperimenten und ist leidenschaftlicher Seriengucker. Doch jetzt hat er eine Woche lang auf Episoden verzichtet und nur Filme geguckt. Im Video lässt er uns an diesem Projekt teilhaben.

„Filme und Serien sind ein so wichtiger Teil unserer Kultur, eine Kunst die wir täglich in unterschiedlichster Länge und Form konsumieren. Als Drehbuchautor und Regisseur verbringe ich nicht nur sehr viel Zeit mit dem Schauen von Filmen und Serien, sondern auch mit dem Schreiben, Inszenieren und Produzieren. Daher vermutete ich bereits, dass diese Verschiebung meines Medienkonsum extrem für mich werden würde. Eine Woche lang nur Filme zu schauen hatte dann aber doch einen weitaus stärkeren Effekt als ich gedacht hatte und wirkt bis heute – knappe vier Monate später – immer noch nach. Könntet ihr auf Serien verzichten? Um ein breiteres Bild des Ganzen zu liefern, habe ich die Produzentin Lotte Ruf, sowie den Filmwissenschaftler Alper Turfan befragt, wie ihre Meinung zu Filmen und Serien ist.“

Ich hatte Joseph übrigens erst kürzlich im Podcast-Gespräch, solltet ihr mehr über seine Selbstexperimente erfahren wollen – am Ende haben wir auch kurz über Serien geschnackt. Film-Material auf die Ohren gibt es passenderweise mit dem Gespräch mit Antje Wessels, die unter anderem regelmäßig bei den „Rocket Beans“ als Filmkritikerin zu Gast ist.

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